PRESSEAUSSENDUNG der Gemeinderatsfraktionen von SPÖ, Grüne und FPÖ Scharnsteins
Flugrettung sichern, Natur schützen: Mehr als 1.200 Stimmen gegen den Heliport „In der Wies“ – Ja zum Rettungshubschrauber am bestehenden Flugfeld!
SPÖ, Grüne und FPÖ in Scharnstein beziehen klar Stellung: Die Flugrettung soll dauerhaft am bestehenden Flugfeld gesichert werden – ohne kommerzielle Erweiterung zum „Heliport Almau“ in der Wies.
„Wir wollen eine verlässliche, gemeinwohlorientierte Flugrettung am bestehenden Flugfeld – und keinen kommerziellen Hubschrauberbetrieb in der Wies. Rettung ist Daseinsvorsorge, kein Geschäftsmodell.“
Sachverhalt: Die Befürworter des „Heliports Almau“ in der Wies, einer Waldlichtung auf dem Bäckerberg, behaupten, damit das Flugrettungssystem in Oberösterreich sicherzustellen. Die Behauptung, nur dieses Projekt sichere die Flugrettung, teilen wir nicht. Die Stellvertreterin des Landeshauptmannes, ÖVP-Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander, bestätigte erst kürzlich gegenüber dem ORF, dass „die Versorgung der Bevölkerung mit Rettungshubschrauberflügen gewährleistet ist“ - auch ohne private Anbieter. Seit fast zehn Jahren hat der private Rettungshubschrauber „Martin 3“, betrieben von der Heli Austria GmbH in St. Johann im Pongau, seinen Stützpunkt auf dem Scharnsteiner Flugplatz und kann von dort starten. Damit leistet er selbstverständlich einen wichtigen und wertvollen Beitrag zur Flugrettung. Sollten allerdings zusätzliche Nutzungen wie Rundflüge, Schulungen oder Versorgungsflüge beabsichtigt sein, muss dies offen dargelegt werden. Es besteht die große Sorge, dass über den Rettungsbetrieb hinaus weitere Flugnutzungen möglich werden könnten. Warum auf einer Waldlichtung mit schlechter Straßenanbindung auf dem Bäckerberg? Es braucht volle Transparenz darüber, welche wirtschaftlichen Interessen mit dem Projekt verbunden sind.
Breiter Bürgerwille: 1200 klare Stimmen
Anders als von Heli Austria öffentlich dargestellt, besteht ein „breiter Rückhalt der Bevölkerung“ für einen geplanten Heliport in der Wies aus unserer Sicht nicht. Rund 1.200 Bürgerinnen und Bürger haben sich gegen den Heliport und für eine gemeinnützig ausgerichtete Lösung am bestehenden Flugfeld ausgesprochen.
Der Gemeinderat hat das Projekt in der Wies mehrheitlich abgelehnt; die ÖVP-Fraktion hat sich der Stimme enthalten.
Transparenz bei wirtschaftlichen Interessen Wo politische Verantwortung, Grundeigentum und wirtschaftliche Interessen zusammentreffen könnten, braucht es besondere Transparenz. Die Gemeindebürgerinnen und -bürger haben ein Recht zu erfahren:
welche Pacht- bzw. Nutzungsvereinbarungen für die Projektflächen vorgesehen sind,
welche Unternehmen konkret eingebunden sind,
und wie Interessenkonflikte ausgeschlossen werden.
Keine Naturzerstörung für kommerzielle Interessen Natur- und Flächenverbrauch: Der Heliport würde wertvolle Grünlandflächen versiegeln und den Artenschutz gefährden – mitten in sensibler Natur.
Es besteht die Sorge, dass der Standort über den Rettungsbetrieb hinaus für weitere Flugbewegungen genutzt, und dadurch mehr Lärmbelastung entstehen könnte.
Unsere gemeinsame Linie
Flugrettung am bestehenden Flugfeld: ja.
Gemeinnütziger Flugrettungspartner: ja.
Zerstörung und Versiegelung der Wies: nein.
