Mångfalden av fröer hotas - Nej till EU:s inskränkande regler till förmån för utsädesindustrin

Ärade medlemmar av kommisionen, parlamentet och rådet!

Nya regleringar för frön håller på att formuleras i Bryssel. Om DG Helth and Consumers planer blir en verklighet kommer gamla och ovanliga varianter av frukt, grönsaker och säd försvinna från marknaden. Formuleringen förhindrar dessa ovanliga sorter samt de anpassade för organisk odling genom snårig byråkrati medan storföretagens makt över jordbruket stärks ytterligare.

De nuvarande tillgängliga formuleringarna av den nya fröregleringen kommer att företräda en monopolisering av frömarknaden till ett fåtal industriella företag. Det är oacceptabelt. En ny reglering av frömarknaden i EU måste tillåta diversitet. Både variationer anpassade för småskaligt bruk och ekologiskt bruk. Dessa diversa frösorter måste finnas tillgängliga inte bara i genbanker, utan även på den öppna marknaden. Och detta utan byråkratiska förhinder.

Därför kräver vi: inga krav på registrering! Förutom detta kräver vi att de nuvarande registrationskriterierna måste sänkas för varianter som är lämpade för organisk odling på grund av dess värde som mångfald och så att vårt åkerbruk behåller sin anpassningsförmåga till klimatförändringar, nya skadedjur och sjukdomar samt för mer ekologiskt hållbara livsstilar.

Varken den nuvarande EU lagstiftningen för fröregulering eller den som nu är informellt inlämnad som utkast för ändringar uppfyller dessa våra krav. De hotar mångfalden hos frön och därmed även mänsklighetens gemensamma kulturarv i brukandet av jorden. Nuvarande lag och utkastet hotar även ekologiskt hållbara födosystem och existerar bara för att gynna kemikalieindustrin runt jordbruket.

Därför uppmanar vi er, EU kommisionen, parlamentet och rådsmedlemmar att förkasta alla förslag till lagändring som inte fullföljer ovanstående kriterier. Det måste vara slut på förstörelsen av frödiversiteten i Europa, vår framtid kan hänga på det!

For more information visit: - Campaign for Seed-Sovereignty www.seed-sovereignty.org/SV - FOBO www.fobo.se/nyheter/index.shtml

Saatgutvielfalt in Gefahr - gegen eine EU-Saatgutverordnung zum Nutzen der Saatgut-Industrie -

Sehr geehrte Mitglieder der EU-Kommission, sehr geehrte Mitglieder des EU-Parlamentes, sehr geehrte Mitglieder des EU-Ministerrates!

Derzeit wird in Brüssel eine neue EU-Saatgutverordnung vorbereitet. Wenn die Pläne der Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucherpolitik aufgehen, werden noch mehr seltene und alte Sorten von Obst, Gemüse und Getreide vom Markt verschwinden. Diesen Vielfaltssorten und auch den Öko-Sorten werden bürokratische Steine in den Weg gelegt, während die Macht der Agroindustrie weiter gestärkt wird.

Die derzeit bekannten Entwürfe für eine neue EU-Saatgutverordnung fördern die Konzentration von Saatgut in den Händen weniger Konzerne der Saatgut-Industrie. Das ist inakzeptabel. Eine neue EU-Saatgutverordnung muss für Vielfaltssorten, bäuerliche Sorten und Öko-Züchtungen geeignete Voraussetzungen schaffen. Vielfaltssorten müssen nicht nur in Genbanken, sondern ohne Bürokratie auf dem Markt verfügbar sein: Daher: keine amtliche Zulassungspflicht! Ausserdem müssen die derzeitigen Zulassungsbedingungen bei Sorten für den Öko-Landbau erleichtert werden, damit unsere Landwirtschaft sich an veränderte Bedingungen wie den Klimawandel, an neue Krankheiten, Schädlinge und einen ökologischeren Lebensstil anpassen kann.

Weder das geltende Saatgutrecht noch die bisher informell vorgelegten Reform-Entwürfe erfüllen diese Anforderungen. Sie bedrohen die Saatgut-Vielfalt und damit das gemeinsame agri-kulturelle Erbe der Menschheit, sie greifen nachhaltige Ernährungssysteme und die ökologische Landwirtschaft an und stehen im Dienst der agro-chemischen Industrie.

