31 Unterschriften
Petition richtet sich an: Nationale Parlamente und zuständige Ministerien Regionale und kommunale Verwaltungen Veterinär- und Sicherheitsbehörden Internationale Organisationen (z. B. EU, Europarat, UN-nahe Gremien)
In zahlreichen Staaten und Rechtsordnungen bestehen Regelungen, die bestimmten Hunderassen pauschale Auflagen auferlegen, darunter eine generelle Maulkorbpflicht. Diese Regelungen basieren primär auf der rassebezogenen Einstufung eines Hundes und nicht auf einer individuellen Bewertung seines tatsächlichen Verhaltens, seiner Sozialisation oder seiner Ausbildung.
Wir regen eine internationale Neubewertung dieser Praxis an und sprechen uns für einen verhaltensbasierten, evidenzgestützten Regulierungsansatz aus. Ziel ist es, den Schutz der öffentlichen Sicherheit mit den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit, Gleichbehandlung und des Tierschutzes in Einklang zu bringen.
Die vorgeschlagene Neuausrichtung umfasst insbesondere:
- die schrittweise Abschaffung rassebezogener Maulkorb- und Haltungsauflagen
- die Einführung standardisierter, transparenter und fachlich fundierter individueller Gefährlichkeits- bzw. Wesensbewertungen
- die Anordnung von Auflagen wie Maulkorb- oder Leinenpflicht ausschließlich bei individuell festgestelltem Gefährdungspotenzial
- die verpflichtende Neubewertung eines Hundes nach relevanten sicherheitsrelevanten Vorfällen
- die Förderung verantwortungsvoller Hundehaltung durch Ausbildung, Prävention und behördliche Beratung
Internationale wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Tierverhaltensforschung, Veterinärmedizin und öffentlichen Sicherheitsforschung weisen darauf hin, dass aggressives oder gefährliches Verhalten bei Hunden nicht rasseabhängig ist, sondern maßgeblich durch Haltung, Training, Umweltfaktoren und individuelle Disposition beeinflusst wird. Pauschale rassebezogene Maßnahmen zeigen demnach keine nachweislich höhere präventive Wirksamkeit.
Ein individuell ausgerichtetes Regulierungssystem stärkt die Effektivität der Gefahrenprävention, erhöht die gesellschaftliche Akzeptanz rechtlicher Maßnahmen und trägt zu verbesserten Tierschutzstandards bei. Zugleich unterstützt es Behörden und politische Entscheidungsträger bei der Umsetzung verhältnismäßiger, rechtssicherer und international anschlussfähiger Regelungen.
Wir ersuchen internationale Organisationen, zuständige Gremien und politische Entscheidungsträger, diese Erkenntnisse bei der Weiterentwicklung von Empfehlungen, Richtlinien und nationalen Gesetzgebungen zu berücksichtigen und den Übergang zu einem verhaltensbasierten Ansatz aktiv zu fördern.
Begründung
Mir ist diese Petition wichtig, weil ich überzeugt bin, dass Sicherheit und Fairness kein Widerspruch sein dürfen. Pauschale Maulkorbpflichten für sogenannte Listenhunde beurteilen Tiere allein aufgrund ihrer Rasse – nicht aufgrund ihres tatsächlichen Verhaltens. Das ist weder gerecht noch zeitgemäß.
Ich erlebe immer wieder, dass gut sozialisierte, friedliche Hunde und verantwortungsvolle Halterinnen und Halter unter Generalverdacht stehen. Diese Stigmatisierung führt zu Ausgrenzung, erschwert Integration und hilft letztlich niemandem – weder der öffentlichen Sicherheit noch dem Tierschutz.
Ich wünsche mir Regelungen, die dort ansetzen, wo tatsächliche Gefahren bestehen: beim individuellen Verhalten. Eine fachliche Gefährlichkeitsprüfung ist aus meiner Sicht der sinnvollere, fairere und wirksamere Weg. Wenn ein Hund auffällig wird, sollen klare Auflagen gelten. Wenn nicht, soll er auch nicht pauschal eingeschränkt werden.
Diese Petition steht für Vernunft, Verantwortung und einen respektvollen Umgang mit Mensch und Tier – weltweit.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
03.01.2026
Sammlung endet:
02.07.2026
Region:
Europäische Union
Kategorie:
Tierschutz
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