Kommerzielle Flugdienste und zusätzliche Lärmbelastung im Almtal: nein.
„Flugrettung braucht keinen Heliport in der Wies. Sicherheit für unsere Bevölkerung UND Naturschutz MÜSSEN GEMEINSAM möglich sein!“
Diese Presseaussendung ist von den SPÖ, Grüne und FPÖ Fraktionsobleuten des Gemeinderates Scharnstein gezeichnet.
Das Land sieht die Flugrettungsversorgung auch ohne Martin 3 gesichert. Die ASKÖ will die Flugrettung am bestehenden Flugfeld erhalten. Damit fällt die bisherige Rechtfertigung für den privaten Heliport in der Wies endgültig weg.
Scharnstein, 17. Juli 2026
Die Aussagen von Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander schaffen Klarheit: Martin 3 wird von einem privaten Unternehmen betrieben. Das Land Oberösterreich greift in den Streit zwischen Heli Austria und der ASKÖ nicht ein, weil es sich um ein privates Angebot handelt. Gleichzeitig erklärt Haberlander, dass die Flugrettungsversorgung der Bevölkerung durch die bestehenden Christophorus-Hubschrauber gesichert ist.
Damit ist klar: Die öffentliche Flugrettung in Oberösterreich hängt weder von Martin 3 noch von einem neuen Heliport in der Wies ab. Der Bericht enthält keine Zusage, Scharnstein verbindlich in das offizielle oberösterreichische Flugrettungssystem aufzunehmen. Das Land behandelt Martin 3 vielmehr als privates Angebot und sieht die Versorgung auch dann als gesichert an, wenn dessen Zukunft in Scharnstein offen bleibt.
Haberlander bestätigt unsere Kernforderung Die Bürgerinitiative fordert seit Monaten: Entweder wird Scharnstein verbindlich in das öffentliche Flugrettungssystem aufgenommen – oder der weiterhin geplante private Heliport in der Wies muss einer förmlichen und transparenten UVP-Feststellung unterzogen werden. Ein privates unternehmerisches und kommerzielles Hubschrauberangebot darf nicht unter dem Schlagwort „Flugrettung“ zur Rechtfertigung für Naturzerstörung, Grünlandversiegelung und zusätzlichen kommerziellen Hubschrauberlärm im Almtal werden.
Bürgermeister Raffelsberger muss zu seinem Wort stehen Bürgermeister Rudolf Raffelsberger hat uns schriftlich erklärt (siehe beigeschlossenes Dokument), die Frage einer UVP-Feststellung stelle sich für ihn derzeit nicht, wenn Martin 3 am bestehenden Flugfeld bleiben könne. Er stellte unmittelbar zuvor ausdrücklich auf die weitere Stationierung von Martin 3 ab und verband damit seine ablehnende Haltung zur UVP-Forderung. Jetzt ist genau diese Voraussetzung nicht mehr gegeben: Die ASKÖ will den Flugrettungsstandort erhalten, sucht aber einen anderen Betreiber. Martin 3 ist am Flugfeld nicht dauerhaft abgesichert.
Gleichzeitig hält Heli Austria am Standort Wies als Alternative fest.
Wenn Martin 3 nicht am Flugfeld bleibt und Heli Austria die Wies weiterverfolgt, muss Raffelsberger zu seinem Wort stehen: Jetzt ist die UVP-Feststellung einzufordern. Auch kann sich die ÖVP Fraktion im Gemeinderat nicht mehr dieser Forderung entschlagen. Als Bürgermeister und Landtagsabgeordneter muss er Heli Austria beziehungsweise die Projektseite öffentlich auffordern, ein UVP-Feststellungsverfahren zu beantragen. Und er muss den Oö. Umweltanwalt ersuchen, eine förmliche UVP-Klärung zu beantragen oder aktiv herbeizuführen. Gleichzeitig widerspricht Haberlander dem von Bürgermeister Rudolf Raffelsberger erweckten Eindruck, Martin 3 beziehungsweise der Standort Scharnstein sei bereits Teil des oberösterreichischen Flugrettungssystems. Raffelsberger hatte erklärt, Scharnstein solle „auch künftig“ ein wichtiger Bestandteil dieses Systems bleiben; Haberlander stellt nun klar, dass Martin 3 ein privates Angebot ist das NICHT Teil des oberösterreichischen Flugrettungssystems ist.
