04/10/2026, 06:28
An dieser Stelle lassen wir Künstler:innen zu Wort kommen, die Intendantin Stephanie Gräve unterstützen.
Heute: Ingrid Flaig, T-Chor
„Im Sinne der Transparenz sollte offengelegt werden, welche Kriterien angelegt werden, wenn es um die Gesamtbeurteilung von Stephanie Gräve als Intendantin des Landestheaters Vorarlberg geht. Wie ist der Aufsichtsrat zu seinem Urteil gekommen, dass Frau Gräves Gesamtleistung nicht ausreichend außergewöhnlich positiv war? Woran wird das gemessen? An der Auslastung? An der Zahl der Premieren? An der Qualität des Ensembles? An ihrem Engagement für die Renovierung des eindeutig in die Jahre gekommenen Gebäudes? Oder gibt es viel persönlichere Gründe, sich eine Frau vom Hals zu schaffen, die es wagt, ihre Sichtweise offen zu vertreten und Diskussionen anzuzetteln? Ich finde, die interessierte Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, die wahren Gründe für die Nicht-Verlängerung des Vertrages von Stephanie Gräve zu erfahren, schließlich finanzieren wir alle gemeinsam unsere kulturellen Einrichtungen."
04/07/2026, 08:37
An dieser Stelle lassen wir Künstler:innen zu Wort kommen, die Intendantin Stephanie Gräve unterstützen.
Heute: Eva-Maria Bertschy, Autorin und Regisseurin
„Stephanie Gräve hat mich während ihrer Zeit am VLT immer wieder mit ihrer Experimentierfreudigkeit überrascht. Sie hat alle unsere Musiktheaterstücke eingeladen, mit denen wir eine sehr ungewöhnliche Form des dokumentarischen Theaters entwickelt haben, um uns mit einem transkontinentalen Ensemble mit brennenden globalen Fragen zu befassen. Und sie hat dafür in Vorarlberg ein begeistertes Publikum gefunden.“
04/01/2026
meregale.blog/2026/03/31/konflikt-kultur-politik/
03/31/2026, 10:20
An dieser Stelle lassen wir Künstler:innen zu Wort kommen, die Intendantin Stephanie Gräve unterstützen.
Heute: Rolf Mautz, Schauspieler
„Bei der Eröffnung der Intendanz von Stephanie Gräve am Vorarlberger Landestheater durfte ich in der Rolle des Erzählers im GROSSEN GATSBY den ersten Monolog sprechen.
Seitdem habe ich in unterschiedlichsten Produktionen in diesem schönen Theater als Schauspieler mitwirken dürfen. Darunter so spektakuläre Stücke wie DIORAMA , WEEPING SONGS und TRANSIT, die auch überregional beachtet und künstlerisch gewürdigt wurden. Als seit 2012 pensionierter Kollege mit einer reichen Theatererfahrung an großen Häusern in der BRD habe ich das junge Ensemble des Vorarlberger Landestheaters als künstlerisch herausragend und verantwortlich engagiert kennengelernt und mich immer auf die Zusammenarbeit sowohl mit den Kolleginnen und Kollegen des Schauspiels als auch der Theatermusik gefreut. Dieses Ensemble hat, soweit ich es als dessen Gast überblicken konnte, immer an einem Strang gezogen und mit großer Spielfreude und Konzentration phantasievolles und zugleich kritisches Theater auf der Höhe der Zeit gemacht. Das alles ist an einem Hause dieser Größenordnung nur möglich bei flachen Hierarchien, die das Ensemble in die wesentlichen künstlerischen und planenden Strukturen einbindet, die Stephanie Gräve von Anfang an ermöglicht und gefördert hat. Als junger Schauspieler habe ich mit meinen jungen Kollegen gegen alte Intendanz Fürsten und Privilegien gekämpft, gegen Verwaltungsdirektoren von Staatstheatern, die sich schamlos mit Sonderverträgen und Vergütungen bereicherten - ähnliche Fälle soll es ja auch in Österreich gegeben haben, nicht wahr?
