• Petition in Zeichnung - Ezats Heimkehr - Teil 2

    11.02.2019 17:56 Uhr

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    Ezat wäre vielleicht heute nicht mehr am Leben, wenn er nicht immer wieder auf MENSCHEN getroffen wäre, die ihm weiter halfen, und das hat er verdient, weil er ein MENSCH ist. Herzlichen Dank an alle, die die Petition unterzeichneten und Ezat bisher so wohlwollend unterstützten! Damit haben Sie / habt ihr sicht- und spürbare Zeichen für MENSCHLICHKEIT und Solidarität für jene, die keine Lobby hinter sich haben, gesetzt.

    Die Freude über Ezats positiven Asylbescheid in Bulgarien ist groß. Nun heißt es, den zweiten Teil seiner Heimreise zu organisieren bzw. für die Finanzierung zu sorgen.
    Wer sich genauer informieren und / oder helfen möchte, findet im Pressespiegel im Anhang die näheren Details dazu.
    Vielen Dank und beste Grüße,
    Heidi Rossak

  • Petition in Zeichnung - Bitte um Solidarität für Payman

    05.02.2019 21:44 Uhr

    Heute bitte ich um die Unterstützung einer anderen Petition, auf die mich ein Freund aufmerksam machte:
    Sie hat den Titel "Freiheit für Payman Qalandari"
    Dieser junge Mann, afghanischer Herkunft ist außerordentlicher Schüler am BG/BRG Stockerau und spricht bestens Deutsch. Er sitzt seit Anfang Jänner in Schubhaft und soll nach Afghanistan abgeschoben werden.
    Als ich mir die Petition durchlas, kamen Erinnerungen an den vergangenen Oktober hoch, als Ezat unerwartet und plötzlich vor meinen Augen verhaftet und nach Wien ins Gefängnis gebracht wurde…
    Ich bin echt froh und dankbar darüber, dass sich für ihn inzwischen alles so positiv entwickelt hat, und wünsche auch Payman alles Gute.
    DI Martin Brunner, der Initiator dieser Petition hat mir Unterstützung für Ezats Petition angeboten. Vielen Dank.
    Ich finde es sinnvoll, wenn wir uns mit allen schwachen Mitgliedern unserer Gesellschaft solidarisch zeigen und uns dabei miteinander vernetzen.
    Gemeinsam können wir viel Gutes bewirken.
    Hier ist der Link zur Petition für Payman:
    www.openpetition.eu/at/petition/online/freiheit-fuer-payman-qalandari
    Liebe Grüße,
    Heidi Rossak

  • Petition in Zeichnung - Positive Neuigkeiten Und Ein Unerwartetes Strafverfahren

    02.02.2019 15:11 Uhr

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    Liebe Freunde und Freundinnen von Ezat und dem großen Ganzen!

    Mit dieser Nachricht sende ich Ihnen / Euch drei unterschiedliche Informationen.

    * EZAT HAT EINEN POSITIVEN ASYLBESCHEID IN BULGARIEN ERHALTEN

    Die erste Info ist die beste. Gestern erhielt ich einen Anruf aus Sofia von Dr. Serev, Ezats Rechtsanwalt. Er teilte mir die erfreuliche Nachricht mit, dass Ezat dauerhaft das Recht auf internationalen Schutz in Bulgarien ausgesprochen wurde. Er sei seit 2018 der zweite afghanische Staatsbürger, der in Bulgarien diesen Status erhalten habe. Normalerweise haben darauf nur Minderjährige und Familien eine Chance.
    Ich danke Dr. Serev für seine Arbeit und die intensive Betreuung von Ezat in seinem Asylverfahren. Ezat habe, so Dr. Serev, durch seine friedvolle Ausstrahlung und seine authentische, ehrliche Art und Weise selbst sehr viel zu diesem positiven Ergebnis beigetragen.
    Darüber, wie es mit Ezats Heimreise nach Österreich und der Rot-Weiß-Rot Karte weiter geht, informiere ich natürlich wieder, sobald es etwas Neues gibt.
    Ich bedanke mich bei allen, die durch ihre mentale und materielle Unterstützung zu diesem Erfolg beigetragen haben.

