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Scharnstein, am 6.4.2026
Die Bürgerinitiative „Rettet die Wies“ richtet einen öffentlichen Appell an Bürgermeister Rudolf Raffelsberger und betont die Notwendigkeit einer dauerhaft gesicherten, öffentlich getragenen Flugrettung für die Region. Die Initiative warnt davor, die Bevölkerung vor eine künstliche Zwangslage zu stellen, wonach ein privater Heliport in der Wies alternativlos sei, um die Notarztversorgung aufrechtzuerhalten.
„Notarzt und Flugrettung sind öffentliche Daseinsvorsorge. Sie dürfen nicht von einem privaten Einzelprojekt abhängig gemacht werden“, heißt es seitens der Initiative. Entscheidend sei nicht, welcher Name auf dem Hubschrauber stehe, sondern dass die Versorgung verlässlich, gemeinnützig und dauerhaft im oberösterreichischen Rettungssystem verankert sei.
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Deutliche Mehrheit der Bevölkerung gegen Verlegung und Naturzerstörung
Die Bürgerinitiative hat die über 500 Kommentare von 1200 Onlineunterzeichner der Petition (neben mehr als 380 Unterschriften auf Papierlisten) ausgewertet. Das Ergebnis zeigt ein eindeutiges Meinungsbild:
• Fast 90% der Kommentare sprechen sich klar für den Erhalt der Wies aus.
• Knapp 40% betonen ausdrücklich, dass die Flugrettung am Flugfeld bleiben soll.
• Ebenso knapp 40% fordern beides gleichzeitig: den Schutz der Wies und den Erhalt des Rettungshubschraubers am bestehenden Standort.
Die Initiative sieht darin ein starkes Signal:
„Die Menschen wollen keine falsche Wahl zwischen Natur und Sicherheit. Sie wollen beides: eine funktionierende Flugrettung und den Schutz der Wies.“
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Politische Gestaltungskraft des Bürgermeisters im Fokus
Die Bürgerinitiative verweist darauf, dass Bürgermeister Raffelsberger nicht nur Gemeindeoberhaupt, sondern auch Landtagsabgeordneter der Regierungspartei ist und in mehreren landespolitischen Ausschüssen sitzt, die für Infrastruktur, Mobilität, Umwelt, Bauen und Naturschutz zuständig sind.
„Wer sowohl Bürgermeister als auch Landtagsabgeordneter ist, verfügt über politische Gestaltungskraft. Viele Menschen in Scharnstein erwarten, dass diese Kraft genutzt wird, um eine öffentliche Lösung für die Flugrettung zu ermöglichen“, so die Initiative.
Sollte sich bestätigen, dass Scharnstein ein medizinisch sinnvoller und wirtschaftlich tragfähiger Standort ist, wäre eine Einbindung in das offizielle oberösterreichische Flugrettungssystem aus Sicht der Initiative „nicht nur möglich, sondern Pflicht“. Außerdem könnte eine Integration des Standorts in das oberösterreichische Flugrettungssystem die vom Land getragenen Verlustabdeckungen erheblich entlasten, so die Bürgerinitiative.
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UVP Feststellung als notwendige Faktenprüfung
Die Initiative betont zudem, dass der Bürgermeister — dort, wo kommunale Materien wie Straßenrecht, Bauwesen oder Raumordnung betroffen sind — als mitwirkende Behörde im UVP Verfahren auftreten kann. Mitwirkende Behörden haben laut UVP Gesetz die Möglichkeit, eine UVP Feststellung einzufordern.
„Eine UVP Feststellung ist keine Blockade, sondern eine sachliche, unabhängige Prüfung aller relevanten Fakten. Genau diese Transparenz hat der Bürgermeister selbst öffentlich eingefordert“, erklärt die Initiative.
Die UVP Feststellung sei notwendig, um zentrale Fragen zu klären:
• Ist die Fläche „In der Wies“ geologisch geeignet?
• Ist die Erreichbarkeit über die bestehende Infrastruktur gewährleistet?
• Ist der Standort ökologisch vertretbar?
• Welche Auswirkungen hätte ein privater Heliport langfristig auf Naturraum, Verkehr und Lärmverschmutzung des Almtales?
