Petition richtet sich an:
Kärntner Landtag, Kabeg Management
Die drohende Auflösung der eigenständigen Einheit für Interventionelle Radiologie und der mögliche Abgang sämtlicher interventionell tätiger Radiologinnen und Radiologen wären eine Katastrophe für die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Kärnten und Südösterreich.
Mit meiner Unterschrift möchte ich die Bedeutung dieser Schlüsseleinheit unterstreichen und ihrem Leiter, OA Dr. Luca De Paoli, meine Hochachtung für seine menschliche und fachliche Kompetenz aussprechen.
Die Verantwortlichen im Kärntner Gesundheitssystem müssen sich der Tragweite dieser Entwicklung bewusst werden und rasch gegensteuern.
Begründung
Die Interventionelle Radiologie hat die Medizin revolutioniert. Von der endovaskulären Versorgung der größten Gefäße, etwa mit Aortenprothesen, über die Stillung lebensbedrohlicher Blutungen bis hin zur mechanischen Thrombektomie bei Verschlüssen großer Hirngefäße deckt sie ein Spektrum ab, wie es breiter kaum sein könnte.
Allein die Leistungen im Bereich der Schlaganfalltherapie bringen einen enormen Nutzen für die betroffenen Menschen und das gesamte Gesundheitssystem. Viele Blutungen, etwa im Darm oder im Brust- und Bauchraum, können interventionell gestillt werden. Dies gilt auch für postpartale Blutungen, etwa nach einer Kaiserschnittentbindung. Bei ausgewählten schweren Lungenembolien können kathetergestützte Verfahren eine wichtige Therapieoption darstellen.
Patientinnen und Patienten kann durch solche Eingriffe häufig eine große offene Operation erspart werden; je nach Krankheitsbild lassen sich dadurch auch die Dauer des Krankenhausaufenthalts und die Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Behandlung reduzieren. Beim Schlaganfall können nach rascher Wiedereröffnung des Gefäßes schwere neurologische Ausfälle deutlich gebessert und bleibende Behinderungen verhindert werden.
OA Dr. De Paoli ist die zentrale Schlüsselfigur dieser Einheit. Er ist ein außerordentlich kompetenter Kollege, der eine beeindruckende Ruhe ausstrahlt und stets verbindend wirkt. Er hat die Einheit maßgeblich geprägt und lebt vor, was er von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verlangt. Er übernimmt selbst Verantwortung, steht regelmäßig im Einsatz und bemüht sich stets, für seine Patientinnen und Patienten sowie seine Kolleginnen und Kollegen das Beste zu erreichen.
Die derzeitige Arbeitsbelastung ist auf Dauer nicht tragfähig. Rufbereitschaften von bis zu fünf Tagen am Stück, verbunden mit häufigen Einsätzen und langen tatsächlichen Anwesenheitszeiten im Klinikum, zeigen, wie dringend verbesserte Rahmenbedingungen und eine personelle Verstärkung notwendig sind.
Die Einheit gewährleistet die interventionell-radiologische 24/7-Akutversorgung für ganz Kärnten. Durch boden- und luftgebundene Zuweisungen, auch während der Nacht, werden am Klinikum Klagenfurt darüber hinaus Patientinnen und Patienten aus Osttirol, dem südlichen Salzburger Raum und der westlichen Steiermark behandelt. Damit erklärt sich die bundesländerübergreifende Bedeutung dieser Forderung.
Der seit 1. Jänner 2026 geltende Regionale Strukturplan Gesundheit Kärnten 2030 sieht in den verbindlich erklärten standortbezogenen Versorgungsaufträgen unter „Gefäßchirurgie/Radiologie“ ausdrücklich eine Kooperation zwischen dem Klinikum Klagenfurt und den anderen Spitälern des Landes für interventionell-radiologische Leistungen nach den Qualitätskriterien des Österreichischen Strukturplans Gesundheit vor. In seiner Präambel hält der RSG zudem fest, dass Veränderungen von Versorgungsstrukturen der langfristigen Versorgungssicherheit dienen und nicht vordergründig durch wirtschaftliche Zwänge bestimmt werden sollen.
Wir fordern daher KABEG, Klinikleitung, Kärntner Gesundheitsfonds und Kärntner Landespolitik auf, unverzüglich Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, dass dieses hochmotivierte und für die Akutversorgung unverzichtbare Team dem Klinikum Klagenfurt, vor allem aber der Kärntner Bevölkerung erhalten bleibt.
Dazu gehören aus unserer Sicht rasche und ernsthafte Lösungsgespräche mit OA Dr. De Paoli und dem gesamten Team, eine ausreichende personelle Verstärkung, ein dauerhaft tragfähiges Rufbereitschaftsmodell sowie ein lückenloser Versorgungsplan für den Fall nicht mehr vermeidbarer Abgänge.
diese Versorgung ist unverzichtbar für den Kärntner Raum