    * STRAFVERFAHREN WEGEN ANGEBLICHER VERBERGUNG EZATS VOR DER FREMDENPOLIZEI

    Eine schockierende Nachricht erhielt ich selbst vor zwei Wochen mittels eines Rsa Briefes. Mir droht eine Strafe (anberaumt zw. € 1000,- und € 5000,-) wegen angeblich vorsätzlicher Verhinderung einer Amtshandlung der Fremdenpolizei bei der Abschiebung Ezats in meinem Haus.
    Das Ganze beruht auf einer Unterstellung, in der mir aufgrund meines nervösen Verhaltens vorgeworfen wird, dass ich Ezat versteckt gehalten hätte.
    Die Verhaftung Ezats war auch für mich ein traumatisches Erlebnis, keine Frage. Ich habe Ezat lieb gewonnen und wollte ihm in seiner schwierigen Situation Geborgenheit geben. Dies war auch meine Absicht bei der Begleitung nach Sofia. Niemals versuchte ich, z. B. im Flugzeug oder bei irgendeiner anderen Gelegenheit eine Amtshandlung zu verhindern.
    Da ich Ezat von Anfang an im Gehen eines ehrlichen Weges bestärkte und wir oft davon sprachen, dass es keinen Sinn habe, weiter davon zu laufen, fände ich diese Strafe mehr als ungerechtfertigt.
    Ich habe eine ausführliche schriftliche Rechtfertigung verfasst und hoffe, dass aufgrund der Beweislage das Verfahren eingestellt wird.
    Herzlichen Dank an alle, die mich in dieser Situation emotional stärkten und mir von sich aus kostenfrei ihren fachmännischen Rat für die Verfassung der Rechtfertigung und im Falle einer eventuell notwendigen Beschwerde anboten, insbesondere an Herbert Steinrück, Karl Pelzelmayer und an Dr. Franz Staudinger.

    * LESUNG "LIEBGEWONNEN" IM SPIELRAUM GASPOLTHOFEN MIT MARTIN GASSELSBERGER

    Eine besondere Freude und Ehre ist es für mich, dass der bekannte Jazzmusiker Martin Gasselsberger unsere Lesung am 8. März im Spielraum Gaspoltshofen musikalisch umrahmen wird. Die Einladung dazu habe ich als PDF in den Anhang gestellt.
    Ich freue mich über zahlreichen Besuch, das Verbreiten der Ausschreibung und über weitere Einladungen in der Zukunft!

    Liebe Grüße,
    Heidi Rossak

  • Petition in Zeichnung - Beschluss des Verwaltungsgerichtshofes - Revision wurde zurückgewiesen

    19.01.2019 10:44 Uhr

    Liebe Unterstützer der Petition MITEINANDER - FÜREINANDER,

    der oberste Verwaltungsgerichtshof hat Ezats Revision zurückgewiesen.
    Damit gibt es für Ezat nur mehr noch einen Weg zurück nach Österreich:
    Dieser führt über einen positiven Bescheid im Asylverfahren in Bulgarien und weiter über die Rot-Weiß-Rot-Karte, für die Ezat fleißig lernt.
    Vergangene Woche hat er die Abschlussprüfung des zweiten Schweißkurses erfolgreich abgelegt.

    Herzlich bedanken möchte ich mich bei Dr. Benno Wageneder, der Ezat als Spende für seine Kurse in Sofia den zweiten Teil seiner Honorarnote erlassen hat.

    Ein besonderer Dank gilt allen, die mit ihren Spenden Ezats Kurse finanzieren.
    Ezat hat mich gebeten, seinen großen Dank an alle weiter zu leiten.

