Region: Vorarlberg

Gegen die Nichtverlängerung der Intendantin des Vorarlberger Landestheaters Stephanie Gräve

Petition is addressed to
Aufsichtsrat der Vorarlberger Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft mbH

1,201 Signatures

31 %
902 from 2,900 for quorum in Vorarlberg Vorarlberg

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  1. Launched 15/03/2026
  2. Time remaining > 3 months
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News

03/25/2026, 11:14

Als Mitarbeitende des Vorarlberger Landestheaters möchten wir eine Gegendarstellung zu Herrn Salzmanns offenem Brief[1], veröffentlichen.

Dass Verträge auslaufen, ist ein normaler Prozess. Man kann sie verlängern, oder nicht. Hier hat man sich gegen die Verlängerung entschieden, was für Intendantin Stephanie Gräve nach eigenen Aussagen überraschend und ohne vorherige Verhandlung geschah.
Stephanie Gräve hat die Nichtverlängerung nie als “Rausschmiss” dargestellt oder benannt. Auch hat sie keine “öffentliche Kampagne” ins Leben gerufen. Die öffentlichen Reaktionen von Mitarbeiter:innen des Landestheaters, von Theaterkolleg:innen und Künstler:innen aus der Region und darüber hinaus speisen sich aus dem Unverständnis über die Art der Bekanntgabe der Nichtverlängerung. Nachdem keine belastbaren Gründe für das Vertragsaus genannt wurden - abgesehen vom “Wunsch nach neuen Impulsen” -, fragen Publikum, Theaterfreunde und Angestellte nach einer Erklärung, und zwar aus eigenen Beweggründen. Das ist keine orchestrierte Kampagne, dahinter steht einserseits der Wunsch nach Transparenz, andererseits nach Kontinuität. Beides ist nachvollziehbar. Auch in die Petition, die um ein Überdenken der Entscheidung und eine Verlängerung der Intendanz bittet, ist Stephanie Gräve nicht eingebunden. Der Name der Initiatorin steht klar und deutlich auf der Seite - alles darüber hinaus ist Spekulation.

Herr Salzmann schreibt, dass der Aufsichtsrat seine Entscheidung auch aufgrund von internen Kriterien getroffen habe, in die die Öffentlichkeit keinen Einblick habe, und überträgt dies auch auf die Unterzeichnenden der Petition aus der Theaterbranche: „Ich darf vermuten, dass nicht alle diese Fürsprecher das Theater je von innen gesehen haben“, mutmaßt Salzmann: „Auf der Liste sind auch Theater-nahe Gruppen vertreten, welche ihre Informationen zur Beurteilung der Lage wohl fast ausschließlich über die Intendantin selber erhalten.“[2]

Da die Theater-nahen Gruppen nicht konkret genannt werden, müssen wir annehmen, es sind die Gruppen gemeint, die sich verstärkt zu Wort gemeldet haben: unter anderem Bürger:innenchor, T-Chor, Theaterverein Bizau. Mit diesen Gruppen hat das Theater nicht nur eng zusammengarbeitet, sie sind/waren bei Proben und Vorstellungen anwesend - also im laufenden Betrieb. Sie stehen mit dem Ensemble auf der Bühne, haben mit Regieteams, Dramaturgie, Inspizienz, Regieassistenz zu tun, mit Musiker:innen, mit der Kostümabteilung, mit Kolleg:innen aus der Technik; sie feiern zusammen mit ihnen Premieren und sagen Hallo, wenn sie zu anderen Vorstellungen kommen. Diese Gruppen sind ein integraler Teil des Theaters, der nicht nur einer Produktion zum Erfolg verholfen hat. Sie haben direkten Einblick hinter die Kulissen, sind sogar bei Planung und Durchführung der Proben darauf angewiesen, das Innenleben des Theaters genau kennenzulernen und selbst zu erfahren. Und diese Erfahrungen, die die einzelnen Mitglieder dabei gemacht haben, waren am Ende so positiv, dass sie immer wieder ins Landestheater zurückkehren wollen.
 
Diejenigen Theatermenschen, die die Petition unterzeichnet, aber nicht persönlich am Landestheater gearbeitet haben, sind immer noch Theatermenschen, die Abläufe und Strukturen kennen. Theater funktionieren überregional ähnlich, gerade im D-A-CH-Raum, sie sind vernetzt und man kennt sich untereinander aus der Arbeit mit Gästen oder aus vorherigen (Fest-)Engagements. Würden die Dinge am Landestheater so defizitär laufen, wie es hier dargestellt wird, wüsste man das in der Szene und der Support sähe deutlich kärger aus.  

