Neuigkeiten
-
Nachricht zu einer abgeschlossenen Petition
am 27.11.2025Liebe Unterstützende,
Eine Meldepflicht soll für jeden gelten, der beruflich Saatgut oder Pflanzgut produziert und verkauft, so plant es die EU derzeit mit einer Saatgutrechtsreform. Vorgesehen ist außerdem jede Menge neue Bürokratie, zum Beispiel würde man zu Saisonbeginn anmelden müssen, welche Menge Saatgut von welcher Art man produzieren und verkaufen möchte. Und noch vieles mehr. Das würde die meisten der kleinen Betriebe, die Vielfalt erhalten, völlig überfordern. Sie würden ihr Angebot reduzieren, verteuern, und jeder siebte würde schliessen. Das hat eine Umfrage von Arche Noah ergeben.
Auch wenn HobbygärtnerInnen nicht direkt betroffen seien, wie die EU-Kommission oft betont, würden sie dennoch durch die neue Bürokratie indirekt betroffen, weil sie ihr Saatgut in der Regel bei den kleinen Vielfaltsbetrieben kaufen, zum Beispiel auf Saatgutfestivals oder bei Bildungsveranstaltungen.
Für den Ökolandbau konnten seit einigen Jahren Ökosorten zugelassen werden, dadurch hat sich die Ökoüchtung weiter entwickelt. Ihre Sorten sind nicht einheitlich und unveränderlich, sondern vielfältig und anpassungsfähig! Das wird in den Rechtsentwürfen nicht etwa weiter verbessert, sondern als "Ausnahme" behandelt und infragegestellt. Neu gezüchtete Ökosorten nur an Hobbygärtnernde verkaufen zu dürfen, das macht doch keinen Sinn! Das Saatgut von Vielfaltssorten nur in der Ursprungsregion zu produzieren, ist wenn die Herkunft der Sorte überhaupt bekannt ist, im Klimawandel sinnlos.
Die Vereinten Nationen haben schon vor Jahrzehnten die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt als Ernährungsgrundlage für künftige Generationen vereinbart. Die EU-Saatgutrechtsreform wäre ein historischer Rückschlag für die Agrobiodiversität, für die Bemühungen der Weltgemeinschaft zu ihrer Erhaltung, und die Möglichkeiten der Europäischen Union zur Anpassung an die Klimakrise.
Dieser Tage entscheiden die EU-Agrarminister, ein sehr wichtiger Schritt im Gesetzgebungsverfahren.
Arche Noah fordert zusammen mit vielen anderen Organisationen
- Die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der lokal angepassten Kulturpflanzenvielfalt muss in den europäischen Saatgut-Gesetzen oberste Priorität haben.
- Völkerrecht sichern: Ernte, Weitergabe, Tausch und Verkauf von eigenem Saatgut müssen für Bäuer:innen und Gärtner:innen weiterhin legal möglich sein.
- Die Vermarktung von vielfältigen und lokal angepassten Sorten durch regionale Saatgut-Produzent:innen muss erleichtert werden.
- Neu zugelassene Sorten dürfen nicht von Pestiziden oder synthetischen Düngemitteln abhängig sein.
Bitte macht mit und unterschreibt die Petition "Hoch die Gabeln"
mitmachen.arche-noah.at/de/hoch-die-gabeln -
Nachricht zu einer abgeschlossenen Petition
am 28.09.2025Diese neue Petition wurde von Pola Krenkel und Nicole Schmitt initiiert– zwei jungen Bäuerinnen aus Bayern:
weact.campact.de/petitions/neue-gentechnik-wahlfreiheit-sichern-risiken-vermeiden
Die EU ringt weiter darum, die bewährten Regeln bei neuer Gentechnik abzuschaffen. Dabei steht die Wahlfreiheit von uns allen auf dem Spiel, denn wenn Verbraucher*innen nicht mehr erkennen können, wo Gentechnik drin steckt, können sie nicht mehr frei wählen. Kommt das geplante Gesetz so durch, wird eine gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung für viele Bäuerinnen und Bauern sehr schwierig oder nur noch mit extrem hohen Kosten möglich sein.
Auf EU-Ebene sollen geltende Standards wie die Kennzeichnung abgeschafft werden. So könnten wir uns nicht mehr entscheiden, ob wir Gentechnik-Pflanzen essen wollen oder nicht. Das betrifft Millionen Menschen in Europa ganz direkt.
Aber es ist noch nicht zu spät! Die geltenden Standards und bewährten Gentechnik-Regelungen müssen erhalten werden. Unterstütze uns dabei. Unterschreibe die Petition und teile sie!
Wir sind zwei Bäuerinnen aus Bayern und haben uns bewusst für die Produktion von gentechnikfreien Lebensmittel entschieden. Dafür brauchen wir wirksame Schutzmöglichkeiten vor Verunreinigungen und Haftungsregelungen. Sollte es keine Kennzeichnungspflicht mehr geben, wird Menschen im Supermarkt die Wahlfreiheit genommen: Sie sehen nicht mehr, was gentechnisch verändert wurde und was nicht. ... -
Nachricht zu einer abgeschlossenen Petition
am 23.04.2024Liebe FreundInnen der landwirtschaftlichen Vielfalt,
Heute 23.4. Debatte zum Saatgutrecht voraussichtlich gegen 21 Uhr multimedia.europarl.europa.eu/en/webstreaming/plenary-session_20240423-0900-PLENARY oder
acs.europarl.connectedviews.eu/meeting/55c4b38f-2638-4bbb-c31a-08dc5d3777f7/view
Tagesordnung: www.europarl.europa.eu/doceo/document/OJQ-9-2024-04-23_EN.html
Morgen 24.4. Abstimmung zum Saatgutrecht 12-13 Uhr
multimedia.europarl.europa.eu/en/webstreaming/plenary-session_20240424-0900-PLENARY
Die Voting List ist hier: www.europarl.europa.eu/sedcms/votingList/(A9-0149_2024).pdf
Ca 50 Punkte sind auf der Liste, weil sie sehr kontrovers sind.
Zu etwa der Hälfte der Punkte ist namentliche Abstimmung, d.h. anschließend kann man nachlesen, wer wie gestimmt hat .
Tagesordnung: www.europarl.europa.eu/doceo/document/OJQ-9-2024-04-24_EN.html
Debatte und Abstimmung sind simultanübersetzt, siehe Kopfhörer-Zeichen.
Debatte und Abstimmung kann man auch später im nachhören, aber evtl nur englisch.
Es wird extrem knapp. Jede Email und jeder Anruf zählt!
Anbei nochmal das Schreiben und die Adressliste. Wer sie nicht findet, bitte email an gura@posteo.de
Susanne Gura
Mitglied des Vorstands/Board member
Dachverband Kulturpflanzen- und Nutztiervielfalt e.V.