    Liebe Grüße,
    Heidi und Ezat

  • Petition in Zeichnung - Hilfsprojekt "Ezats Heimkehr"

    14.01.2019 16:47 Uhr

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    MITEINANDER - FÜREINANDER

    … FÜR EZAT

    Es berührt mich sehr, dass sich so viele Menschen für Ezat einsetzen. Die ersten beiden Module der Schweißausbildung und der Deutschkurs B1 wurden bereits über Spenden finanziert.

    Ich bedanke mich bei "Ried hilft", dem Turnverein Eberschwang, "Yoga mit Elisabeth" und den zahlreichen Privatpersonen, darunter Freunde, Menschen aus Eberschwang und viele, die mir nicht persönlich bekannt sind. MITEINANDER - FÜREINANDER, das finde ich schön!

    Ezat hat vor einer Woche mit dem zweiten Teil der Schweißausbildung begonnen (Mo - Fr). Seit vergangenem Samstag besucht er zusätzlich einen Wochenend-Deutschkurs B1.
    Ezat schrieb mir gestern: "Wenn ich jeden Tag Kurs habe, werde ich froh. Dann habe ich nicht so Heimweh."

    Für die Rot-Weiß-Rot-Karte braucht Ezat noch einen Englisch-Kurs A2 und das dritte Modul der Schweißausbildung.
    Die Finanzierung ist noch nicht gegeben.
    Dafür BITTE ich um UNTERSTÜTZUNG.
    Falls Sie einen Beitrag dazu leisten möchten, finden Sie im Flyer "EZATS HEIMKEHR", den Sie gerne weiterleiten dürfen, alle notwendigen Informationen. Vielen Dank.

    … FÜR DAS GROSSE GANZE

    Meine Vision ist es nach wie vor, dass Ezats Geschichte noch einen großen Beitrag für mehr gegenseitiges Verständnis und ein friedlicheres Miteinander in der Gesellschaft leisten wird.

    Ezats Part ist es, seine Geschichte zu leben, und dabei sich selbst treu zu bleiben, als der ehrliche, friedvolle Mensch, der er ist.

    Unser Part ist es mit Lesungen, Buch und Film eine Botschaft zu vermitteln, mit der sehr viele Menschen erreicht werden können.

    Rahmat (siehe Petitionseröffnungsfoto rechts) und ich haben uns entschlossen, ein neues Lesungs-Programm mit dem Titel "Liebgewonnen" anzubieten.
    Sobald es offizielle Veranstaltungstermine gibt, informiere ich Sie wieder.

    Bis dahin herzlichen Dank und liebe Grüße,
    Heidi Rossak

  • Änderungen an der Petition

    30.12.2018 23:33 Uhr

    Verlängerung der Petition bis April 2019

    ZWEI VERFAHREN IN ZWEI LÄNDERN SIND NOCH AM LAUFEN
    Sowohl in Österreich als auch in Bulgarien sind Ezats Verfahren noch am Laufen. In Österreich geht es um die Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof bezüglich der Zuständigkeit, in Bulgarien um Ezats Antrag auf internationalen Schutz.

    Es ist daher noch NICHTE ENTSCHIEDEN, AN WELCHEN EMPFÄNGER die Unterschriftenliste der Petition übergeben wird.
    Dr. Serev, Ezats Rechtsanwalt, begleitet Ezat nicht nur bei seinem Asylverfahren in Bulgarien, sondern auch bei den darauf folgenden Schritten, die seine Rückkehr nach Österreich ermöglichen sollen.
    Dr. Serev prüft derzeit noch, wie er die Petition am besten zur Erreichung dieses Ziels (Ezats Heimkehr nach Österreich) einsetzt.


