Wie am 14.12. bekannt wurde, haben sich ÖVP und FPÖ auf die Einführung von flächendeckenden Studiengebühren geeinigt. Wir, die Österreichische Hochschüler_innenschaft, stellen uns entschieden gegen dieses Vorhaben, das sowohl aus sozialer als auch aus studienrechtlicher Sicht verantwortungslos wäre.

„Dass wir das Kapitel flächendeckender Studiengebühren noch nicht ein für alle Mal geschlossen haben, stellt dem Hochschulraum Österreich kein gutes Zeugnis aus“, zeigen sich Johanna Zechmeister, Hannah Lutz und Marita Gasteiger vom Vorsitzteam der ÖH-Bundesvertretung verständnislos.

Der Verwaltungsaufwand, der sich aus der Einführung solcher Gebühren ergeben würde, wäre enorm. Hinzu kommt, dass Österreichs Hochschultypen derzeit fünf unterschiedlichen Bundesgesetzen unterstellt sind, wodurch es gar nicht möglich wäre, die Einhebung, Verwaltung und Verwendung der Beiträge einheitlich zu regeln.

Razones

Neben den studienrechtlichen Aspekten bergen Studiengebühren fatale Folgen für Studierende mit sozioökonomisch schwächerem Hintergrund in sich. Ein Blick auf die Studierendensozialerhebung von 2002 zeigt, welche Konsequenzen die Einführung flächendeckender Gebühren damals hatte: Rund 45.000 Studierende mussten 2001 ihr Studium abbrechen, weil der finanzielle Druck zu groß für sie wurde. Auf die Lebensrealitäten von heute umgelegt, könnte diese Zahl noch drastisch ansteigen. Gerade im Bereich der Bildung sind Einsparungen ein fatales Signal an künftige Generationen. In einem Land wie Österreich, in dem Bildung zu den wichtigsten Ressourcen zählt, wäre die Einführung flächendeckender Studiengebühren eine Kapitulation vor den Herausforderungen des Hochschulbereichs.

Die ÖH will solide Vorschläge für eine Ausfinanzierung des Hochschulsektors liefern. Wir werden diese Vorschläge auch weiterhin an den Verhandlungstisch bringen, um Studierenden unabhängig ihrer sozialen Herkunft das Studierenden zu ermöglichen. Studiengebühren sind ein Schritt in die falsche Richtung!

  • Liebe Kolleg_in,
    wie du weißt, wollen die Bundesregierung und Bundesminister Faßmann Studiengebühren einführen. Es ist seit Jahren bekannt, was für fatale Auswirkungen das hätte: Als unter der letzten schwarz-blauen Regierung Studiengebühren eingeführt wurden, sahen sich 45.000 Studierende dazu gezwungen, ihr Studium abzubrechen. Schon jetzt arbeiten beinahe zwei Drittel der Studierenden neben ihrem Studium, und das durchschnittlich 20 Stunden in der Woche. Wenn die Regierung möchte, dass Studierende zügiger studieren können, dann muss sie diese dabei unterstützen und nicht daran hindern. Zusätzliche finanzielle Belastungen machen den Studienabschluss noch schwieriger!

    Um Bundesminister Faßmann verständlich zu machen, wie viele von uns das betrifft, haben wir einen Brief an ihn vorbereitet: Richte auch du deinen Appell an ihn und die Bundesregierung! Wenige Klicks können eine große Wirkung haben!

    uniprotest.oeh.ac.at/

    Vergiss nicht: Auch wenn Studiengebühren für dich persönlich vielleicht kein Problem sind, können sie doch dazu führen, dass viele deiner Kolleg_innen/Freund_innen ihr Studium nicht abschließen können. Daher: Gemeinsam gegen Studiengebühren!

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  • Die Reparatur des Paragrafen sei laut Ministerium nicht notwendig
    Wien (OTS) - Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) zeigt sich bestürzt über den Unwillen des Ministeriums, den § 92 des Universitätsgesetzes, der den Erlass des Stduienbeitrages für erwerbstätige Studierende regelt, zu reparieren. Dieser war aufgrund eines Verstoßes gegen den Gleichheitsgrundsatz vonseiten des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) aufgehoben worden, die Reparatur des Paragrafen wurde jedoch empfohlen.

