Region: Austria
Health

NEIN zur Pflegelehre!

Petition is directed to
Österreichische Bundesregierung
4.294 Supporters 4.254 in Austria
24% from 18.000 for quorum
  1. Launched 28/05/2020
  2. Time remaining 4 months
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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Das Modell der Pflegelehre soll laut Bundesministerin Schramböck so rasch wie möglich umgesetzt werden. Mit dem übergeordneten Ziel, den Personalmangel in den Gesundheits- und Krankenpflegeberufen zu bekämpfen. Nun stellt sich die Frage, ob eine Pflegelehre, bei der Jugendliche ab 15 Jahren in diesen schwierigen Beruf einsteigen, der richtige Weg dafür ist. Aus Sicht der ARGE Junge Pflege des ÖGKV LV Steiermark ist die Antwort ein klares NEIN.

Reason

Die Gesundheits- und Krankenpflege ist ein in höchstem Maße herausfordernder Beruf für dessen Ausübung es neben einer grundsoliden und möglichst hochwertigen Ausbildung vor allem einen stabilen und gefestigten Charakter bedarf. Pflegepersonen sind in ihrem beruflichen Alltag im Krankenhaus, im Pflegeheim oder im extramuralen Bereich häufig Extremsituationen, wie z.B. Gewalt, Ekel, Tod, schwersten Verletzungen oder Scham- und Stresssituationen, ausgesetzt. Dass derartige Erfahrungen in jungen Lebensjahren nicht förderlich, ja sogar schädlich für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen sind, darüber sind sich auch ExpertInnen einig. Als Beispiel möchten wir ein Interview mit der Kinderpsychologin, Fr. Dr.in Marihan Abensperg-Traun, anführen: pflege-professionell.at/at-ich-habe-grossen-respekt-vor-der-pflege

Die Gesundheits- und Krankenpflege ist der Dreh- und Angelpunkt im Gesundheitswesen. Von der Geburt bis hin zum Tod begleiten wir Pflegepersonen unsere PatientInnen und deren Angehörige in Ausnahmesituationen. Dafür bedarf es neben der fachlichen auch eine hohe soziale und persönliche Kompetenz, welche in jungem Alter nicht als Voraussetzung gesehen werden kann. Somit kann durch eine Pflegelehre auch die in der Pflege häufig zitierte Drop-Out Rate nicht reduziert werden.
Mit der Neuordnung der Pflegeausbildungen im Zuge der Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes 2016 wurde eben diesen Herausforderungen Rechnung getragen. Mit den drei aktuell bestehenden Ausbildungsschienen für Pflegeassistenz (PA), Pflegefachassistenz (PFA), sowie dem gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege wurde der undurchsichtigen Ausbildungslandschaft in der Pflege ein transparentes und durchgängiges System entgegengesetzt. Diese Optionen bieten ausreichend Möglichkeiten im Pflegeberuf Fuß zu fassen, sowohl auf akademischen als auch auf nicht akademischem Niveau. Eine weitere, vierte Ausbildungsschiene würde diese klaren Strukturen erneut destabilisieren und für Unklarheit im Pflegealltag sorgen.

Es muss auch angemerkt werden, dass der oft bemühte Vergleich mit dem Schweizer Modell der Pflegelehre nicht sehr stimmig ist bzw. einige Punkte verschwiegen wurden. Siehe dazu eine Presseaussendung des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes: www.oegkv.at/fileadmin/user_upload/Presseaussendungen/Pressemeldung_17_01_2020.pdf

Da wir nicht die einzige Organisation sind, die sich mit dem Thema Pflegelehre beschäftigt, können wir Ihnen weitere Statements empfehlen: 1. Stellungnahme des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes zur Pflegelehre www.oegkv.at/fileadmin/user_upload/Aktuell/01_Lehrlingsausbildung_Nat.Abgeordnete.pdf 2. Pflegelehre – eine doch nicht so smarte Chance von Dozent (PD) Univ.Lektor Dr. Andreas Klein www.oegkv.at/fileadmin/user_upload/Aktuell/Pflegelehre__Klein.pdf 3. Und die Pflegelehre kommt anscheinend doch… in Pflege Professionell pflege-professionell.at/und-die-pflegelehre-kommt-anscheinend-doch 4. Die Pflegelehre ist bloß alter Wein in neuen Schläuchen, Gastkommentar in der Wiener Zeitung www.wienerzeitung.at/meinung/gastkommentare/2023842-Die-Pflegelehre-ist-bloss-alter-Wein-in-neuen-Schlaeuchen.html