Es ist mir unverständlich, wieso ein Haus, das künstlerisch so erfolgreich und entfernt von internen Skandalen und Affären ist, die Intendanz wechseln sollte?
Persönlich hat sie mir in den letzten Jahren nicht nur die Chance gegeben, viele Projekte zu unterstützen, sondern mir auch das Vertrauen entgegengebracht, mit meinem Handwerk und meiner künstlerischen Arbeit an großartigen Projekten mitzuwirken.
Meine Arbeitswelt ist durch diese sehr befruchtende Zusammenarbeit deutlich umfangreicher geworden und hat mir zudem eine wichtige Bestätigung meiner Position in der Szene gegeben."
03/30/2026, 04:38
An dieser Stelle lassen wir Künstler:innen zu Wort kommen, die Intendantin Stephanie Gräve unterstützen.
Heute: Gregor Sturm, Vorsitzender Szenografie-Bund
„Als Vorsitzender des Szenografie-Bunds vertrete ich alle im Berufsverband vertretenen Szenograf*innen im deutschsprachigen Raum. Stephanie Gräve ermöglicht ein künstlerisch wertvolles Programm für Vorarlberg und darüber hinaus. Sie bietet optimale Arbeitsbedingungen für alle am Landestheater arbeitenden Künstler*innen. Der Szenografie-Bund bittet um eine Verlängerung der Intendanz von Stephanie Gräve."
03/27/2026, 06:25
An dieser Stelle lassen wir Künstler:innen zu Wort kommen, die Intendantin Stephanie Gräve unterstützen.
Heute: Johannes Lepper, Regisseur und Intendant a. D.
„Stephanie Gräve zeigt mit großer Beharrlichkeit, großem Talent und großem Gespür für die relevanten Themen unserer Zeit, großartiges, spannendes, und überaus unterhaltsames Theater am Vorarlberger Landestheater. Sie hat das Theater zu einem der wichtigen Orte der Kunst und des kulturellen Austauschs für die Stadt und die ganze Region geformt.
Diese jahrelange erfolgreiche Arbeit nun ohne Not zu beenden ist absolut nicht nachvollziehbar, unnötig und falsch.
Alle an dieser Entscheidung beteiligten Personen müssen sich fragen lassen, wie sie sich die Zukunft des Theater denn vorstellen, wenn sie derart schlecht mit einer erfolgreichen und herausragenden künstlerischen Leitung umgehen.
Derart verantwortungsloses Handeln der Entscheidenden, zu einem Zeitpunkt in dem das Theater erneut vor einer überaus schwierige Phase steht, muß sehr besorgt um das Theater machen.
In einer solchen Phase sollte Stephanie Gräve gestärkt und unterstützt werden, statt ihre jahrelange gute Arbeit auf solch beschämende Weise nicht Wert zu schätzen."
03/25/2026, 11:35
Auszug aus dem Offenen Brief, der Presse und Aufsichtsrat vorliegt, und der sowohl vom Ensemble als auch von großen Teilen des künstlerischen Personals unterschrieben wurde: “Für uns Beschäftigte ist Stephanie mehr als eine Chefin. [...] Unsere Geschichten und Laufbahnen sind unterschiedlich: Einige sind schon lange am VLT, länger als Stephanie Gräve, einige kamen mit ihr hier an, andere kamen über die Jahre hinzu, teilweise sogar zurück. Jetzt hat sich ein internationales Team gefunden, das gut und gerne zusammen arbeitet, mit einem unstillbaren Hunger darauf, Kunst zu machen. Stephanie ermöglicht uns das - sowohl die Arbeit mit renommierten Gastkünstler:innen, als auch uns selbst auszuprobieren. Doch nicht nur ihr künstlerisches Profil zeichnet sie als Intendantin aus. Sie ist stets für uns da, hört unsere Wünsche bezüglich unserer Arbeit, unsere Sorgen und Probleme, für die sie immer Lösungen findet. Ohne es zu müssen, schaut sie nach Deutschland, wo eine starke Bühnengewerkschaft und verschiedene Netzwerke über die letzten Jahre die Theaterlandschaft stark verändert haben in dem Bestreben, Kunstschaffenden bessere Arbeitsumstände zu ermöglichen, bespricht diese mit uns und adaptiert sie bei Bedarf.”