    Neue Begründung: **Gesetze sind für den Menschen da, und nicht umgekehrt.**
    Wir bitten das Bundesverwaltungsgericht Ezat Eazti Ezati die Chance zu geben, sein Asylverfahren in Österreich durchzuführen.
    Als Argumentation nennen wir einerseits seinen guten Integrationsstatus und bitten außerdem darum, Ezat als Mensch mit seiner Geschichte zu sehen. Wer Ezat persönlich kennt, wird vermutlich diese Petition unterzeichnen. Wer ihn kennenlernen möchte, ist eingeladen, unsere Lesung zu Fabio Gedas Besteller „Im Meer schwimmen Krokodile“ zu besuchen, sich den gleichnamigen Begleit-Film zur Petition „MITEINANDER FÜREINANDER" oder sich den Musik-Video Clip "Lieb gewonnen" anzusehen.
    **Unser Appell an die ausübenden Organe des Bundesverwaltungsgerichts lautet, Ezats persönliche Geschichte und den Umstand zu berücksichtigen, wie schlimm es für ihn wäre, wieder entwurzelt und in ein völlig fremdes Land abgeschoben zu werden - nach allem, was er bisher erlebte.**
    *Das geht uns alle an!*
    Wie unsere Gesellschaft mit schwachen und benachteiligten Mitgliedern und mit Fremden umgeht, hängt nicht nur von der Gesetzeslage sondern von jedem einzelnen ab. Jeder ist aufgerufen, seinen Beitrag für ein friedvolles Miteinander zu leisten. Dazu ist es manchmal notwendig, dass wir über den Tellerrand schauen und in Grauzonen denken, anstatt in schwarz-weiß Kategorien.
    Es ist unser aller Bedürfnis, als Mensch und nicht als Nummer gesehen zu werden. **Im Fall Ezat Eazti Ezati hat diese Option eine große Tragweite für das Leben eines jungen Menschen.** Darüber hinaus müssen wir an alle ähnlichen Fälle denken!
    **Hinschauen statt wegschauen: Ihr Beitrag zählt!**
    Unterschreiben Sie diese Petition und leisten Sie einen Betrag Betrag, dass unsere Gesellschaft wieder menschlicher wird!
    MITEINANDER FÜREINANDER: für Ezat und für das große Ganze.


    Neues Zeichnungsende: 16.04.2019
    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 763

  • Petition in Zeichnung - Weihnachtswünsche - Dank - Info - Bitte Um Pressekontakte

    22.12.2018 16:24 Uhr

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    Liebe Mitmenschen!

    Anlässlich von Weihnachten möchte ich mich BEDANKEN, INFORMIEREN und BITTEN.

    INFORMATION
    Es ist nun schon zwei Monaten her, dass Ezat nach Bulgarien abgeschoben wurde.
    Seit unserer Abreise lebt er im Flüchtlingscamp Voenna Rampa und gibt sein Bestes, um die Welt freundlicher zu machen und um wieder nach Eberschwang heimzukehren.
    Seinen Elektrodenschweißkurs hat Ezat kürzlich erfolgreich abgeschlossen. Im Jänner möchte er einen Gasschweißkurs besuchen, da dieses Verfahren in Österreich sehr gefragt ist. Noch ist die Finanzierung nicht gedeckt, doch ich bin zuversichtlich…
    Schweißkurse sind Ezats einzige Chance für die Rot-Weiß-Karte. Zusätzlich lernt er in seinem Einzelzimmer eifrig mit Apps Deutsch und Englisch, was ebenso wichtig für seine Heimkehrambitionen ist.

    BITTE
    Ezat ist auf Unterstützung von Österreich angewiesen. Der Petition fehlen noch 270 Unterschriften, um nicht als gescheitert zu gelten.
    Für all das ist es notwendig, viele Menschen zu erreichen.
    Ezats Geschichte hat das Potential, Menschen zu berühren und aufzurütteln, weil er unverschuldet ein schweres Los zu tragen hat.
    Heutzutage wird so viel Negatives berichtet. Dabei handelt es sich zwar oft um traurige Einzelfälle, doch vor allem geht es um ANGSTMACHE. Ezat könnte das vorherrschende negative Bild über Asylwerber in ein anderes Licht rücken, da er voll Demut, Dankbarkeit, Willenskraft und Freundlichkeit ist, und dies unter Beweis stellt.
    Falls Sie / Du jemanden von der PRESSE persönlich gut kennen / kennst, bitte ich um die VERMITTLUNG DES KONTAKTES.

