Vor zwei Jahren verwechselte Ezat Ezati bei seiner Einreise nach Österreich Belgrad mit Bulgarien. Nun soll er wegen dieses Missgeschicks in dieses ihm völlig fremde Land abgeschoben werden. Wir finden das unmenschlich und wollen es verhindern. Es ist dringend! Die Zeit läuft. Bald könnte es für Ezat zu spät sein…

Wir möchten erreichen, dass der Asylantrag von Ezat Ezati in Österreich behandelt wird und er währenddessen hier bleiben kann.

Weil er noch kein Wort Deutsch verstand wusste Ezat nicht, dass Belgrad, wo er tatsächlich gewesen war, und Bulgarien nicht dasselbe sind. Für ihn klang das gleich. Defacto war Ezat noch nie in diesem Land und es liegen dort nachweislich auch keine Daten, wie z.B. einen Fingerabdruck von ihm vor, wie uns das bulgarische Asylamt auf Vermittlung der bulgarischen Botschaft in Wien schriftlich bestätigte. Dennoch gilt das Polizeiprotokoll mit seiner missverständlichen Aussage für die Behörde nach wie vor als Grund dafür, Ezats Asylverfahren nach Bulgarien zu verlegen und ihn dorthin abzuschieben.

Ezat Ezati Lebensweg: Ezat Ezati lebt seit Juli 2016 als afghanischer Asylwerber im oberösterreichischen Dorf Eberschwang, spricht Deutsch auf Niveau B1, macht gerade den Pflichtschulabschluss, besucht den örtlichen Turnverein, ist bestens in die Gemeinde integriert und bei den Menschen seines Umfeldes sehr beliebt. Der junge Mann, der im Kleinkindalter durch einen Bombenanschlag zum Vollwaisen wurde, hat hier viele Freunde und eine neue Familie gefunden. Gemeinsam mit seinem besten Kameraden und seiner Mentorin beteiligt er sich an öffentlichen Lesungen, um den Menschen aufzuzeigen, was es bedeutet in einem kriegerischen Land aufzuwachsen und auf der Flucht zu sein.

Ezat ist willensstark und demütig zu gleich und voll Respekt gegenüber dem Land Österreich, seiner Menschen und seiner Kultur. Nun, wo Österreich allmählich die Chance hätte, von Ezat etwas zurück zu bekommen und von seinen Qualitäten und Bemühungen zu profitieren, soll er wegen seiner missverstandenen falschen Aussage in ein Land abgeschoben werden, das ihm völlig fremd ist. In ein Land, in dem er noch nie war, wo er die Sprache nicht beherrscht und wo er alleine wieder von ganz vorne beginnen müsste.

Wäre das nicht ein Verstoß gegen die Menschlichkeit?

Begründung

Gesetze sind für den Menschen da, und nicht umgekehrt. Wir bitten das Bundesverwaltungsgericht Ezat Eazti die Chance zu geben, sein Asylverfahren in Österreich durchzuführen.

Als Argumentation nennen wir einerseits seinen guten Integrationsstatus und bitten außerdem darum, Ezat als Mensch mit seiner Geschichte zu sehen. Wer Ezat persönlich kennt, wird vermutlich diese Petition unterzeichnen. Wer ihn kennenlernen möchte, ist eingeladen, unsere Lesung zu Fabio Gedas Besteller „Im Meer schwimmen Krokodile“ zu besuchen, sich den gleichnamigen Begleit-Film zur Petition „MITEINANDER FÜREINANDER" oder sich den Musik-Video Clip "Lieb gewonnen" anzusehen.

Unser Appell an die ausübenden Organe des Bundesverwaltungsgerichts lautet, Ezats persönliche Geschichte und den Umstand zu berücksichtigen, wie schlimm es für ihn wäre, wieder entwurzelt und in ein völlig fremdes Land abgeschoben zu werden - nach allem, was er bisher erlebte.

Das geht uns alle an! Wie unsere Gesellschaft mit schwachen und benachteiligten Mitgliedern und mit Fremden umgeht, hängt nicht nur von der Gesetzeslage sondern von jedem einzelnen ab. Jeder ist aufgerufen, seinen Beitrag für ein friedvolles Miteinander zu leisten. Dazu ist es manchmal notwendig, dass wir über den Tellerrand schauen und in Grauzonen denken, anstatt in schwarz-weiß Kategorien.

Es ist unser aller Bedürfnis, als Mensch und nicht als Nummer gesehen zu werden. Im Fall Ezat Eazti hat diese Option eine große Tragweite für das Leben eines jungen Menschen. Darüber hinaus müssen wir an alle ähnlichen Fälle denken!

Hinschauen statt wegschauen: Ihr Beitrag zählt! Unterschreiben Sie diese Petition und leisten Sie einen Betrag dass unsere Gesellschaft wieder menschlicher wird! MITEINANDER FÜREINANDER: für Ezat und für das große Ganze.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Heidi Rossak aus Eberschwang
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Neuigkeiten

  • Liebe Mitmenschen!
    Heute möchte ich Euch erzählen, wie es mit Ezat in Bulgarien weiter ging.