Dies ist die Fußnote [5].
Fußnoten [2]-[4] verweisen auf den Link in der ersten Fußnote
03/25/2026, 11:27
[1] als Pressemeldung nachzulesen hier: https://vorarlberg.orf.at/stories/3347014/
[Bitte entschuldigt das Neuigkeiten-Chaos, ich habe jetzt auch gelernt, dass dieses Tool sich nicht dafür eignet, längere Texte zu veröffentlichen.]
03/25/2026, 11:22
[Zweiter Teil]
Stattdessen wird genau untersucht, wer sich für Stephanie Gräve einsetzt: Nur jeder Vierte der 20 auf der Website aufgelisteten Personen hätte die Petition unterschrieben.[4]
Diese Aussage ist nicht nachprüfbar. Viele Menschen unterschreiben die Petition anonymisiert, ihre Namen sind nicht öffentlich einsehbar. Es ist überhaupt nicht möglich zu wissen, wer genau die Petition unterzeichnet hat und wer nicht. Gründe für die Anonymisierung gibt es genug, der Wichtigste: Kolleg:innen haben Angst um ihre Jobs. Wenn sich ein Aufsichtsratsmitglied die Mühe macht, eine Liste von Unterzeichnenden zu erstellen und mit der Mitarbeiter:innenliste auf der Homepage abzugleichen, wirkt das auf Beschäftige mitunter beängstigend. Die Schlussfolgerung, dass sich daraus eine “Aussage über die interne Situation” ziehen ließe, ist wiederum reine Spekulation und verkennt die unsichere Arbeitssituation, in der sich das Personal durch einen bevorstehenden Intendanzwechsel befindet. Desweiteren ist es für uns nicht nachvollziehbar, warum Herr Salzmann das Ensemble aus seiner Formel ausklammert, sind gerade sie doch am meisten von der Entscheidung des Aufsichtsrats betroffen.
Weiter bringt Herr Salzmann als Begründung für Stephanie Gräves Nicht-Verlängerung Defizite in internen Bereichen an, über die er nicht sprechen dürfe.
In Anbetracht dessen, dass große Teile des künstlerischen Personals und des Ensembles dies offenbar nicht so sehen und ein anderes Bild ihrer Intendantin zeichnen,[5] und in Anbetracht dessen, dass das Theater erfolgreich läuft, was nicht auf nennenswerte Defizite in den internen Prozessen schließen lässt, wäre es wirklich wünschenswert, mit den Mitarbeitenden in den Dialog zu treten. Gerade, wenn es darum geht, nicht nur eine einzelne Person nicht zu verlängern, sondern auch die Jobs vieler Betroffener zu gefährden und die Kulturlandschaft in ganz Vorarlberg nachhaltig zu verändern.
Für uns stellt es sich so dar, dass viele Beschäftigte des Theaters, freischaffende Künstler:innen, die oft als Gäste mit dem Theater zusammenarbeiten, und das Publikum sich für Stephanie Gräve einsetzen, ihr Rückhalt geben und ihre Bedeutung für die Kunst- und Kulturszene in Vorarlberg herausstellen. Sie tun dies im Rahmen ihrer demokratischen Grundrechte, indem sie demokratische Werkzeuge zur Meinungsäußerung nutzen (Statements in den sozialen Medien, Leser:innenbriefe, Mails und indem sie eine Petition unterschreiben).
Wir würden uns freuen, wenn diese Stimmen Gehör finden.
[1] als Pressemeldung nachzulesen hier: https://vorarlberg.orf.at/stories/3347014/