Civil rights

FREIER SAATGUTTAUSCH für Erhalter*innen der Vielfalt

Petition is directed to
DG Sante, Europäische Kommission
588 Supporters
6% achieved 10.000 for collection target
  1. Launched 24/05/2021
  2. Time remaining > 5 months
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EU-Pflanzenpasspflicht gefährdet die Erhaltung alter Obst- und Gemüsesorten.

Wir fordern daher Ausnahmen von der Pflanzenpasspflicht für Erhalter*innen der Kulturpflanzenvielfalt.

Seit Jahrhunderten erhalten wir, (Haus)gärtner*innen und Bäuer*innen, die Kulturpflanzenvielfalt, indem wir von alten und seltenen Sorten Samen oder anderes Vermehrungsgut gewinnen und es an Interessierte versenden. Unsere Erhaltungsarbeit ist in Gefahr, denn die Verordnung 2016/2031/EU zwingt uns, für den Versand unseres Saatgutes einen Pflanzenpass auszustellen. Dazu berechtigt ist man erst nach einem kostspieligen Anerkennungsverfahren.

Wir befürchten, dass sich Viele dieser Prozedur nicht unterziehen werden und ihre wertvolle Erhaltungsarbeit aufgeben.

Zugang zu freiem Saatgut und das Recht, unser Saatgut weiterzugeben, dürfen nicht eingeschränkt werden.

Im Zuge der Evaluation des Artikels 79 der Verordnung 2016/2031 EU fordern wir Ausnahmen von der Verpflichtung, Pflanzenpässe auszustellen:

·        Wir fordern eine generelle Ausnahme für Menschen und Organisationen, die sich mit der Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt in Gartenbau und Landwirtschaft beschäftigen.

Alle diejenigen, die selbst Saatgut produzieren und dieses Saatgut in kleinen Mengen an die Nutzer*innen von Saatgut abgeben, sollen keine Pflanzenpässe auszustellen brauchen.

·        Wir fordern, dass die Ausnahme auch im sog. Fernabsatz (Postversand) gelten soll.

Dabei darf das Überschreiten nationaler Grenzen bei der Definition von Fernabsatz keine Rolle spielen, dies würde dem Grundsatz des freien Warenverkehrs in der EU widersprechen.

·        Wir fordern: Keine Registrierungspflicht für Erhalter*innen der Kulturpflanzenvielfalt! Auch Saatgut, das nicht-kommerziell vermehrt und weitergegeben wird, muss von der Pflanzenpasspflicht ausgenommen werden.

 Die kulturell wichtige Erhaltungsarbeit und die Qualität dieser Arbeit sollte durch Anreize verschiedener Art staatlich gefördert werden, keinesfalls darf sie durch bürokratische oder finanzielle Hürden eingeschränkt werden.

Allein schon durch die Bewahrung und Ausweitung der biologischen Vielfalt im Bereich der Kulturpflanzen wirken wir der Ausbreitung von Pflanzenschädlingen entgegen. Ein kleinteiliger Anbau verschiedener Arten und Sorten und ein regelmäßiger Fruchtwechsel stellen natürliche Barrieren gegen die Verbreitung von Pflanzenschädlingen dar.

Wir stellen fest: Pflanzenschädlinge sind vor allem ein Problem des monokulturellen Anbaus in industriellem Maßstab, dieses Problem darf nicht auf Kosten der Vielfalt und der Erhalter*innen der Vielfalt bearbeitet werden.

Wir bitten daher, unsere Petition zu unterstützen und unsere Anliegen weiter zu tragen.