Wir fordern Sie – die Mitglieder von Kommission, Parlament und Ministerrat der EU – auf, jeden Vorschlag für eine neue Saatgut-Verordnung zurückzuweisen, der diese Anforderungen nicht erfüllt!

Keine weitere Zerstörung der landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Sortenvielfalt in Europa!

Weitere Informationen erhalten Sie bei den InitiatorInnen der Petition: - Kampagne für Saatgut-Souveränität, www.saatgutkampagne.org / www.seed-sovereignty.org - Dachverband Kulturpflanzen- und Nutztiervielfalt e.V., www.kulturpflanzen-nutztiervielfalt.org - Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V., www.nutzpflanzenvielfalt.de

Reason

The current EU seed regulations stem from a time in which environmental protection, nature and biological diversity were underestimated. There were numerous breeding enterprises which put an extensive diversity of varieties on the market. Most of these varieties could be re-sown after harvest, a technique which has existed for thousands of years, throughout agricultural history.

In the 1980s, two new terms had to be developed for what previously had just been common practice: firstly „farmers’ rights“ and secondly „open pollinated“ varieties (the seeds of which produce the same variety unless they cross with similar varieties). This is due to the fact that the seed market changed dramatically. Today, the ten biggest companies dominate three-quarters of the worlds’ seed market, and more than half of the global market comes from the chemical industry.

Most of the varieties are subject to legal and technical restrictions, which undermine re-sowing seed saved by the growers themselves. An official approval for the marketing of varieties was introduced, and the criteria for this are adapted to industrial varieties. Productivity and increasing world population were used to justify these developments. The comprehensive report of the International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development (IAASTD) illustrates the instability of this approach.

Crop diversity has largely disappeared from the market. This concerns the diversity of non-registered varieties - they are traded by thousands of intrepid citizens in Europe without the required registration. Today, we rely on the extensive expertise of these people, and we should encourage the increasing amount of people engaging in this activity, not only as a hobby but also to generate income and a livelihood from it.

A second important aspect is that hardly any appropriate varieties have been bred specifically for organic agriculture by virtue of their diversity. However, organic farming needs plants that are powerful without chemicals. This is only possible with a wide-ranging, natural gene pool. Such varieties are routinely deemed to be unacceptable for registration under the current criteria for seed registration.

Begründung:

Die bisherigen Vorschriften des EU-Saatgutrechtes stammen überwiegend aus einer Zeit, in der der Schutz der Umwelt, der Natur, und der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft eine zu geringe Rolle spielte. Es gab zahlreiche Züchterfirmen, die eine große Sortenvielfalt auf den Markt brachten. Die meisten dieser Sorten konnte man nach der Ernte wieder aussäen, wie es in der gesamten Geschichte der Landwirtschaft selbstverständlich war.

In den 1980er Jahren mussten zwei neue Begriffe für das Selbstverständliche gefunden werden: erstens „Bäuerliche Rechte“ und zweitens „samenfeste“ (nachbaubare) Sorten. Denn der Saatgutmarkt nahm völlig andere Züge an. Heute beherrschen die zehn größten Saatgutanbieter Dreiviertel des Weltmarktes, und die Hälfte des Saatguts auf dem Weltmarkt stammt aus der chemischen Industrie.

Die meisten Sorten unterliegen rechtlichen und technischen Beschränkungen, die den Nachbau unterbinden. Es wurde eine amtliche Zulassung von Sorten für die Vermarktung eingeführt, und die Kriterien dafür wurde auf die industriellen Sorten zugeschnitten. Produktivität und Ernährung der Weltbevölkerung mussten herhalten, um diese Entwicklung zu begründen. Der umfassende Bericht des Weltagrar-Rates hat die Haltlosigkeit dieses Ansatzes vor Augen geführt.

Die Kulturpflanzenvielfalt ist weitgehend vom Markt verschwunden. Dies betrifft zum einen die Vielfalt von nicht zugelassenen Sorten – sie werden von tausenden unerschrockenen BürgerInnen in Europa ohne die vorgeschriebene Zulassung gehandelt. Heute sind wir auf die umfangreichen Fachkenntnisse dieser Menschen angewiesen, und es ist begrüßenswert, dass immer mehr diese Tätigkeit nicht nur als Hobby betreiben, sondern daraus auch Einnahmen und einen Lebensunterhalt erwirtschaften wollen.