“Wichtig sei aber, auch den Kreis der Mitarbeitenden zu hören, die täglich ihrer Arbeit im Unternehmen nachgehen”, wird Herr Salzmann zitiert.[3] 

Dem stimmen wir zu. Als Mitarbeitende, “die täglich ihrer Arbeit im Unternehmen nachgehen”, haben wir das Gefühl, weder gehört noch ernstgenommen zu werden. Unsere Bitte nach Transparenz und ein Überdenken der Entscheidung wird nicht gehört. Stattdessen wird genau untersucht, w


03/25/2026, 05:34

An dieser Stelle lassen wir Künstler:innen zu Wort kommen, die Intendantin Stephanie Gräve unterstützen.

Heute: Iman Taghadossi, Musiker und Komponist

„Die Nachricht über die Nichtverlängerung von Stephanies Vertrag hat mich ebenfalls sehr überrascht und nachdenklich gestimmt. Ich habe sie als sehr beeindruckende Persönlichkeit mit einer klaren künstlerischen Haltung erlebt. Während meines Mitwirken an einem Theaterprojekt habe sie als ausgesprochen professionell, klar, entgegenkommend, humorvoll und sehr engagiert wahrgenommen. Besonders beeindruckt haben mich ihre hohen intellektuellen Ansprüche und die Ernsthaftigkeit, mit der sie sich künstlerischen und gesellschaftlichen Fragen widmet. Gleichzeitig schafft sie Raum für die künstlerische Entfaltung innerhalb des Ensembles und kann sich auf unterschiedliche Inszenierungsansätze einlassen. Auf mich wirkt sie wie eine starke Persönlichkeit, die das Theater mit Haltung und Überzeugung führt."


03/24/2026, 05:13

An dieser Stelle lassen wir Künstler:innen zu Wort kommen, die Intendantin Stephanie Gräve unterstützen.
Heute: Tamara Stern, Schauspielerin

„Nicht nur ist Stephanie Gräve eine Intendantin, die ihre Schauspieler liebt und fördert. Sie agiert auf Augenhöhe mit ihnen. Respektvoll und ehrlich. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass das absolut nicht selbstverständlich ist. Sie ist eine Intendantin, die zuhört. Nicht nur ihren Schauspielern, sondern auch dem Publikum.

Sie spricht als Intendantin Themen an, auch wenn das bedeutet Dinge zu benennen, selbst wenn sie unbequem sind und manchmal gegen den Strom zu schwimmen. In meinen Augen ist Stephanie Gräve das Beste, was dem Vorarlberger Landestheater in den letzten 20 Jahren passiert ist."


03/23/2026, 05:48

An dieser Stelle lassen wir Künstler:innen zu Wort kommen, die Intendantin Stephanie Gräve unterstützen.

Heute: Marie-Rose Rodewald-Cerha, Literaturvermittlung, Lektorat, Übersetzung (engl.), Bürger:innenchor

„Als Pädagogin und Literaturvermittlerin habe ich mit Freude erlebt, wie es Stephanie Gräve gelungen ist, viele junge Menschen ins Theater zu holen. Auch aus den entlegeneren Regionen Vorarlbergs sind die Menschen angereist, weil sich herumgesprochen hat, wie gut es ist, was sich im Theater tut.
Umso mehr hat mich die Nachricht erzürnt, dass all dies ein Ende haben soll.
Wie können die politisch Verantwortlichen so über die Köpfe der Menschen hinweg entscheiden?
Die theaterbegeisterte Bevölkerung will, dass Stephanie Gräve weiterhin das Vbg. Landestheater leitet. Da bin ich mir sicher!"



03/22/2026, 07:06

An dieser Stelle lassen wir Künstler:innen zu Wort kommen, die Intendantin Stephanie Gräve unterstützen.

Heute: Stefan Otteni, Regisseur

„Die Entlassung von Stephanie Gräve wäre ein großer Fehler. Als Gastregisseur, der seit langen Jahren mit Frau Gräve arbeitet, kann ich von der Arbeit mit ihr nur Gutes erzählen: Stephanie Gräve schafft es, auf engagierte und zugewandte Art, Projekte ins Leben zu rufen, die egal wie ungewöhnlich und künstlerisch gewagt sie sein mögen – immer das Ensemble, die Zuschauer und den Ort mitdenken für die sie entstehen. Das heisst: Sie plant und schafft nie an den Leuten vorbei, sie fühlt sich immer den Bürgern der Stadtgesellschaft verpflichtet ihnen sinnliches, politisch waches und zugängliches Theater zu zeigen – dafür wird sie zurecht mit Publikumsrekorden, Festivaleinladungen und Preisen belohnt.