Zusammenfassend möchten wir festhalten: Die Gesundheits- und Krankenpflege hat einen zentralen gesundheits- und gesellschaftspolitischen Auftrag, der nur mit fach-pflegerischer Kompetenz und persönlicher Reife erfüllt werden kann. Diese Anforderungen können aus Sicht der ARGE Junge Pflege des ÖGKV LV Steiermark im Rahmen einer Pflegelehre nicht erfüllt werden. Der Schlüssel zur Bekämpfung des Personalmangels sowie der Drop-Out Rate in der Pflege ist und bleibt die Attraktivierung des Berufsbildes. Dazu kann eine Pflegelehre nur wenig Beitrag leisten.

Thank you for your support, Thomas Windhaber from Graz
Question to the initiator

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News

Das derzeitig hohe Niveau der Ausbildung muss beibehalten werden um die Qualität in der Pflege nicht zu gefährden. Professionelle Pflege erfordert professionell ausgebildetes Personal.

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • 11 hours ago

    Ich finde es falsch so junge Menschen zu schwer kranken Patienten zu schicken. Die Dropout 'Quote ist jetzt schon sehr hoch und wird damit nicht besser. In der Schweiz gibt es die Pflegelehre, dort steigen 50% der Schüler wieder aus!!! Sinnvoller wäre es mehr Personal zur Verfügung zu stellen damit die Belastung für den Einzelnen minimiert wird.

  • 15 hours ago

    Die Qualität der Pflege muss erhalten bleiben

  • 1 day ago

    berufsbedingt

  • 2 days ago

    Unzählige Untersuchungen [Berufspädagogik] zeigen, dass ein Prozentsatz über 50 nach einigen Jahren nicht mehr im erlernten Beruf tätig ist. D. h. Es wird weiterhin zuwenig erfahrene PflegerInnen geben. Sollen wir die wenigen Jugendlichen, die es jetzt und zukünftig geben wird so verheizen? Erst etwas anderes tun, dann erst in die Pflege!

  • 2 days ago

    Das komplexe Aufgabenfeld der professionellen Pflege kann nicht durch eine Lehre vermittelt werden! Abgesehen davon, dass die meisten Jugendlichen im Alter von 15 Jahren noch gar keine Vorstellung vom Pflegeberuf haben (können), WER soll der "Lehrmeister" sein? WIE soll die Vermittlung der Theorie ausschauen? Das Niveau der Ausbildung muss unbedingt gehoben und nicht abgespeckt werden. Hier darf es keine Kompromisse geben! Die Pflege ist jene Berufsgruppe, die 24 Stunden am Patienten arbeitet, die nicht nur pflegt und ärztliche Tätigkeiten übernimmt, sondern auch beobachtet, plant, vernetzt, evaluiert, organisiert, dokumentiert, vermittelt, usw. Ich bin seit 35 Jahren in diesem schönen Beruf - zuerst im stationären Bereich, dann in der Ausbildung. Seit vielen Jahren arbeite ich im QM/RM und stv. Pflegedirektorin. Die Anforderungen an die Pflegenden steigen stetig (kurze Verweildauer, tagesklinisches Setting, interdisziplinäre Belegung, hochbetagte Patienten, Demenz, ...). Stets gilt es die Prozesse anzupassen - nicht nur innerhalb der Abteilung, sondern immer mehr auch interdisziplinär. Die Pflege steht an vorderster Front und ist meist die erste Kontaktperson für unsere Patienten. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass eine Pflegelehre diesen Anforderungen gerecht werden kann - meiner Meinung nach ist es unverantwortlich gegenüber unseren Patient*innen als auch gegenüber den Jugendlichen.

    (Processed)

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