Ein zweiter wichtiger Aspekt ist, dass für den Ökolandbau kaum eigene Sorten gezüchtet wurden. Die ökologische Landwirtschaft braucht jedoch Pflanzen, die ohne Chemie leistungsfähig sind. Das kann nur eine breite natürliche genetische Ausrüstung. Solche Sorten fallen regelmäßig durch die geltenden Zulassungskriterien.

News

  • Liebe Unterstützende,
    der Petent oder die Petentin hat innerhalb der letzten 12 Monate nach Ende der Unterschriftensammlung keine Neuigkeiten erstellt und den Status nicht geändert. openPetition geht davon aus, dass die Petition nicht eingereicht oder übergeben wurde.

    Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und die Unterstützung,
    Ihr openPetition-Team

  • Liebe Saatgut-Interessierte,
    liebe Besucherinnen und Besucher, Organisatorinnen und Organisatoren der Saatgut-Tauschbörsen und Saatgut-Festivals!

    Es gibt sehr gute Nachrichten aus Brüssel: der EU-Saatgutgesetzesvorschlag vom 6. Mai 2013 ist endgültig erledigt.

    Letzte Woche haben die EU-Kommissare 73 Gesetzesvorschläge zurückgezogen. Darunter ist auch der „Vorschlag für eine Verordnung … über die Erzeugung von Pflanzenvermehrungsmaterial und dessen Bereitstellung auf dem Markt“, die vielfach kritisierte und bekämpfte neue EU-Saatgutverordnung. Am 7. März soll die Liste mit allen zurückgezogenen Gesetzesvorschlägen im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden.

    Fast ein Jahr ist es her, dass das EU-Parlament am 11. März 2014 mit einer 95%-Mehrheit den Kommissionsvorschlag abgelehnt hatte. Lange war offen geblieben, ob die Kommission dieser Ablehnung folgen würde, denn der EU-Ministerrat hätte wohl gerne am Vorschlag weitergearbeitet. Offen bleibt nun, wann und wie die Kommission die Arbeit an einem neuen Gesetzesvorschlag starten wird; möglicherweise wird sie in den nächsten Tagen dazu Stellung nehmen.

    Auf jeden Fall hat sich der hartnäckige Einsatz vieler Menschen gegen die geplante Verschärfung der Saatgutverkehrsgesetzgebung gelohnt. Herzlichen Dank allen, die sich mit der Unterzeichnung unserer Petition „Saatgutvielfalt in Gefahr“ oder anderer Petitionen daran beteiligt haben. Dank allen, die ihre Kommentare dazu abgegeben haben, die Postkarten nach Brüssel geschickt oder bei Abgeordneten angerufen haben!

    Dank und weitere Ermutigung, über die Bedeutung der Vielfalt von Pflanzensorten in den Gärten und auf den Äckern zu informieren, die Bedeutung bäuerlicher Saatgutarbeit klarzumachen, selber Saatgut zu gewinnen, Saatgutbörsen zu veranstalten, Sortenerhaltung, Sortenpflege oder gar Sortenentwicklung zu betreiben: gentechnikfrei, mit traditionellen Züchtungsmethoden, auf eine gute Ausnutzung vorhandener Ressourcen ausgerichtet und mit dem Ziel, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu verbessern.

    Mögen immer mehr Menschen Freude an der Saatgutarbeit gewinnen und sich für die Saatgut-Souveränität von Bäuerinnen und Bauern, Gärtnerinnen und Gärtnern in aller Welt einsetzen!

    Herzliche Grüße

    Andreas Riekeberg,
    Kampagne für Saatgut-Souveränität

    Saatgut-Festivals und Saatgut-Tauschbörsen:
    Sa., 7. März: Düsseldorf, Berlin, Witzenhausen, Greifswald und Gohrisch
    So., 8. März: Hamburg, Berlin und Bielefeld
    Informationen zu diesen und weiteren Saatgut-Tauschbörsen siehe: www.saatgutkampagne.org/diverse_boersen.html


    Mit einer Spende die Arbeit der Saatgutkampagne unterstützen?
    Kontoinhaber: BUKO-VzF e.V., EDG Kiel
    IBAN: DE 64 2106 0237 0000 2343 89
    BIC: GENODEF1EDG
    Stichwort: Saatgutkampagne

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer!

    Wir haben gewonnen! Das EU-Parlament hat entschieden: Der Saatgutverordnungs-Vorschlag der EU-Kommission ist politisch erledigt. In seiner gestrigen Plenarsitzung hat das Parlamentsplenum mit 511 zu 130 Stimmen eine Entschließung mit Gesetzeskraft verabschiedet, die den Vorschlag vom 6. Mai 2013 eindeutig ablehnt und die Kommission auffordert einen neuen Vorschlag vorzulegen.