Als Gast an ihrem Theater – ich bin gerade das vierte Mal eingeladen, bei ihr in Bregenz zu arbeiten – fühlt man sich immer gefördert, kritisch begleitet, und von allen Abteilungen mit großem Engagement unterstützt und willkommen geheißen. Egal ob sie, wie bei meiner ersten Produktion „Jephtha“, die Mühen und Frustrationen der Coronazeit durch eine mutige Planung zu einer glänzenden Premiere geführt hat. Ob sie wie bei „Wunsch und Widerstand“ keine Mühen scheute, einem großen Text in aller schönen Kompliziertheit zur Uraufführung zu verhelfen. Ob sie es begeistert unterstützt hat, dass bei unserer Produktion „Aus seinem Leben“ der Theaterverein Bizau die Zeit des Franz Michel Felders so unvergleichlich zum Leben erweckt hat – oder ob sie so wie jetzt mit unserem Projekt „Shosha“ eine dem Theater lang verbundene Schauspielerin zusammen mit einem radikalen Text zurück auf die Bühne des Landestheaters bringt Stephanie Gräve schafft es, relevante Themen immer auf eigene Weise zu verhandeln, ihren Gästen, ihrem Ensemble einen maximalen Schutzraum zu schaffen – und die Zuschauer mit großem Schwung und Liebe zur Sache mit auf eine Reise zu nehmen hin zu einem intelligenten und dabei populären Theater. Frau Gräve ist ein Glücksfall für jeden Theaterbetrieb. Sie ohne Not vor der Zeit abzusetzen wäre eine theaterpolitische Dummheit und ein großer Verlust für Stadt und Leute."


03/21/2026, 05:57

An dieser Stelle lassen wir Künstler:innen zu Wort kommen, die Intendantin Stephanie Gräve unterstützen.
Heute: Carl Lampert Forum | Kuratoriumsvorsitzender Msgr. Dr. Walter Juen, Geschäftsführerin Elisabeth Heidinger

„Wir haben Stephanie Gräve als eine Intendantin kennengelernt, die Theater mit großer Offenheit und bemerkenswerter Sensibilität für gesellschaftliche Themen führt. Besonders ihr Zugang zur Jugendarbeit ist außergewöhnlich: Sie versteht es, junge Menschen nicht nur als Publikum zu erreichen, sondern sie als denkende und fragende Generation ernst zu nehmen.

Durch den großen Publikumserfolg „Carl Lampert – Das erste Gebet“ hatten wir das Glück, Stephanie Gräve und in diesem Zusammenhang auch das kongeniale Team des Landestheaters näher kennenzulernen. Dabei wurde sichtbar, mit welcher Hingabe, künstlerischen Präzision und gegenseitigem Vertrauen hier gearbeitet wird – Qualitäten, die wesentlich zum beachtlichen Erfolg dieses Hauses beitragen."



03/20/2026, 05:24

An dieser Stelle lassen wir Künstler:innen zu Wort kommen, die Intendantin Stephanie Gräve unterstützen.

Heute: Daniela Egger, Autorin

„Die Gründe für eine Nichtverlängerung der Intendanz von Stephanie Gräve sollten angesichts der massiven Proteste aus allen möglichen Richtungen meiner Meinung nach offengelegt werden. Von einem fehlenden „außergewöhnlich guten Gesamtbild“ zu sprechen, wirft für mich viele Fragen auf. Ich habe eine solche Forderung noch nie im Zusammenhang mit einer männlichen Führungskraft gehört oder gelesen. Die überaus erfolgreiche neue Positionierung des Theaters kann niemand verneinen, ihre Erfolge sollten also bei einer Entscheidung für oder wider eine Verlängerung stark ins Gewicht fallen. Demgegenüber steht diese seltsame Forderung nach einem nicht benannten, fehlenden Puzzleteil in einem Gesamtbild, und dieses muss ebenso gewichtig sein. Sonst wäre man ja bei nüchterner Betrachtung kaum gewillt, großzügig auf erfolgreiche Arbeit zu verzichten. Jetzt wird mangelnde Kommunikationsfähigkeit genannt, aber Kommunikation ist ein Ding mit zwei Polen und hat viel mit gegenseitigem Respekt zu tun. Den hat Stephanie Gräve bisher von offizieller Seite nicht erfahren – vom Publikum dafür umso deutlicher."



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