 

ArchemitZukunft & „unverblümt“, www.archemitzukunft.net

Kampagne für Saatgutsouveränität, www.saatgutkampagne.org

ÖBV Via Campesina Austria, www.viacampesina.at

URKORN TIROL, www.urkorn.tirol

Kontakt: gemeinsam@archemitzukunft.net

Reason

Die UN-Erklärung über die „Rechte von Kleinbauern und –bäuerinnen und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten“ (UNDROP) erkennt das Recht auf Saatgut als Menschenrecht an und verpflichtet gleichzeitig die Staatengemeinschaft dazu, dieses Recht anzuerkennen und freien Zugang zu Saatgut zu gewährleisten. („The right to save, use, exchange und sell their farm-saved seed or propagating material.“ Art. 19) 

 Offizielle deutschsprachige Version der UNDROP : https://www.un.org/depts/german/gv-73/band1/ar73165.pdf

Illustrierte Broschüre dazu: www.viacampesina.at/undrop-illustrierte-ausgabe_lvc-final/

Auch die staatlichen und überstaatlichen pflanzengesundheitlichen Regulierungen des Angebotes von Saat- und Pflanzgut haben diese Rechte gemäß Artikel 19 UNDROP zu beachten und anzuerkennen. Pflanzengesundheitliche Regulierungen dürfen nicht das Recht auf Saatgut beschneiden. 

Wer sind die „Erhalter*innen der Vielfalt“?

Erhalter*innen erzeugen Saat- und Pflanzgut, das im Sinne der Saatgutsouveränität zur nachhaltigen und dauerhaften Nutzung, zur Weitervermehrung, zur Erprobung der Standortanpassungsfähigkeit, im Rahmen der Weiterführung des Handwerks der traditionellen Samengärtnerei, sowie der bäuerlichen Erhaltungszucht geordert und verschickt wird. Viele, jedoch nicht alle Erhalter*innen sind in Netzwerken oder Vereinen organisiert.

Der Erlös aus der Arbeit deckt die auflaufenden Kosten kaum. Der Kommerzialisierung von Erhaltungsarbeit sind enge Grenzen gesetzt, da die Bezieher*innen des Saat- und Pflanzgutes die Sorten selbst weiter vermehren sollten und diese daher nicht jährlich auf’s Neue beziehen.

 Die in vielfacher Hinsicht gemeinwohlorientierte Arbeit der Erhalter*innen und ihrer Verbände und ihre bisherige Rolle bei der Eindämmung von Pflanzenschädlingen muss in der Gesetzgebung zur Pflanzengesundheit gewürdigt werden. Den Erhalter*innen und ihren Verbänden dürfen keine weiteren Hindernisse ökonomischer oder bürokratischer Art in den Weg gestellt werden.

EU- Verordnung 2016/2021 über Pflanzengesundheit: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX%3A32016R2031

AGES – Information zur Pflanzenpasspflicht: www.pflanzenschutzdienst.at/binnenhandel-neu/faqs-pflanzenpass-neu/

Thank you for your support, Florian Walter from Pöls
Question to the initiator

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Not yet a PRO argument.

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • 1 day ago

    Ein freier Saatguttausch für Erhalter ist für die Kulturpflanzenvielfalt von größter Wichtigkeit.

  • 2 days ago

    Weil es um Vielfalt und Erhalt von alten Sorten.

  • Not public Villach

    2 days ago

    Saatgut ist Menschenrecht und darf nicht monopolisiert werden.

  • 3 days ago

    Die Pflanzenschutzprobleme der heutigen Landwirtschaft sind vielfach auf die genetische Verarmung moderner Zuchtsorten zurückzuführen (sowie auf die Ausrichtung der Züchtung auf einen industriellen Anbau, der auf dem selbstverständlichen Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel fußt). Die Erhaltung von biologischer Vielfalt an Sorten (egal welcher Kulturart) ist an und für sich schon ein Stabilisator der Pflanzengesundheit. Da es meist kleine Akteure sind, die Pflanzenvielfalt erhalten (die oft zwischen privatem Engagement und kleingewerblicher Tätigkeit angesiedelt sind), bedeuten alle gesetzlichen Regelungen, die ihrer Tätigkeit mit bürokratischen oder finanziellen Auflagen versehen, eine Bedrohung ihrer Existenz und damit auch eine Bedrohung der Erhaltung von genetischer Vielfalt (deren Erhaltung gerade angesichts des Klimawandels noch dringender denn je nötig ist).

  • 3 days ago

    10.000 Jahre freier Saatguttausch unter Gärtnern und Landwirten begründen ein Gewohnheitsrecht, das von niemandem angetastet werden darf.

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