    DANK
    Ich hoffe aus ganzem Herzen, dass Ezat 2019 wieder zurück nach Hause kommen kann, und danke allen Menschen, die uns auf verschiedenste Art und Weise seit Monaten fördern und unterstützen:
    Dies sind alle, die die Petition unterzeichnet und weitergeleitet haben.
    Hannes, Simone, Sabine, Johanna, Cordula, Renate, Kristina, Franky und alle MitarbeiterInnen des VEREINS „RIED HILFT“.
    Meine FAMILIE und meine FREUNDINNEN und FREUNDE, Heinrich und Sabine, Herbert, Christiane und Klara, Alexandra, Doro, Marcus, Klaus und Renate, Annemarie und Christine, Ingrid, Martina und Alfons, Susi und Martina, Christine und Hans, Claudia und viele andere.
    Dr. Serev, Mitya, Assen, Toni, Gabriel und Ruska für die Unterstützung vor Ort in Sofia.
    Josef, Joe, Rudi und alle Mitglieder des Eberschwanger TURNVEREINS.
    Und nicht zuletzt die PFARRE und die MARKTGEMEINDE von Eberschwang, insbesondere Bürgermeister Josef Bleckenwegner.

    Mit meinen Weihnachtswünschen im Anhang verbleibe ich mit ganz herzlichen Grüßen,
    Heidi Rossak

  • Leseprobe "Flughafen Wien" aus meinem Manuskrirpt "Liebgewonnen"

    19.12.2018 08:35 Uhr

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    Liebe Freunde,
    vor zwei Monaten stieg ich in Wien in ein Flugzeug nach Sofia um Ezat bei seiner Abschiebung zu begleiten, ohne sicher zu sein, dass ich ihn dort antreffen würde. Wie aufregend dieses Unternehmen war, könnt Ihr der Leseprobe „Flughafen Wien“ meines Manuskriptes „Liebgewonnen“ im Anhang entnehmen. Aus den geplanten zwei Tagen wurden drei Wochen. Dies alles verlangte schon eine enorme Portion Mut. Meine drei Kinder mussten unvorbereitet während dieser Zeit ihren Alltag zu Hause alleine meistern. Das war eine Herausforderung und emotionale Belastung für uns alle, besonders natürlich für die jüngsten Mitglieder meiner Familie, so lebenstüchtig sie auch sein mögen.
    Ja, es war nicht leicht, doch ich finde es wichtig, dass ich meinen inneren Impulsen gefolgt bin.
    Durch unsere Begleitung nach Sofia konnten wir vermutlich eine erneute Traumatisierung Ezats verhindern und retteten ihm vielleicht sogar das Leben, obgleich ich weiß, dass es einen größeren Plan gibt. Wir sind alle Teil des großen Ganzen.
    Obwohl ich manches heute ein wenig anders machen und vor allem besonnener kommunizieren würde, stehe ich voll und ganz dazu, was ich getan habe. Ich möchte meine Stimme für jene erheben, die keine Lobby hinter sich haben. Wir sind alle Menschen und jeder von uns hat ein Herz, auch wenn Angst und Schmerz es oft zu panzern. Es wäre so schön, wenn wir einander ohne Vorurteile begegnen und vor der eigenen Haustür kehren würden, anstatt uns gegenseitig zu bekriegen.

  • Petition in Zeichnung - Wie es mit Ezat in Bulgarien weiter ging

    27.11.2018 22:34 Uhr

    Liebe Mitmenschen!
    Heute möchte ich Euch erzählen, wie es mit Ezat in Bulgarien weiter ging.