    Bis zuletzt war unklar gewesen: würde das Parlament eine derartige bindende Resolution verabschieden, oder würde es sich auf die bloße Bitte an die Kommission beschränken, den Vorschlag zurückzuziehen? Diese Bitte im sogenannten "rejection report" hatte sogar 650 zu 15 Stimmen erhalten. Doch das Parlament bestand dann gestern Mittag auch auf einer Abstimmung über die legislative Entschließung mit dem oben genannten Ergebnis. Quellen siehe www.saatgutkampagne.org


    Von Erfolg gekrönt ist damit das jahrelange Engagement von Organisationen und Gruppen, die sich für den Erhalt und die Ausweitung der Sortenvielfalt einsetzen, die für das bäuerliche Recht auf Erzeugung und Verbreitung von Saatgut streiten oder die neue Sorten für den ökologischen Anbau züchten.

    Auch wurde mit der gestrigen Entscheidung all jenen Hunderttausenden Menschen aus vielen europäischen Ländern Gehör geschenkt, die seit April 2013 verschiedene Petitionen gegen den Kommissionsvorschlag unterzeichnet hatten. Allein unsere Petition "Saatgutvielfalt in Gefahr" hatte 150.000 Unterstützerinnen und Unterstützer in 12 verschiedenen Sprachversionen gefunden.

    Ihnen allen sei ganz herzlich gedankt! In einer vielfach zitierten dpa-Meldung wird auf unsere deutschsprachige Petition mit ihren 95.000 Unterschriften Bezug genommen, z.B.: kurzlink.de/Saatgut-faz-140311


    Es wird jetzt darauf ankommen, das gegenwärtige - ja durchaus auch restriktive - EU-Saatgutrecht den Erfordernissen der Erhaltung und Ausweitung der Sortenvielfalt anzupassen. Damit sollte den engagierten Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen ein vernünftiger Rechtsrahmen gegeben werden, und diese Initiativen sollten gefördert werden anstatt sie weiter zu behindern. Ein erster Schritt könnte die ohnehin seit drei Monaten überfällige Evaluierung der sogenannten Erhaltungsrichtlinien sein, dazu siehe: www.saatgutkampagne.org/erhaltungsrecht.html

    Andererseits muss auch die staatliche Kontrolle des Saatgutes der Saatgutindustrie sichergestellt werden. Hier haben Konzentrationsprozesse durch Übernahmen und Verflechtungen in den letzten 30 Jahren zu einer gefährlichen Marktmacht der großen Chemie- und Saatgutkonzerne geführt. Die Saatgutindustrie wird kaum locker lassen, doch noch eine Verschärfung der Gesetzgebung in ihrem Sinne zu erreichen. Heute versuchte z.B. ihre Lobbyorganisation ESA Verwirrung zu stiften mit der Erklärung, dass die legislative Entschließung des EU-Parlamentes unzulässig und damit ungültig sei, siehe kurzlink.de/esa-seedlaw-140311 Immerhin musste der ESA-Generalsekretär Garlich von Essen auch die Stärke der Gegner den neuen Saatgutverordnung eingestehen und sprach von einer "sehr, sehr starken Kampagne".

    Nun bleibt abzuwarten, wie die EU-Kommission und der EU-Ministerrat die heutigen sehr eindeutigen Abstimmungsergebnisse des EU-Parlamentes bewerten und darauf reagieren. In den Zeiten von Klimawandel und Ressourcen-Erschöpfung ist jedoch eine Umorientierung in den Anforderungen an Pflanzensorten nötig.

    Wie lange werden sich Landwirtschaft und Gartenbau noch den Anbau von den High-Input-Sorten der Industrie leisten können, bei denen nur ein Bruchteil der eingesetzten Energie am Ende in Nahrungsenergie verwandelt wird? Für eine dauerhaft zukunftsfähige Landwirtschaft sind Pflanzensorten erforderlich, die eine positive Energiebilanz aufweisen. Dafür braucht es auch ein grundsätzliches Umdenken in der Saatgutgesetzgebung, und dazu ist ihrer aller Unterstützung sicherlich weiterhin nötig!

    Für heute grüßt
    Andreas Riekeberg

    Kampagne für Saatgut-Souveränität
    www.saatgutkampagne.org

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