    BULGARIEN BLEIBT ZUSTÄNDIG – PARAGRAFEN ZÄHLEN MEHR ALS TATSACHEN
    Mit einer Ausnahme wurden alle unsere E-Mails beantwortet - mit dem immer gleichen Ergebnis: An jenem Paragrafen des Dublin III Abkommens, der Bulgarien für zuständig erklärt hatte, kann man sich wirklich die Zähne ausbeißen! Und das alles, weil Bulgarien vor zwei Jahren versäumte hatte, die österreichische Anfrage zu beantworten – und, weil Ezat einst Belgrad mit Bulgarien verwechselte - damals an jenem ersten Tag in Österreich, als ihm ein Dolmetscher zur Verfügung stand, der nicht seine Muttersprache Dari, sondern Paschtu sprach …
    So blieb Ezat schließlich nichts anderes übrig, als doch einen Asylantrag in Bulgarien zu stellen, obwohl wir zuvor sooft davor gewarnt worden waren.
    Zum Glück lernten wir Dr. Serev kennen. Er ist nun Ezats Rechtsanwalt in Sofia. Dr. Serev bereitete Ezat auf seine siebenstündige Einvernahme vor, bei der er bis zuletzt an seiner Seite war. Er ließ Ezats Dokumente und Bestätigungen ins Bulgarische übersetzen und bewahrte diese gemeinsam mit Ezats Gepäck in seiner Kanzlei auf, weil im Camp anscheinend alles gestohlen werde, was man nicht bei sich trage. Die beiden sind seither regelmäßig in Kontakt.

    WO SIND DA DIE MENSCHENRECHTE?
    Als Ezat sein Zimmer im Camp bezog, war er erschüttert. „Ich frage mich, wo sind da die Menschenrechte“, meinte er zu uns. Wir besorgten ihm Putzmittel und beschlossen eine private Wohnmöglichkeit für Ezat zu suchen, nachdem ihm selbst die Heimleitung den Rat dazu gegeben hatte. „Du passt nicht hier her. Du bist so anders“, bedauerten sie.
    Anfangs wollte Ezat nur weg von dort und aß ausschließlich die Snacks, die wir ihm vor unserer Abreise mitgegeben hatten, weil ihm so ekelte. Doch dann fasste er einen Entschluss. Er ging durch die Zimmer und motivierte die Bewohner seines Trakts zu einer gemeinsamen Putzaktion des Sanitärbereichs. Am nächsten Tag bat er den Heimleiter um ein eigenes Zimmer, das er selbst und auf eigene Kosten renovieren und einrichten wolle. Ob er denn für immer bleiben wolle, war die verblüffte Reaktion. Nein, natürlich wolle er zurück nach Hause, doch bis dahin, wolle er hier ein gutes Leben haben. Wenn er gehe, könnten seine Nachbewohner sein Zimmer nutzen. Da willigte der Leiter des Camps Ezats außergewöhnlichem Plan zu. Ich finde, Ezat bringt viel Licht in diese triste Umgebung.

    BITTE UM UNTERSTÜTZUNG
    Der Weg zurück nach Hause – Ezats innigster Wunsch, ist noch weit.
    Wen Du Ezat dabei unterstützen möchtest, sind wir für jede kleine Spende sehr dankbar.
    Ezat Ezati IBAN: AT 51 2033 3000 0022 2497 (Betreff Spende oder dgl.)

    Ich bedanke mich für Eure netten E-Mails, für die vielfältige Unterstützung und für Eure wohlwollenden und mitfühlenden Gedanken, mit denen Ihr uns von zu Hause den Rücken gestärkt habt!
    Herzlichst,
    Heidi Rossak

  • Liebe Freunde von Ezat!
    Liebe Menschen, die sich miteinander verbunden!

    Zuerst möchte ich mich bei Euch allen für die Unterschriften und das Weiterleiten der Petition bedanken. Viele von Euch haben Mails an die bulgarischen Behörden geschrieben. Dafür danke ich Euch ganz herzlich. Leider hatten wir damit keine Chance.
    Noch immer etwas erschöpft von den vergangenen Wochen erzähle ich Euch heute, wie die Geschichte weiter gegangen ist.

    ABSCHIEBUNG MIT BEGLEITUNG

    Am Vorabend der Abschiebung folgte ich einem Herzensimpuls und beschloss gemeinsam mit Filmemacher Heinrich Chini, Ezats Betreuer und Freund der ersten Stunde, ebenfalls nach Sofia zu fliegen, um Ezat zu zeigen, dass er nicht vergessen wurde, und um ihn einfach noch einmal zu sehen…
    Rasch entstand ein Netzwerk von Menschen, die uns von Österreich aus reichlich Unterstützung zukommen ließen. Sofort wurde der wahrscheinlichste Flug, mit dem die Abschiebung erfolgen würde, für uns recherchiert und gebucht. Alles musste ganz schnell gehen und es war unsagbar aufregend.
    Als ich am 25.10. kurz vor sieben Uhr die Probellermaschine betrat, entdeckte ich Ezat sofort, wie ein Häufchen Elend in der letzten Reihe sitzen. Als er mich sah, verwandelte sich seine trostlose Miene blitzartig in ein glückstrahlendes Lächeln.