Wer Flugrettung will, muss die ASKÖ unterstützen Die ASKÖ erklärt unmissverständlich, dass es am bestehenden Flugfeld auch künftig einen Rettungshubschrauber geben soll – nur mit einem anderen Betreiber. Wenn es Bürgermeister Raffelsberger tatsächlich um die Versorgung der Bevölkerung und nicht um einen bestimmten privaten Anbieter geht, muss er diese Initiative mit offenen Armen begrüßen. Warum sollte Flugrettung in Scharnstein nur mit Heli Austria möglich sein, wenn die ASKÖ den Standort ausdrücklich für einen neuen Flugrettungspartner erhalten will?
Die Bürgerinitiative fordert daher:
Volle Unterstützung für die ASKÖ bei der Ansiedlung eines zur gemeinnützigen Struktur des Flugfelds passenden Flugrettungspartners.
Eine öffentliche Korrektur des Eindrucks, Scharnstein sei bereits verbindlicher Bestandteil des offiziellen OÖ-Flugrettungssystems.
Eine klare Aufforderung an Heli Austria und den Oö. Umweltanwalt, bei Weiterverfolgung der Wies eine förmliche UVP-Feststellung herbeizuführen.
Flugrettung am bestehenden Flugfeld: ja. Privater Heliport in der Wies ohne UVP-Feststellung: nein.
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, zwei aktuelle Medienberichte beschäftigen sich mit der Beendigung des bisherigen Pachtverhältnisses zwischen der ASKÖ und dem Betreiber des Rettungshubschraubers „Martin 3“. TIPS und ORF.
Die ASKÖ hat klar erklärt: Der Flugrettungsstandort Scharnstein soll erhalten bleiben, ein neuer Partner wird gesucht. Es geht daher nicht um das Ende der Flugrettung, sondern um einen Betreiberwechsel am bestehenden Flugfeld.
Umso auffälliger ist, dass weder der Tips- noch der ORF-Bericht das geplante Heliportprojekt „In der Wies“ erwähnt. Dabei ist dieses Projekt durch behördliche Unterlagen und Vorbesprechungen längst belegt.
Würde der Heliport in der Wies gebaut, könnten in Scharnstein in nur rund 4,5 Kilometern Entfernung ein Rettungshubschrauberflughafen und ein privater Hubschrauberflughafen bestehen. Ohne Mitsprache von Gemeinde und Bürgern.
Das Luftfahrtgesetz kennt keine Bedarfsprüfung. Auch das UVP-Gesetz fragt nicht, ob zwei Standorte sinnvoll sind. Zu hoffen ist, dass im UVP-Feststellungsverfahren geprüft wird, ob die Behauptung des Projektwerbers glaubwürdig ist, der große neue Heliport in der Wies werde überwiegend für Rettungs- und Ambulanzflüge genutzt.
Denn wenn am bestehenden Flugfeld weiterhin ein Rettungshubschrauber operiert und Oberösterreich zusätzlich über eine 24-Stunden-Flugrettung verfügt, stellt sich eine einfache Frage: Woher sollen die vielen Rettungs- und Ambulanzflüge kommen, mit denen der zweite große Hubschrauberflughafen in der Wies, in nur 4,5 Kilometern Entfernung überwiegend betrieben werden soll?
Genau deshalb hat der Gemeinderat von Scharnstein eine UVP-Feststellung gefordert. Diese Forderung ist jetzt wichtiger denn je. Die UVP-Feststellung kann aber nur politisch und mit Druck durch die Bevölkerung durchgesetzt werden.
Bemerkenswert ist: Die ÖVP hat diese Forderung im Gemeinderat nicht unterstützt. Gleichzeitig warnt sie öffentlich vor einer angeblichen Gefährdung der Flugrettung, obwohl die ASKÖ deren Fortführung ausdrücklich angekündigt hat.