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Keine falsche Zwangslage für die Bevölkerung
Die Bürgerinitiative warnt davor, die Diskussion auf eine vermeintliche Alternativlosigkeit zu reduzieren.
„Die Wahl ‚Wies oder kein Notarzt‘ ist eine künstliche Zuspitzung, die der Realität nicht entspricht. Die öffentliche Lösung und die UVP Feststellung sind zwei Wege, die diese Zwangslage auflösen können — und beide liegen im Verantwortungsbereich des Bürgermeisters“, heißt es in der Stellungnahme.
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Appell an Verantwortung und Transparenz
Die Initiative ruft den Bürgermeister dazu auf, an seinen eigenen öffentlichen Aussagen festzuhalten:
• dass das bestehende Flugfeld ein bewährter Standort ist,
• dass die Fläche „In der Wies“ problematisch ist,
• und dass Transparenz und Faktenprüfung notwendig sind.
„Wir erwarten keine politischen Kämpfe, sondern klare Schritte: Einsatz für die öffentliche Lösung und — falls diese nicht kommt — die Einforderung einer UVP Feststellung. Die Menschen in Scharnstein brauchen Sicherheit, nicht Unsicherheit“, so die Initiative abschließend. -
Nun, die Firma Heli-Austria schon, denn sonst könnte sie nicht von einem "Verdrängungswettbewerb" um einen Flugrettungsstandort reden…
Wir glauben, dass mit dem Elend von Menschen keine Geschäfte gemacht werden dürfen. Rettung ist kein Geschäft. Wenn jemand, der eine Flugrettung betreibt, von Verdrängungswettbewerb spricht, dann kann er nicht die Rettung meinen, dann kann es ihm nur um handfeste, kommerzielle Beweggründe rund um das Hubschraubertransportgeschäft gehen.
Unser Rettungssystem ist gut und gemeinnützig organisiert, so wie es sich gehört. Wenn wer im Zusammenhang mit diesem System von Verdrängungswettbewerb spricht, darf er nicht Teil dieses Systems sein.
Ja, eigentlich gehört schon eine gewisse Dreistigkeit dazu, es zu tun.
Genauso wie es dreist ist, den Rettungshubschrauber als Deckmantel für die Umgehung von Umweltauflagen zu benutzen. Und dabei ein Naturjuwel für immer zerstören und die Bevölkerung des Almtals in Geiselhaft zu nehmen will.
Und wie es dreist ist, vorzugeben, nichts von den Pachtkündigungen zu wissen obwohl der von ihm in Auftrag gegebene Flughafenplan seines Architekten den gekündigten Pächtern unter die Nase gehalten wurde. -
Bekanntgewordene Baupläne
am 01.03.2026Im Rahmen der Kündigung des landwirtschaftlichen Pachtvertrages des für den Hubschrauberflughafen vorgesehen Gründlandes wurde ein Bauplan zur Darstellung der Landinanspruchnahme übergeben. Dieser Plan hat die bisher von der Bürgerinitiative vermuteten Baupläne weit in den Schatten gestellt und für breites Entsetzen gesorgt.
Was bisher bekannt war
Der geplante Hubschrauberflughafen soll in einem geologisch instabilen Flyschhang, der vom Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft als Hinweisbereich für gravitative Massenbewegungen (Rutschungen) ausgewiesen ist, gebaut werden. Die Geländeform im Bereich des geplanten Flughafens zeigt konkave Hangstrukturen und wasserführende Rinnen, die typisch für instabile Hänge sind. Im Baufeld ist bereits ein Setzungsloch mit Hohlraum aufgetreten, das trotz Verfüllung erneut nachgibt. Darüber hinaus ist bekannt, dass Flyschrutschungen bei geringen Hangneigungen wie sie in der Wies vorzufinden sind, am häufigsten auftreten.
Diese Kombination ist in der Geotechnik als klassisches Risikoprofil für wiederkehrende Rutschmassen bekannt. Deshalb wäre ein Genehmigungsverfahren ohne umfassende Fachgutachten unverantwortlich.
