07.07.2026, 10:00
Klarstellung der Bürgerinitiative „Rettet die Wies“ zum Artikel in der Tips:
Der Bürgermeister stellt aus unserer Sicht die falschen Fragen an die falschen Adressen.
Nicht der ASKÖ und nicht die SPÖ gefährden eine echte Flugrettungslösung für das Almtal. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Warum soll ein bestehender, seit 2017 funktionierender Flugrettungsstandort nicht am bestehenden Flugfeld weiterentwickelt werden, sondern stattdessen ein neuer privater Heliport in der Wies entstehen?
Wenn der Bürgermeister volle Transparenz will, dann sollte diese Transparenz dort beginnen, wo die entscheidenden Fragen liegen:
- Welche konkreten Investitionen hat Heli Austria am bestehenden Flugfeld verlangt?
- Sind diese Forderungen mit einem einfachen Flugrettungsstandort vereinbar?
- Warum sollte eine gemeinnützige Flugrettung am bestehenden Flugfeld nicht weiterhin möglich sein?
- Und welche zusätzlichen wirtschaftlichen Nutzungen sind am geplanten Heliport in der Wies vorgesehen?
Problematisch ist auch, dass der Bürgermeister in seiner Aussendung Martin 3 praktisch und faktisch mit der Flugrettung selbst gleichsetzt. Damit entsteht der Eindruck, als gäbe es für Scharnstein nur eine einzige Lösung — nämlich genau jenen kommerziellen Betreiber, der gleichzeitig einen neuen Heliport in der Wies verfolgt.
Das vermittelt ein falsches Bild.
Die Flugrettung in Oberösterreich ist ihrem Wesen nach eine Aufgabe der öffentlichen Gesundheits- und Notfallversorgung. Sie darf nicht auf die Interessen eines einzelnen privaten Betreibers verengt werden. Wir brauchen im Almtal eine gemeinnützige, transparente und dauerhaft abgesicherte Flugrettungslösung — nicht zwingend eine Lösung nach den wirtschaftlichen Vorstellungen von Heli Austria.
Genau hier liegt aus unserer Sicht der Kern der Sache: Am bestehenden Flugfeld ist eine gemeinnützige Flugrettung möglich. Was dort offenbar nicht möglich ist, sind die hochfliegenden wirtschaftlichen Ausbaupläne, die Heli Austria mit einer neuen privaten Heliport-Infrastruktur in der Wies verfolgen könnte.
Ein gemeinnütziger Flugsportverein kann und darf nicht dafür verantwortlich gemacht werden, private Infrastrukturwünsche eines Hubschrauberunternehmens zu finanzieren oder abzusichern. Wenn es um eine echte Flugrettungslösung geht, vertrauen wir darauf, dass der ASKÖ weiß, wie wichtig ein Rettungshubschrauber für das Almtal ist.
Sollte die Kündigung des Pachtvertrags tatsächlich stimmen, gehen wir daher davon aus, dass der ASKÖ nicht die Flugrettung gefährdet, sondern eine saubere, gemeinnützige und tragfähige Lösung ermöglichen will — und nicht eine vorgeschobene Lösung, bei der am Ende massive wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen.
Wir sagen klar:
Flugrettung für das Almtal: ja.
Gemeinnützige Lösung in Scharnstein: ja.
Zerstörung der Wies für private Hubschrauberinteressen: nein.
Die Bevölkerung darf nicht vor die falsche Wahl gestellt werden: Wies oder Rettung.
Die richtige Frage lautet: Braucht die Flugrettung wirklich die Wies — oder braucht ein privater Betreiber die Wies für seine wirtschaftlichen Pläne?