Die entscheidende Frage lautet daher: Geht es der ÖVP wirklich um die Flugrettung?
Unsere Position bleibt klar: Flugrettung in Scharnstein: Ja. Fortführung am bestehenden Flugfeld: Ja. Panikmache über einen angeblich verlorenen Rettungshubschrauber: Nein. Zwei Hubschrauberflugplätze im Abstand von rund 4,5 Kilometern in Scharnstein: Nein. Zerstörung der Wies für einen zusätzlichen privaten Heliport: Nein.
Die Bürgerinitiative „Rettet die Wies“ zeigt sich über die aktuelle mediale Zuspitzung rund um den Flugrettungsstandort Scharnstein irritiert.
Nach der uns vorliegenden Anfrage der Tips-Redaktion hat Bürgermeister Rudolf Raffelsberger die angebliche Kündigung des Pachtvertrages an die Medien herangetragen — und das offenbar noch vor Ablauf jener Frist, innerhalb der der ASKÖ Flugsportverein dem bisherigen Betreiber eine einvernehmliche Trennung mit ausreichender Umstellungsfrist angeboten hatte. Gerade das ist aus unserer Sicht der zentrale Punkt: Wenn während einer noch laufenden Lösungsfrist der Weg über die Medien gesucht wird, trägt das nicht zur Beruhigung bei, sondern verschärft die Situation. Es entsteht der Eindruck, dass die Bevölkerung unter Druck gesetzt werden soll: Entweder Heli Austria bekommt die Wies — oder die Flugrettung ist gefährdet.
Diese Darstellung weisen wir entschieden zurück. Der ASKÖ hat klar erklärt, dass die Nutzung des bestehenden Flugfeldes für einen Rettungshubschrauber auch künftig möglich sein wird. Damit ist klar: Flugrettung in Scharnstein ist nicht an einen neuen privaten Heliport in der Wies gebunden.
Problematisch ist auch, dass der Bürgermeister in seiner Aussendung Martin 3 praktisch mit der Flugrettung selbst gleichsetzt. Dadurch entsteht der Eindruck, als gäbe es nur diesen einen privaten Betreiber. Das vermittelt ein falsches Bild. Flugrettung in Oberösterreich ist Teil der öffentlichen Notfallversorgung und darf nicht auf die Interessen eines einzelnen Unternehmens verengt werden. Am bestehenden Flugfeld ist eine gemeinnützige Flugrettungslösung möglich. Was dort offenbar nicht möglich ist, sind die weitergehenden wirtschaftlichen Pläne, die Heli Austria mit einer neuen Heliport-Infrastruktur in der Wies verfolgen könnte.
Die Bürgerinitiative sagt daher klar: Flugrettung im Almtal: ja. Gemeinnützige Lösung in Scharnstein: ja. Mediale Eskalation und Angstkampagne: nein. Zerstörung der Wies für private Hubschrauberinteressen: nein.
Die Bevölkerung darf nicht vor die falsche Wahl gestellt werden: Rettung oder Wies.
Die richtige Frage lautet: Braucht die Flugrettung wirklich die Wies — oder braucht ein privater Betreiber die Wies für seine wirtschaftlichen Pläne?
Klarstellung der Bürgerinitiative „Rettet die Wies“ zum Artikel in der Tips:
Der Bürgermeister stellt aus unserer Sicht die falschen Fragen an die falschen Adressen.
Nicht der ASKÖ und nicht die SPÖ gefährden eine echte Flugrettungslösung für das Almtal. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Warum soll ein bestehender, seit 2017 funktionierender Flugrettungsstandort nicht am bestehenden Flugfeld weiterentwickelt werden, sondern stattdessen ein neuer privater Heliport in der Wies entstehen?
Wenn der Bürgermeister volle Transparenz will, dann sollte diese Transparenz dort beginnen, wo die entscheidenden Fragen liegen:
Welche konkreten Investitionen hat Heli Austria am bestehenden Flugfeld verlangt?