Bisher bekannte Fakten
• Das Gebiet liegt in der Flyschzone, einem schichtigen, wasserempfindlichen Gesteinskomplex mit geringer Scherfestigkeit bei Durchfeuchtung
• Die konkave Hangform und die hangparallele Rinne im Baufeld sind typische Indikatoren für aktive und potenziell wiederkehrende Hangbewegungen
• Die wiederkehrende Senkung (2×3 m Hohlraum) ist ein eindeutiger Hinweis auf aktive Untergrundprozesse (Suffosion, Scherflächen, Hangkriechen)
Was aber unser Entsetzen verursacht
• Die enorme Größe des geplanten Bauprojektes und dessen horizontale Ausdehnung quer zum Hang über fast den gesamten Wiesenbereich der „Wies“
• Die vertikale Ausdehnung des geplanten Bauprojektes über mehr als 20 Höhenmeter
• Hanganschnitte sind im Flysch generell aus geotechnischer und hydrogeologischer Sicht extrem problematisch. Ein Hanganschnitt wie er in der „Wies“ geplant ist, würde die bestehende, natürlich entstandene Hangwasserführung der gesamten „Wies“ tiefgreifend, unumkehrbar und für immer zerstören, was zu einer Destabilisierung des Wasserhaushaltes des östlichen Einzugsgebietes des oberen Greisenbaches führen könnte, zumindest aber die gesamte „Wies“ geologisch destabilisiert
• Die vertikale Ausdehnung des geplanten Bauvorhabens bedingt eine Erdbewegung von ca.120.000 bis 150.000 m³, es würden hang- und talseitig 10 Meter hohe Böschungen entstehen, was wiederum eine irreversible Zerstörung des gesamten Landschaftsbildes mit sich bringen würde
• Es würden also ca. 1.8 ha „umgegraben“ um dann im Endausbau ca. 0,6 ha ebene Fläche für Landeplätze, Gebäude und Tankstation zu erhalten. Dieser größenwahnsinnige Bodenverbrauch (noch dazu im Grünland mit Artenschutzflächen) in einem Verhältnis von 1:3 (also 3 ha zerstören um 1 ha Bauland zu bekommen) macht fassungslos und schlägt dem Fass den Boden aus
Eigentlich hätten vor Aufnahme eines behördlichen Genehmigungsprozesses folgende Gutachten gemacht werden müssen:
• geotechnisches Gutachten (Bohrungen, Laborversuche, Tragfähigkeitsnachweise),
• hydrogeologische Untersuchung (Hangwasser, Schichtwasser, Piezometer),
• Hangstabilitätsberechnung (Bau- und Endzustand) auf Basis der Ergebnisse der Gutachten
• Untersuchung des Setzungsbereichs (Bohrung + Geophysik),
Nichts von dem ist geschehen!
Fassen wir den Irrsinn dieser Planung zusammen:
• Die Zerstörung von wertvollsten und behördlich dokumentierten Artenschutzflächen mit vom Aussterben bedrohten Pflanzen- und Tierarten,
• Ein extrem hohes Risiko von irreversiblen Umweltschäden (Stichwort: „Hydrogeologie des Flysch mit rezent aufgetretenen aktiven Untergrundprozessen“),
• Ein in keinem Verhältnis zum Flächengewinn stehender Bodenverbrauch,
• Eine großflächige Grünlandversiegelung,
• Ein Bauprojekt ohne jeglicher Infrastruktur wie Abwasserentsorgung, Trinkwasserversorgung, Feuerlöschteich, etc,
• Ein Hubschrauberflughafen mit unzureichender Zufahrtsmöglichkeit trotz der Notwendigkeit von dauerhaftem Schwerverkehr und hohem täglichen Verkehrsaufkommen inklusiver zeitkritischer Rettungsdienste (Stichwort: rutschgefährdeten Güterweg),
Deshalb fordert die BI ein Abweisen dieses Bauvorhabens durch die Behörden!
Ich bin am Bäckerberg aufgewachsen und bin daher der Meinung das dieses besondere
Stückerl pure Natur nich für ein solch fragwürdiges Projekt in Zeiten wie diesen einfach so geopfert wird.