    BULGARIEN BLEIBT ZUSTÄNDIG – PARAGRAFEN ZÄHLEN MEHR ALS TATSACHEN
    Mit einer Ausnahme wurden alle unsere E-Mails beantwortet - mit dem immer gleichen Ergebnis: An jenem Paragrafen des Dublin III Abkommens, der Bulgarien für zuständig erklärt hatte, kann man sich wirklich die Zähne ausbeißen! Und das alles, weil Bulgarien vor zwei Jahren versäumte hatte, die österreichische Anfrage zu beantworten – und, weil Ezat einst Belgrad mit Bulgarien verwechselte - damals an jenem ersten Tag in Österreich, als ihm ein Dolmetscher zur Verfügung stand, der nicht seine Muttersprache Dari, sondern Paschtu sprach …
    So blieb Ezat schließlich nichts anderes übrig, als doch einen Asylantrag in Bulgarien zu stellen, obwohl wir zuvor sooft davor gewarnt worden waren.
    Zum Glück lernten wir Dr. Serev kennen. Er ist nun Ezats Rechtsanwalt in Sofia. Dr. Serev bereitete Ezat auf seine siebenstündige Einvernahme vor, bei der er bis zuletzt an seiner Seite war. Er ließ Ezats Dokumente und Bestätigungen ins Bulgarische übersetzen und bewahrte diese gemeinsam mit Ezats Gepäck in seiner Kanzlei auf, weil im Camp anscheinend alles gestohlen werde, was man nicht bei sich trage. Die beiden sind seither regelmäßig in Kontakt.

    WO SIND DA DIE MENSCHENRECHTE?
    Als Ezat sein Zimmer im Camp bezog, war er erschüttert. „Ich frage mich, wo sind da die Menschenrechte“, meinte er zu uns. Wir besorgten ihm Putzmittel und beschlossen eine private Wohnmöglichkeit für Ezat zu suchen, nachdem ihm selbst die Heimleitung den Rat dazu gegeben hatte. „Du passt nicht hier her. Du bist so anders“, bedauerten sie.
    Anfangs wollte Ezat nur weg von dort und aß ausschließlich die Snacks, die wir ihm vor unserer Abreise mitgegeben hatten, weil ihm so ekelte. Doch dann fasste er einen Entschluss. Er ging durch die Zimmer und motivierte die Bewohner seines Trakts zu einer gemeinsamen Putzaktion des Sanitärbereichs. Am nächsten Tag bat er den Heimleiter um ein eigenes Zimmer, das er selbst und auf eigene Kosten renovieren und einrichten wolle. Ob er denn für immer bleiben wolle, war die verblüffte Reaktion. Nein, natürlich wolle er zurück nach Hause, doch bis dahin, wolle er hier ein gutes Leben haben. Wenn er gehe, könnten seine Nachbewohner sein Zimmer nutzen. Da willigte der Leiter des Camps Ezats außergewöhnlichem Plan zu. Ich finde, Ezat bringt viel Licht in diese triste Umgebung.

    BITTE UM UNTERSTÜTZUNG
    Der Weg zurück nach Hause – Ezats innigster Wunsch, ist noch weit.
    Wen Du Ezat dabei unterstützen möchtest, sind wir für jede kleine Spende sehr dankbar.
    Ezat Ezati IBAN: AT 51 2033 3000 0022 2497 (Betreff Spende oder dgl.)

    Ich bedanke mich für Eure netten E-Mails, für die vielfältige Unterstützung und für Eure wohlwollenden und mitfühlenden Gedanken, mit denen Ihr uns von zu Hause den Rücken gestärkt habt!
    Herzlichst,
    Heidi Rossak

  • Petition in Zeichnung - Am 25.10. wurde Ezat nach Bulgarien abgeschoben.

    26.11.2018 23:00 Uhr

    Liebe Freunde von Ezat!
    Liebe Menschen, die sich miteinander verbunden!

    Zuerst möchte ich mich bei Euch allen für die Unterschriften und das Weiterleiten der Petition bedanken. Viele von Euch haben Mails an die bulgarischen Behörden geschrieben. Dafür danke ich Euch ganz herzlich. Leider hatten wir damit keine Chance.
    Noch immer etwas erschöpft von den vergangenen Wochen erzähle ich Euch heute, wie die Geschichte weiter gegangen ist.