Sind diese Forderungen mit einem einfachen Flugrettungsstandort vereinbar?
Warum sollte eine gemeinnützige Flugrettung am bestehenden Flugfeld nicht weiterhin möglich sein?
Und welche zusätzlichen wirtschaftlichen Nutzungen sind am geplanten Heliport in der Wies vorgesehen?
Problematisch ist auch, dass der Bürgermeister in seiner Aussendung Martin 3 praktisch und faktisch mit der Flugrettung selbst gleichsetzt. Damit entsteht der Eindruck, als gäbe es für Scharnstein nur eine einzige Lösung — nämlich genau jenen kommerziellen Betreiber, der gleichzeitig einen neuen Heliport in der Wies verfolgt.
Das vermittelt ein falsches Bild.
Die Flugrettung in Oberösterreich ist ihrem Wesen nach eine Aufgabe der öffentlichen Gesundheits- und Notfallversorgung. Sie darf nicht auf die Interessen eines einzelnen privaten Betreibers verengt werden. Wir brauchen im Almtal eine gemeinnützige, transparente und dauerhaft abgesicherte Flugrettungslösung — nicht zwingend eine Lösung nach den wirtschaftlichen Vorstellungen von Heli Austria.
Genau hier liegt aus unserer Sicht der Kern der Sache: Am bestehenden Flugfeld ist eine gemeinnützige Flugrettung möglich. Was dort offenbar nicht möglich ist, sind die hochfliegenden wirtschaftlichen Ausbaupläne, die Heli Austria mit einer neuen privaten Heliport-Infrastruktur in der Wies verfolgen könnte.
Ein gemeinnütziger Flugsportverein kann und darf nicht dafür verantwortlich gemacht werden, private Infrastrukturwünsche eines Hubschrauberunternehmens zu finanzieren oder abzusichern. Wenn es um eine echte Flugrettungslösung geht, vertrauen wir darauf, dass der ASKÖ weiß, wie wichtig ein Rettungshubschrauber für das Almtal ist.
Sollte die Kündigung des Pachtvertrags tatsächlich stimmen, gehen wir daher davon aus, dass der ASKÖ nicht die Flugrettung gefährdet, sondern eine saubere, gemeinnützige und tragfähige Lösung ermöglichen will — und nicht eine vorgeschobene Lösung, bei der am Ende massive wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen.
Wir sagen klar: Flugrettung für das Almtal: ja. Gemeinnützige Lösung in Scharnstein: ja. Zerstörung der Wies für private Hubschrauberinteressen: nein.
Die Bevölkerung darf nicht vor die falsche Wahl gestellt werden: Wies oder Rettung.
Die richtige Frage lautet: Braucht die Flugrettung wirklich die Wies — oder braucht ein privater Betreiber die Wies für seine wirtschaftlichen Pläne?
Gestern Abend wurde im Gemeinderat Scharnstein ein wichtiger Schritt gesetzt: Der Dringlichkeitsantrag zum geplanten Heliport Almau „In der Wies“ wurde mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ und Grünen mehrheitlich beschlossen. Die ÖVP enthielt sich geschlossen.
Besonders wichtig ist für uns Punkt 1 des Beschlusses: Der Gemeinderat hält fest, dass er sich auf Basis des derzeitigen Informationsstandes gegen das geplante Heliport-Vorhaben in der Wies ausspricht. Gleichzeitig wird verlangt, dass die Standortgemeinde ihre rechtlich abgesicherte Mitsprache erhält und vor jeder Bewilligung eine förmliche, überprüfbare UVP-Klärung erfolgt.
Damit stößt der Gemeinderat in dasselbe Horn wie die Bürgerinitiative Rettet die Wies.
Unsere Haltung war von Anfang an klar:
Flugrettung ja. Aber kein neuer Heliport in der Wies.