    DAMIT HATTEN WIR NICHT GERECHNET

    Zu unserer Überraschung wurde uns Ezat am Flughafen in Sofia von der Fremdenpolizei übergeben. Sie wollen offensichtlich nichts mit abgeschobenen Flüchtlingen zu tun haben. „Vielleicht laufen sie ja gleich wieder davon?“
    Ezat hatte ein Schreiben mit auf den Weg bekommen, dass er sich bis zum nächsten Morgen im Flüchtlingscamp Voenna Rampa melden solle.
    Wir stornierten den für Abend geplanten Rückflug und versuchten uns schlauzumachen. Was könnten wir in der kurzen Zeit für Ezat tun?

    Mit dem Hochladen von Ezats digitalem Fingerabdruck im Flüchtlingscamp, kam erneut die Information, dass er noch nie in Bulgarien registriert war. Die Mitarbeiter des bulgarischen Asylamtes und die Heimleitung des Camps rieten Ezat, sich nicht registrieren zu lassen. Gleichzeitig baten sie uns, Ezat bei seinen Versuchen, nach Österreich zurückzukehren, zu unterstützen. Stelle er hier erst einmal einen Asylantrag, käme er nie wieder nach Österreich, wurde uns prophezeit.
    Anscheinend hatten alle Ezat sofort lieb gewonnen, denn sie beknieten uns regelrecht: „Bitte bleiben Sie noch hier. Als Illegaler ist Ezat in höchster Gefahr. Nur mit Ihnen an seiner Seite hat er eine Chance.“

    BEHÖRDENMARATHON UND BERG- UND TALFAHRT DER GEFÜHLE

    Damit hatten wir nicht gerechnet. Doch wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen. Ein Marathon an Behördengängen und eine emotionale Berg- und Talfahrt begannen. Wir stellen einen Antrag bei der österreichischen Botschaft, führten ungezählte Telefonate und schrieben Mails an die höchsten zuständigen Leiter der österreichischen Behörden, wie das BFA, an den Innenminister, die Außenministerin und an den Bundespräsidenten persönlich.
    So vergingen drei Wochen bis zu unserer Heimfahrt in einem Wechselbad an Gefühlen zwischen Hoffnung und Freude einerseits und Traurigkeit und bitteren Enttäuschungen auf der anderen Seite.
    Wer sich vom großen Ganzen in den Dienst nehmen lässt, der muss auch seinen Folgen zustimmen, und dazu zählten, dass wir unsere Liebsten zu Hause vor den Kopf stießen und sie durch die ungeplante, ständige Verlängerung unseres Fernbleibens verletzten.
    Das tat und tut mir noch heute sehr leid, doch ich konnte nicht anders …

  • Ich habe eine große BITTE an euch.

    Ezat soll morgen nach Bulgarien abgeschoben werden.
    Wir versuchen die bulgarische Behörde dazu zu bewegen, die Übernahme von Ezat zu verweigern.
    Im Anhang findest du je einen Textvorschlag für diese Mails auf Deutsch und auf Englisch.
    Auch die E-Mail Adressen sind dort aufgelistet.

    Ezat war nie Bulgarien. Er soll in Österreich sein Recht bekommen, wo er sich seit über zwei Jahren mit Fleiß, Willenskraft, Respekt und Freundlichkeit um ein gutes Leben bemüht.
    Bitte hilf mit!
    Herzlichen Dank und liebe Grüße an euch alle,
    Heidi

Pro

Die Petition ist unterstützenswert um es Menschen die sich integrieren wollen die Möglichkeit zu geben sich ein Leben aufzubauen in einem Land wo sie nicht täglich um ihr Leben bangen müssen

Contra

DIE X te PETITION DIESER ART! Immer das selbe Strickmuster: Mitleidvolle Mitvierzigerin initiiert, da jeder (natürlich mannliche, junge) Flüchtling durch mindestens eine Petition unterstützt werden sollte, eine Petition die von den immer wiederkehrenden Hobby-Petitionsonterzeichnern unterstützt wird. Die Frage ist aber: Wanderte die Person, um die es geht legal in unser Land ein oder nicht? Und was waren die Fluchtgründe? Und warum stellte er gerade in Österreich einen Asylantrag (welche Verbindung bestand zu Ö. bzw. nur wegen des guten, eigentlich für Staatsbürger gedachten Sozialsystems).

Warum Menschen unterschreiben

  • am 29.11.2018

    The truth and the justice have to become part of our lives.

  • Arth Reinhard Ort im Innkreis

    am 27.11.2018

    Es muss einfach das humanitäre Bleiberecht auf neue Beine gestellt werden

  • Markus Strasser Eberschwang

    am 18.11.2018

    Weil Integration nicht nur im Ersteinreiseland der EU zu erfolgen hat, Ezat ist in Eberschwang voll integriert!

  • Maria Strasser Eberschwang

    am 18.11.2018

    Weil ich finde,wenn jemand gut integriert ist,soll er dableiben dürfen!

  • am 09.11.2018

    Weil immer im Einzelfall menschlich entschieden werden soll!

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