    ABSCHIEBUNG MIT BEGLEITUNG

    Am Vorabend der Abschiebung folgte ich einem Herzensimpuls und beschloss gemeinsam mit Filmemacher Heinrich Chini, Ezats Betreuer und Freund der ersten Stunde, ebenfalls nach Sofia zu fliegen, um Ezat zu zeigen, dass er nicht vergessen wurde, und um ihn einfach noch einmal zu sehen…
    Rasch entstand ein Netzwerk von Menschen, die uns von Österreich aus reichlich Unterstützung zukommen ließen. Sofort wurde der wahrscheinlichste Flug, mit dem die Abschiebung erfolgen würde, für uns recherchiert und gebucht. Alles musste ganz schnell gehen und es war unsagbar aufregend.
    Als ich am 25.10. kurz vor sieben Uhr die Probellermaschine betrat, entdeckte ich Ezat sofort, wie ein Häufchen Elend in der letzten Reihe sitzen. Als er mich sah, verwandelte sich seine trostlose Miene blitzartig in ein glückstrahlendes Lächeln.

    DAMIT HATTEN WIR NICHT GERECHNET

    Zu unserer Überraschung wurde uns Ezat am Flughafen in Sofia von der Fremdenpolizei übergeben. Sie wollen offensichtlich nichts mit abgeschobenen Flüchtlingen zu tun haben. „Vielleicht laufen sie ja gleich wieder davon?“
    Ezat hatte ein Schreiben mit auf den Weg bekommen, dass er sich bis zum nächsten Morgen im Flüchtlingscamp Voenna Rampa melden solle.
    Wir stornierten den für Abend geplanten Rückflug und versuchten uns schlauzumachen. Was könnten wir in der kurzen Zeit für Ezat tun?

    Mit dem Hochladen von Ezats digitalem Fingerabdruck im Flüchtlingscamp, kam erneut die Information, dass er noch nie in Bulgarien registriert war. Die Mitarbeiter des bulgarischen Asylamtes und die Heimleitung des Camps rieten Ezat, sich nicht registrieren zu lassen. Gleichzeitig baten sie uns, Ezat bei seinen Versuchen, nach Österreich zurückzukehren, zu unterstützen. Stelle er hier erst einmal einen Asylantrag, käme er nie wieder nach Österreich, wurde uns prophezeit.
    Anscheinend hatten alle Ezat sofort lieb gewonnen, denn sie beknieten uns regelrecht: „Bitte bleiben Sie noch hier. Als Illegaler ist Ezat in höchster Gefahr. Nur mit Ihnen an seiner Seite hat er eine Chance.“

    BEHÖRDENMARATHON UND BERG- UND TALFAHRT DER GEFÜHLE

    Damit hatten wir nicht gerechnet. Doch wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen. Ein Marathon an Behördengängen und eine emotionale Berg- und Talfahrt begannen. Wir stellen einen Antrag bei der österreichischen Botschaft, führten ungezählte Telefonate und schrieben Mails an die höchsten zuständigen Leiter der österreichischen Behörden, wie das BFA, an den Innenminister, die Außenministerin und an den Bundespräsidenten persönlich.
    So vergingen drei Wochen bis zu unserer Heimfahrt in einem Wechselbad an Gefühlen zwischen Hoffnung und Freude einerseits und Traurigkeit und bitteren Enttäuschungen auf der anderen Seite.
    Wer sich vom großen Ganzen in den Dienst nehmen lässt, der muss auch seinen Folgen zustimmen, und dazu zählten, dass wir unsere Liebsten zu Hause vor den Kopf stießen und sie durch die ungeplante, ständige Verlängerung unseres Fernbleibens verletzten.
    Das tat und tut mir noch heute sehr leid, doch ich konnte nicht anders …

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