Denn nach den uns vorliegenden Informationen war und ist ein Flugrettungsstützpunkt am bestehenden Flugfeld Scharnstein möglich. Genau das hat auch der ASKÖ klar zum Ausdruck gebracht: Das bestehende Flugfeld war nie das eigentliche Problem. Ein Flugrettungsstützpunkt kann dort auf Verantwortung der Martin Flugrettung bzw. Heli Austria jederzeit errichtet und weitergeführt werden.
Wenn Flugrettung am bestehenden Flugfeld möglich ist, dann braucht es für die Rettung keine Zerstörung der Wies.
Aus unserer Sicht geht es daher nicht um die Frage „Rettung oder Natur“. Diese Gegenüberstellung ist falsch. Es geht um die Frage, ob eine hochwertige Naturfläche und die Lebensqualität der Bevölkerung für wirtschaftliche Standortinteressen eines privaten Hubschrauberunternehmens geopfert werden sollen.
Genau das lehnen wir ab.
Ein neuer Heliport in der Wies würde nicht nur Natur zerstören, sondern auch eine unerträgliche zusätzliche Umweltbelastung für die Menschen im Almtal bringen: mehr Lärm, mehr Eingriffe, mehr Verkehr, mehr Versiegelung und die Gefahr einer dauerhaft erweiterbaren Hubschrauberinfrastruktur.
Der Gemeinderatsbeschluss ist deshalb ein starkes Signal: Die Gemeinde darf nicht zuschauen, bis Fakten geschaffen werden. Sie muss ihre Rechte rechtzeitig sichern.
Wir danken allen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten, die diesen Beschluss ermöglicht haben.
Die Wies darf nicht für wirtschaftliche Interessen geopfert werden.
Ein Flüchtigkeitsfehler hat sich in der heutigen Aussendung eingeschlichen; der Absatz müsste heißen:
"Genau hier passen auch die bisherigen Aussagen ins Bild: Roy Knaus spricht von Verdrängungswettbewerb. Florian Huemer spricht von fast zehn Jahren intensiver Aufbauarbeit und erheblichen finanziellen Investitionen und von Stimmen, die eine Einbindung von Mitbewerbern ins Spiel bringen. Florian Huemer meint "aus Sicht von Roy Knaus ist dies – gerade nach einer derart langen und wirtschaftlich herausfordernden Aufbauphase - nicht fair und schwer nachvollziehbar". Und selbst die Umweltbehörde hat uns Projektunterlagen mit dem Hinweis auf wirtschaftlich sensible Informationen, Wettbewerbsnachteile und berechtigte wirtschaftliche Interessen vorenthalten."
Wir veröffentlichen heute mit Zustimmung des ASKÖ einen Auszug aus dem Schreiben des ASKÖ an Heli Austria/Martin Flugrettung.
Dieses Schreiben ist aus unserer Sicht ein Schlüssel zum Verständnis der ganzen Causa „Wies“.
Denn es zeigt: Das bestehende Flugfeld Scharnstein war und ist nicht das Problem. Der ASKÖ hält ausdrücklich fest, dass die Verantwortlichen am Standort Scharnstein grundsätzlich die Voraussetzungen geschaffen haben, damit die Flugrettung auf dem bestehenden Areal einen Stützpunkt errichten kann. Eine entsprechende Entwicklung auf eigene Rechnung und Verantwortung der Martin Flugrettung GmbH wäre aus Sicht des ASKÖ jederzeit möglich gewesen – und ist auch weiterhin möglich.
Was der ASKÖ aber ebenso klar sagt: Als gemeinnützige Organisation kann und darf der Verein nicht die Kosten für einen Um- oder Ausbau in der von Heli Austria geforderten Größenordnung tragen. Der ASKÖ unterliegt Gemeinnützigkeit und Förderbestimmungen. Er ist kein privater Infrastrukturfinanzierer für ein kommerzielles Hubschrauberunternehmen.
"Keiner der uns bekannten Rettungshubschrauberstützpunkte in Österreich auf einem bestehenden Zivilflugplatz wurde vom Halter des Flugplatzes errichtet und / oder finanziert - das ist Aufgabe des Betreibers. Wir haben 2017 bei der Errichtung des Stützpunktes alles das zur Verfügung gestellt, was wir konnten - das ist mehr als an anderen Standorten üblich ist"
Damit liegt für uns der eigentliche Kern offen auf dem Tisch.
