20.03.2026, 05:24
An dieser Stelle lassen wir Künstler:innen zu Wort kommen, die Intendantin Stephanie Gräve unterstützen.
Heute: Daniela Egger, Autorin
„Die Gründe für eine Nichtverlängerung der Intendanz von Stephanie Gräve sollten angesichts der massiven Proteste aus allen möglichen Richtungen meiner Meinung nach offengelegt werden. Von einem fehlenden „außergewöhnlich guten Gesamtbild“ zu sprechen, wirft für mich viele Fragen auf. Ich habe eine solche Forderung noch nie im Zusammenhang mit einer männlichen Führungskraft gehört oder gelesen. Die überaus erfolgreiche neue Positionierung des Theaters kann niemand verneinen, ihre Erfolge sollten also bei einer Entscheidung für oder wider eine Verlängerung stark ins Gewicht fallen. Demgegenüber steht diese seltsame Forderung nach einem nicht benannten, fehlenden Puzzleteil in einem Gesamtbild, und dieses muss ebenso gewichtig sein. Sonst wäre man ja bei nüchterner Betrachtung kaum gewillt, großzügig auf erfolgreiche Arbeit zu verzichten. Jetzt wird mangelnde Kommunikationsfähigkeit genannt, aber Kommunikation ist ein Ding mit zwei Polen und hat viel mit gegenseitigem Respekt zu tun. Den hat Stephanie Gräve bisher von offizieller Seite nicht erfahren – vom Publikum dafür umso deutlicher."