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Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Die Corona-Pandemie hat Studierende vor noch nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Die Distanzlehre hat an vielen Hochschulen im vergangenen Semester nur schlecht oder gar nicht funktioniert, sodass der Studienerfolg für viele Studierende ausblieb. Hinzu kommen finanzielle Belastungen, da ein Großteil der berufstätigen Studierenden (immerhin zwei Drittel aller Studierender in Österreich) ihre Arbeit verloren haben oder in Kurzarbeit weit weniger verdient haben. Dennoch mussten Studienbeiträge gezahlt und alle weiteren Lebenshaltungskosten weiterhin erbracht werden. Das letzte Semester stellte außerdem eine große psychische Belastung für viele Studierende dar.
Mit dem erneuten Lockdown wiederholen sich all diese Problematiken. Die Distanzlehre ist an den meisten Hochschulen noch immer auf einem Niveau, das eindeutig nicht zufriedenstellend ist und ein Studium mit zu erwartender Qualität nicht ermöglicht. Diverse studienrechtliche Voraussetzungen sowie Regelungen in studienrelevanten Fragen wie den Beihilfen erschweren das Vorankommen und die aktuelle Situation zusätzlich. Auch die finanzielle Belastung ist durch den erneuten Wegfall vieler Verdienstmöglichkeiten erneut groß und führt zu einer Prekarisierung der allgemeinen Situation von Studierenden.
Die GRAS (Grüne und Alternative Student_innen) fordert den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung daher auf, die notwendigen Schritte zu setzen, um Studierende in der aktuellen Situation bestmöglich zu unterstützen.
Wir fordern: Finanzielle Unterstützung
- Rückerstattung aller Studienbeiträge aus dem Sommersemester 2020 und dem Wintersemester 2020/21
- Einrichtung eines Fonds zur Unterstützung von Studierenden in finanziellen Notlagen
Beihilfen
- Verlängerung der Bezugsdauer der Familienbeihilfe
- Erweiterung der Toleranzsemester
- Wegfall der erforderlichen ECTS für den Bezug der Studienbeihilfe und des Selbsterhalterstipendiums
Distanzlehre
- Erarbeitung eines Konzepts zur digitalen Lehre mit Regelungen für faire online Prüfungen
- Unterstützung der Hochschulen bei der Durchführung von Schulungen für Lehrende
- Finanzielle Unterstützung zum Ausbau der digitalen Ausstattung an allen Hochschulen
Soziale Dimensionen
- Zur Verfügung stellen von Betreuungsmöglichkeiten für Kinder von Studierenden
- Ausbau der psychologischen Studierendenberatung an allen Standorten
Studienrechtliche Rahmenbedingungen Erarbeitung einer erneuten Verordnung, die die folgenden Punkte enthält:
- Einhaltung der drei Prüfungsantritte
- Abmeldung von prüfungsimmanenten Kursen ohne negative Konsequenzen
- Verlängerung der Nachfrist
- Verlängerung von auslaufenden Curricula
- Anrechnung von Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Corona-Krise
Der ganze Forderungskatalog ist hier zu finden: https://www.gras.at/wp-content/uploads/2020/11/Forderungskatalog_BMBWF.pdf
Orsak
Studierende sind ein essentieller Teil der österreichischen Gesellschaft. Wir sind über 370.000 Menschen, die jeden Tag an Österreichs Hochschulen ihre Studienleistung erbringen. Wir studieren, um Österreichs Zukunft mitzugestalten, um die Wissenschaft und Forschung voranzubringen und um gesellschaftliche Verantwortung zu tragen. Kurz gesagt: eine erfolgreiche Zukunft ist ohne uns nicht möglich.
Der Wissenschaftsminister vergisst die Hochschulen jedoch regelmäßig in seinen Pressekonferenzen und lässt bereits das zweite Semester ins Chaos laufen. Studierende geraten in finanziell prekärste Situationen und kommen in ihrem Studium nicht voran, weil die Distanzlehre nicht funktioniert. Das können wir nicht länger hinnehmen!
Der Wissenschaftsminiser muss jetzt handeln und das Semester retten!