Es geht nicht darum, ob Flugrettung am bestehenden Flugfeld möglich ist, weil sie das ímmer war und weiterhin auch ist. Es geht darum, dass kommerzielle Hubschrauberdienste wie Vergnügungsflüge, Transportflüge mit schwerem Gerät, Flugschule etc. am Flugfeld von Scharnstein nicht möglich sind.
Genau hier passen auch die bisherigen Aussagen ins Bild: Roy Knaus spricht von Verdrängungswettbewerb. Florian Huemer spricht von fast zehn Jahren intensiver Aufbauarbeit und erheblichen finanziellen Investitionen und von Stimmen, die eine Einbindung von Mitbewerbern ins Spiel bringen. Aus seiner Sicht ist dies – gerade nach einer derart langen und wirtschaftlich herausfordernden Aufbauphase - nicht fair und schwer nachvollziehbar. Und selbst die Umweltbehörde hat uns Projektunterlagen mit dem Hinweis auf wirtschaftlich sensible Informationen, Wettbewerbsnachteile und berechtigte wirtschaftliche Interessen vorenthalten.
Aber Rettung hat nichts mit Wirtschaft am Hut und schon gar nichts mit Wettbewerb.
Ein hilfloser Mensch, ob verletzt oder krank ist kein Kunde. Ein Notarzt hat keine Mitbewerber. Und ein Rettungshubschrauber darf nicht als Türöffner für ein privatwirtschaftliches Heliport-Projekt in der Wies verwendet werden.
Unsere Forderung war von Anfang an klar: Wenn Scharnstein für die öffentliche Flugrettung wirklich notwendig ist, dann soll der Standort verbindlich in das oberösterreichische Flugrettungssystem eingebunden werden – mit öffentlicher Absicherung, klarer Zweckbindung und einem gemeinnützigen Flugretter. Einem gemeinnützigen Flugretter, der auf jeden Fall am Flugfeld von Scharnstein in Kooperation mit dem ASKÖ operieren darf und kann. Ohne wenn und aber.
Was wir nicht akzeptieren: Dass die Bevölkerung vor die falsche Wahl gestellt wird – „Wies oder Rettungshubschrauber“ –, während gleichzeitig wirtschaftliche Interessen, Investitionen, Mitbewerber und mögliche Wettbewerbsnachteile eine zentrale Rolle spielen.
Das ASKÖ-Schreiben zeigt: Am bestehenden Flugfeld wäre Flugrettung weiterhin möglich. Was dort offenbar nicht möglich ist, ist die Durchsetzung einer privaten, wirtschaftlich nutzbaren Heliport-Infrastruktur auf Kosten eines gemeinnützigen Vereins.
Genau deshalb will Heli Austria aus unserer Sicht weg vom Flugfeld und in die Wies. Nicht weil Rettung dort unmöglich wäre.
Sondern weil die Wies wirtschaftlich mehr Möglichkeiten eröffnet.
Und genau deshalb sagen wir:
Flugrettung ja. Gemeinnützige, öffentlich abgesicherte Flugrettung ja. Aber kein privater Heliport in der Wies unter dem Deckmantel der Rettung. Rettung ist kein Geschäft. Und die Wies darf nicht für wirtschaftliche Hubschrauberinteressen geopfert werden.
