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Petition addressed to: ISST Board
An den Vorstand und die Zertifizierungskoordinator:innen der International Society of Schema Therapy (ISST)
Betreff: Transparenz, Gleichbehandlung und ethische Standards in Akkreditierungs- und Zertifizierungsverfahren
Diese Petition richtet sich nicht gegen Trainer:innen, Supervisor:innen oder Leiter:innen akkreditierter Ausbildungsprogramme in Polen als Gruppe. Wir würdigen den Beitrag vieler Kolleg:innen, die über Jahre die Schematherapie entwickelt, Therapeut:innen ausgebildet und hohe klinische Standards unterstützt haben.
Unser Anliegen betrifft die Transparenz der Verfahren, die Vorhersehbarkeit von Entscheidungen, den gleichberechtigten Zugang zu beruflicher Entwicklung sowie wirksame Schutzmechanismen gegen potenzielle Interessenkonflikte. Klare Regeln dienen allen: Kandidat:innen, Trainer:innen, Supervisor:innen, Ausbildungsprogrammen, der ISST und vor allem den Patient:innen.
1. Freigabe und Beschleunigung der Akkreditierungsverfahren
Wir bitten um die unverzügliche Freigabe der Akkreditierungsverfahren für ISST-Trainer:innen und -Supervisor:innen in Polen sowie um die Freigabe des beschleunigten Weges zum Supervisorenstatus.
Derzeit dauern Akkreditierungsverfahren länger als sieben Monate, ohne dass ein verlässlicher Entscheidungszeitraum genannt wird. Zertifizierungsverfahren dauern inzwischen etwa fünf Monate. Nach den veröffentlichten Informationen der ISST und der bisherigen Praxis sollte die Bearbeitung etwa zwei Monate dauern. Eine so lange und nicht vorhersehbare Verfahrensdauer wirft Fragen im Hinblick auf Transparenz, Gleichbehandlung und gute Vereinsführung auf.
2. Unabhängige Ethikkommission
Wir bitten um die Einrichtung einer tatsächlich unabhängigen Ethikkommission bzw. eines unabhängigen Aufsichtsmechanismus. Dieser sollte auch dann handlungsfähig sein, wenn Vorstandsmitglieder, Funktionsträger:innen, Trainer:innen, Supervisor:innen oder mögliche Interessenkonflikte betroffen sind. Als internationale psychotherapeutische Organisation sollte die ISST klare, unparteiische und nachvollziehbare Beschwerde- und Kontrollmechanismen gewährleisten.
3. Transparenter Zertifizierungs- und Karriereweg
Wir bitten um klare, öffentliche und verständliche Regeln für den beruflichen Entwicklungsweg innerhalb der ISST. Uns erreichen Hinweise, dass der Weg zum Status als Supervisor:in, Trainer:in oder Programmdirektor:in in der Praxis nicht nur von formalen fachlichen Kriterien abhängen kann, sondern auch von informellen Empfehlungen, Zugang zu Assistenzmöglichkeiten oder Beziehungen zu Personen, die bestehende Programme leiten.
Wir unterstellen niemandem unlautere Absichten. Das Fehlen transparenter Regeln kann jedoch zu einem Eindruck von Willkür, Ungleichbehandlung und eingeschränktem Zugang zu beruflicher Entwicklung führen.
4. Schutz vor Interessenkonflikten
Besonders wichtig sind klare Schutzmechanismen in Situationen, in denen Personen, die Anträge bewerten oder empfehlen, zugleich eigene Ausbildungen, Supervisionen oder konkurrierende Programme anbieten oder über entsprechende Entscheidungen im Vorstand mitwirken.
Die Durchführung eines akkreditierten Programms ist selbstverständlich kein Vorwurf. Problematisch wird es jedoch, wenn dieselben Personen Einfluss auf die Bewertung, Empfehlung oder Verzögerung von Anträgen potenzieller beruflicher Mitbewerber:innen haben können. Erforderlich sind daher klare Regeln zur Befangenheit, transparente Entscheidungskriterien und eine Möglichkeit, gegen Entscheidungen oder überlange Verfahrensdauer Einspruch einzulegen.
5. Gegen Monopolisierung und übermäßige Kommerzialisierung
Schematherapie wurde entwickelt, um Menschen mit psychischen Störungen zu helfen. Sie sollte ein gemeinsames Gut von Patient:innen und Therapeut:innen bleiben und nicht vor allem wirtschaftlichen Interessen dienen.
