09.07.2026, 13:12
Die Bürgerinitiative „Rettet die Wies“ zeigt sich über die aktuelle mediale Zuspitzung rund um den Flugrettungsstandort Scharnstein irritiert.
Nach der uns vorliegenden Anfrage der Tips-Redaktion hat Bürgermeister Rudolf Raffelsberger die angebliche Kündigung des Pachtvertrages an die Medien herangetragen — und das offenbar noch vor Ablauf jener Frist, innerhalb der der ASKÖ Flugsportverein dem bisherigen Betreiber eine einvernehmliche Trennung mit ausreichender Umstellungsfrist angeboten hatte.
Gerade das ist aus unserer Sicht der zentrale Punkt: Wenn während einer noch laufenden Lösungsfrist der Weg über die Medien gesucht wird, trägt das nicht zur Beruhigung bei, sondern verschärft die Situation. Es entsteht der Eindruck, dass die Bevölkerung unter Druck gesetzt werden soll: Entweder Heli Austria bekommt die Wies — oder die Flugrettung ist gefährdet.
Diese Darstellung weisen wir entschieden zurück.
Der ASKÖ hat klar erklärt, dass die Nutzung des bestehenden Flugfeldes für einen Rettungshubschrauber auch künftig möglich sein wird. Damit ist klar: Flugrettung in Scharnstein ist nicht an einen neuen privaten Heliport in der Wies gebunden.
Problematisch ist auch, dass der Bürgermeister in seiner Aussendung Martin 3 praktisch mit der Flugrettung selbst gleichsetzt. Dadurch entsteht der Eindruck, als gäbe es nur diesen einen privaten Betreiber. Das vermittelt ein falsches Bild. Flugrettung in Oberösterreich ist Teil der öffentlichen Notfallversorgung und darf nicht auf die Interessen eines einzelnen Unternehmens verengt werden.
Am bestehenden Flugfeld ist eine gemeinnützige Flugrettungslösung möglich. Was dort offenbar nicht möglich ist, sind die weitergehenden wirtschaftlichen Pläne, die Heli Austria mit einer neuen Heliport-Infrastruktur in der Wies verfolgen könnte.
Die Bürgerinitiative sagt daher klar:
Flugrettung im Almtal: ja.
Gemeinnützige Lösung in Scharnstein: ja.
Mediale Eskalation und Angstkampagne: nein.
Zerstörung der Wies für private Hubschrauberinteressen: nein.
Die Bevölkerung darf nicht vor die falsche Wahl gestellt werden: Rettung oder Wies.
Die richtige Frage lautet: Braucht die Flugrettung wirklich die Wies — oder braucht ein privater Betreiber die Wies für seine wirtschaftlichen Pläne?