Die Bürgerinitiative „Rettet die Wies“ richtet sich mit einem offenen Brief an Heli Austria. Viele Menschen im Almtal und in den umliegenden Gemeinden sind seit Bekanntwerden der Pläne für einen neuen Heliport in der Wies verunsichert. Besonders schwer wiegt die Sorge, dass Martin 3 aus Scharnstein abgezogen werden könnte, wenn dieses Projekt nicht umgesetzt wird. Unsere Haltung ist klar: Wir sind nicht gegen den Rettungshubschrauber. Wir wollen eine gesicherte Flugrettung für die Region. Aber wir wollen nicht, dass die Bevölkerung vor die falsche Wahl gestellt wird: „Wies oder Rettungshubschrauber“. Wenn das Projekt in der Wies tatsächlich ausschließlich oder überwiegend der Flugrettung dient, dann kann Heli Austria diese Bedenken mit zwei klaren Schritten ausräumen: durch ein förmliches UVP-Feststellungsverfahren oder durch eine verbindliche Einbindung des Standorts Scharnstein in das oberösterreichische Flugrettungssystem. Beides würde Transparenz schaffen. Beides würde zeigen, dass es nicht um eine kommerzielle Erweiterung unter dem Deckmantel der Flugrettung geht. Wir haben diesen offenen Brief auch an Bürgermeister Rudolf Raffelsberger übermittelt – mit der Bitte, diese Forderung nach Transparenz, öffentlicher Absicherung der Flugrettung und sachlicher Prüfung im Interesse der Bevölkerung zu unterstützen. Denn die Menschen in Scharnstein und im Almtal haben ein Recht auf Klarheit: Flugrettung ja. Transparenz ja. Schutz der Wies ja. Aber keine Entscheidung unter dem Druck einer falschen Alternative.
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer unserer Bürgerinitiative „Rettet die Wies“!
Es ist wieder Zeit, unsere Erkenntnisse der letzten Wochen mit euch zu teilen.
Die Unterlagen, die uns vorliegen, zeigen aus unserer Sicht klar: In der Wies geht es nicht nur um eine kleine Unterkunft für den Rettungshubschrauber. Es geht um einen erheblichen Eingriff in Natur, Landschaft und Wald — und um die Frage, ob unter dem Titel „Flugrettung“ eine eigenständige Heliport-Infrastruktur geschaffen werden soll.
Auch unser Gespräch mit der Oö. Umweltanwaltschaft war für uns ernüchternd. Nach übereinstimmender Wahrnehmung der sechs anwesenden Vertreterinnen und Vertreter unserer Bürgerinitiative fiel dort sinngemäß u.a. die Aussage: „Im Herbst 2027 sind Wahlen, da könnt ihr euer Problem lösen.“
Gerade diese Aussage zeigt aus unserer Sicht, dass es nicht nur um Behördenverfahren, sondern auch um politische Verantwortung geht. Umso wichtiger ist es, dass die Bevölkerung weiß, was in der Wies tatsächlich geplant ist und welche Entscheidungen jetzt getroffen oder unterlassen werden.
Zu unserem Brief an den Bürgermeister haben wir bisher keine inhaltliche Antwort auf unsere konkreten Fragen erhalten. Der Bürgermeister teilte uns lediglich mit, er werde „nichts unversucht lassen“, um eine „für alle möglichst tragfähige und akzeptable Lösung“ zu finden.
Wir nehmen diese Aussage zur Kenntnis. Aus unserer Sicht muss aber klar sein: Die Aufgabe eines Bürgermeisters ist es in erster Linie, die Interessen der Gemeinde und ihrer Bevölkerung zu vertreten. Eine Lösung darf daher nicht darin bestehen, die Schutzinteressen der Bevölkerung, den Erhalt der Wies und wirtschaftliche Einzelinteressen privater Projektbetreiber oder Grundeigentümer gleichrangig nebeneinanderzustellen.
Was wir erwarten, ist eine Lösung, die die Bevölkerung, den Schutz der Wies und die langfristige Sicherung der Flugrettung in den Mittelpunkt stellt. Dazu gehört aus unserer Sicht vor allem, ernsthaft zu prüfen, wie die Bedingungen für die Flugretter am bestehenden Flugfeld verbessert werden können — ohne dafür eine wertvolle Naturfläche zu zerstören und rund 2,5 Hektar Wald zu roden.
Bitte helft mit, diese Information weiterzuverbreiten. In Gesprächen merken wir immer wieder, dass vielen Menschen weder das Ausmaß des geplanten Eingriffs noch die offenen Fragen zur Notwendigkeit einer Verlegung vom bestehenden Flugfeld wirklich bekannt sind.