Wir lehnen es ab, Akkreditierungsverfahren als Mittel zur Marktblockade oder Monopolbildung zu nutzen. Hohe Ausbildungskosten im Verhältnis zu den Einkommen von Therapeut:innen in Polen können qualifizierte Fachkräfte ausschließen und den Zugang von Patient:innen zu Therapie einschränken. Dies widerspricht der Mission der ISST.
Die Satzung der ISST betont die Förderung von Qualität, Lehre, Supervision, Zertifizierung und Verbreitung der Schematherapie sowie den nichtkommerziellen Charakter der Organisation.
Reason
Wir sprechen uns entschieden dagegen aus, Akkreditierungsverfahren als Instrument zur Blockierung des Marktes und zum Aufbau eines finanziellen Monopols zu behandeln. Das auffällige Missverhältnis zwischen den Ausbildungskosten — die 8.600 PLN zuzüglich Supervisionskosten übersteigen — und der wirtschaftlichen Realität von Therapeut:innen in Polen führt zum Ausschluss qualifizierter Fachkräfte und verringert den Zugang von Patient:innen zur Therapie, was mit der Mission der ISST unvereinbar ist.
Die Kosten der Ausbildung in Polen sind im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen dreimal höher als in Deutschland oder den Niederlanden.
Die Satzung der ISST weist darauf hin, dass eines der Ziele der Organisation darin besteht, Qualität, Entwicklung, Lehre, Supervision, Zertifizierung und Verbreitung der Schematherapie zu fördern. Die Satzung betont zudem den nichtkommerziellen Charakter der ISST sowie die Tatsache, dass die Organisation nicht vorrangig wirtschaftliche Ziele verfolgen sollte.
Wir betonen, dass sich diese Petition nicht gegen alle Trainer:innen, Supervisor:innen oder Leiter:innen akkreditierter Ausbildungsprogramme in Polen als Gruppe richtet. Viele von ihnen leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Schematherapie, bieten Ausbildungen auf hohem Niveau an und handeln mit erheblichem ethischem und klinischem Engagement.
Unser Ziel ist es nicht, die Leistungen dieser Personen infrage zu stellen, sondern auf systemische Probleme im Zusammenhang mit der Transparenz der Verfahren, der Vorhersehbarkeit von Entscheidungen, potenziellen Interessenkonflikten sowie dem gleichberechtigten Zugang zu beruflichen Entwicklungspfaden innerhalb der ISST aufmerksam zu machen.
Die bloße Tatsache, ein akkreditiertes Programm, eine Ausbildung oder eine Supervisionspraxis zu führen, stellt selbstverständlich keinen Vorwurf dar und sollte auch nicht als solcher verstanden werden. Das Problem entsteht erst dann, wenn Personen, die im Ausbildungsbereich tätig sind, zugleich Einfluss auf die Bewertung, Empfehlung oder Verzögerung von Anträgen haben können, die von Personen gestellt werden, die potenziell im selben beruflichen Bereich tätig sind.
In solchen Situationen sind transparente Verfahren zur Befangenheit und zum Ausschluss von der Bewertung, klare Entscheidungskriterien sowie die Möglichkeit erforderlich, gegen eine Entscheidung oder gegen eine übermäßige Verfahrensverzögerung Einspruch einzulegen.
Zusammenfassung
Wir sind der Überzeugung, dass die ISST auf den Werten von Gemeinschaft und gegenseitiger Fürsorge beruht — im Sinne des sogenannten Gesunden Erwachsenen. Die derzeitige Situation in Polen steht in deutlichem Widerspruch zu diesen Idealen.
Wir erwarten eine schriftliche Antwort auf diese Petition sowie die Vorlage eines Plans für Korrekturmaßnahmen innerhalb von 30 Tagen.
Einwilligung in die Verarbeitung personenbezogener Daten
Ich willige in die Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten ausschließlich zum Zweck der Unterstützung dieser Petition und ihrer Einreichung beim Vorstand der ISST ein. Ich nehme zur Kenntnis, dass meine Daten nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.
Petition details
Petition started:
05/16/2026
Collection ends:
11/15/2026
Region:
European Union
Topic:
Administration
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