    "Das ist ein Schlag ins Gesicht aller erwerbstätigen Studierenden", zeigt sich Marita Gasteiger vom ÖH-Vorsitzteam erschüttert. "Wir haben als ÖH-Bundesvertretung einen soliden Vorschlag ausgearbeitet, der von Spezialisten ausformuliert wurde. Die Reparatur des Paragrafen scheitert einzig und allein am politischen Unwillen dieser Regierung, etwas Positives für uns Studierende zu erwirken." Die ÖH hat nach einem Beschluss der Bundesvertretung dem Ministerium im Dezember einen Reparaturvorschlag vorgelegt, dieser liegt zur Zeit im Wissenschaftsausschuss des Nationalrats.

    "Wir finden es bedauerlich, wie die Regierung mit dieser Entscheidung knapp zwei Drittel der Studierenden eine Absage erteilt, den Studienbeitrag erlassen zu bekommen", so Gasteiger weiter. Die ÖH wird sich auf Bundesebene weiterhin für die Reparatur stark machen, empfiehlt den lokalen Hochschulvertretungen aber dringend, sich vor Ort für Lösungen einzusetzen. "Eines steht für uns fest: Dieses Kapitel ist noch nicht beendet. So einfach werden wir sicher nicht aufgeben", meint Gasteiger abschließend entschlossen.

  • Die Regierung brachte eines ihrer Prestigeprojekte in den heutigen Ministerrat. Mit dem „Familienbonus plus“ sollen Familien, die Lohn- oder Einkommensteuer zahlen, ab 2019 mit 1500 Euro pro Kind und Jahr entlasten. Mit dem 18. Lebensjahr soll aber Schluss sein. Hier soll die Unterstützung auf 500 Euro reduziert werden. Es ist absurd, bei höherem finanziellen Aufwand weniger Unterstützung vorzusehen.

    -) Einführung von Studiengebühren
    -) Exmatrikulation bei längerer Prüfungsinaktivität
    -) Reduktion der Prüfungsantritte
    -) Streichung von Steuerabsetzbeträgen
    -) uvm.

    Diesen Samstag rufen wir zur Großdemonstration gegen Studiengebühren und anderen gravierenden Verschlechterungen in der Bildungs- und Hochschulpolitik.

    Samstag ab 14:00
    Christian-Broda-Platz
    Infos unter: www.oeh.ac.at/freie-bildung

    OTS: www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180110_OTS0091

    Geringere Unterstützung für höheren finanziellen Aufwand ist absurd
    Wien (OTS) - Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) ist empört über die Pläne der Bundesregierung, über 18-Jährige gegenüber minderjährigen Kindern beim Familienbonus massiv zu benachteiligen. Während für minderjährige Kinder € 1.500 steuerlicher Absetzbetrag zustehen sollen, wird dieser für Studierende auf € 500 pro Kind beschränkt.

    „Das stellt eine nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung von Studierenden und deren Eltern dar“, stellt Johanna Zechmeister vom Vorsitzteam der ÖH fest. „Damit wird ein weiterer Schritt in der Benachteiligung Studierender gesetzt.“ Die Regelung ist außerdem unsachlich, weil gerade ältere Kinder in Ausbildung in der Regel einen höheren Unterhaltsanspruch haben und dieser steuerlich berücksichtigt werden muss. „Es ist absurd, bei höherem finanziellen Aufwand weniger Unterstützung vorzusehen“, so Zechmeister.

    Die ÖH fordert die Regierung dazu auf, Studierenden nicht noch mehr Steine in den Weg zu legen. Während bereits knapp zwei Drittel der Studierenden erwerbstätig sein müssen, um sich ihre Aus- und Weiterbildung finanzieren zu können, werden hier weitere Schritte gesetzt, die zu einer Studienzeitverzögerung führen. „Wenn die Regierung wünscht, dass die durchschnittliche Studiendauer sinkt, wird sie Maßnahmen treffen müssen, die uns Studierende bei einem schnelleren Studium unterstützen. Dieser Schritt zählt nicht dazu“, meint Zechmeister abschließend.

por

Man sollte nie an Bildung sparen!!

en contra

Wenn wir für freie Bildung sind, sollte auch die, für alle Studierenden verpflichtende, ÖH Gebühr abgeschafft werden. Bitte nicht jammern liebe ÖH, dass die Universitäten Geld erhalten sollen, aber selber wollt ihr weiterhin von allen Studierenden kassieren?!