Region: Austria
Health

NEIN zur Pflegelehre!

Petition is directed to
Österreichische Bundesregierung
4.414 Supporters 4.372 in Austria
24% from 18.000 for quorum
  1. Launched May 2020
  2. Time remaining 4 weeks
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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Das Modell der Pflegelehre soll laut Bundesministerin Schramböck so rasch wie möglich umgesetzt werden. Mit dem übergeordneten Ziel, den Personalmangel in den Gesundheits- und Krankenpflegeberufen zu bekämpfen. Nun stellt sich die Frage, ob eine Pflegelehre, bei der Jugendliche ab 15 Jahren in diesen schwierigen Beruf einsteigen, der richtige Weg dafür ist. Aus Sicht der ARGE Junge Pflege des ÖGKV LV Steiermark ist die Antwort ein klares NEIN.

Reason

Die Gesundheits- und Krankenpflege ist ein in höchstem Maße herausfordernder Beruf für dessen Ausübung es neben einer grundsoliden und möglichst hochwertigen Ausbildung vor allem einen stabilen und gefestigten Charakter bedarf. Pflegepersonen sind in ihrem beruflichen Alltag im Krankenhaus, im Pflegeheim oder im extramuralen Bereich häufig Extremsituationen, wie z.B. Gewalt, Ekel, Tod, schwersten Verletzungen oder Scham- und Stresssituationen, ausgesetzt. Dass derartige Erfahrungen in jungen Lebensjahren nicht förderlich, ja sogar schädlich für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen sind, darüber sind sich auch ExpertInnen einig. Als Beispiel möchten wir ein Interview mit der Kinderpsychologin, Fr. Dr.in Marihan Abensperg-Traun, anführen: pflege-professionell.at/at-ich-habe-grossen-respekt-vor-der-pflege

Die Gesundheits- und Krankenpflege ist der Dreh- und Angelpunkt im Gesundheitswesen. Von der Geburt bis hin zum Tod begleiten wir Pflegepersonen unsere PatientInnen und deren Angehörige in Ausnahmesituationen. Dafür bedarf es neben der fachlichen auch eine hohe soziale und persönliche Kompetenz, welche in jungem Alter nicht als Voraussetzung gesehen werden kann. Somit kann durch eine Pflegelehre auch die in der Pflege häufig zitierte Drop-Out Rate nicht reduziert werden.
Mit der Neuordnung der Pflegeausbildungen im Zuge der Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes 2016 wurde eben diesen Herausforderungen Rechnung getragen. Mit den drei aktuell bestehenden Ausbildungsschienen für Pflegeassistenz (PA), Pflegefachassistenz (PFA), sowie dem gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege wurde der undurchsichtigen Ausbildungslandschaft in der Pflege ein transparentes und durchgängiges System entgegengesetzt. Diese Optionen bieten ausreichend Möglichkeiten im Pflegeberuf Fuß zu fassen, sowohl auf akademischen als auch auf nicht akademischem Niveau. Eine weitere, vierte Ausbildungsschiene würde diese klaren Strukturen erneut destabilisieren und für Unklarheit im Pflegealltag sorgen.

Es muss auch angemerkt werden, dass der oft bemühte Vergleich mit dem Schweizer Modell der Pflegelehre nicht sehr stimmig ist bzw. einige Punkte verschwiegen wurden. Siehe dazu eine Presseaussendung des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes: www.oegkv.at/fileadmin/user_upload/Presseaussendungen/Pressemeldung_17_01_2020.pdf

Da wir nicht die einzige Organisation sind, die sich mit dem Thema Pflegelehre beschäftigt, können wir Ihnen weitere Statements empfehlen: 1. Stellungnahme des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes zur Pflegelehre www.oegkv.at/fileadmin/user_upload/Aktuell/01_Lehrlingsausbildung_Nat.Abgeordnete.pdf 2. Pflegelehre – eine doch nicht so smarte Chance von Dozent (PD) Univ.Lektor Dr. Andreas Klein www.oegkv.at/fileadmin/user_upload/Aktuell/Pflegelehre__Klein.pdf 3. Und die Pflegelehre kommt anscheinend doch… in Pflege Professionell pflege-professionell.at/und-die-pflegelehre-kommt-anscheinend-doch 4. Die Pflegelehre ist bloß alter Wein in neuen Schläuchen, Gastkommentar in der Wiener Zeitung www.wienerzeitung.at/meinung/gastkommentare/2023842-Die-Pflegelehre-ist-bloss-alter-Wein-in-neuen-Schlaeuchen.html

Zusammenfassend möchten wir festhalten: Die Gesundheits- und Krankenpflege hat einen zentralen gesundheits- und gesellschaftspolitischen Auftrag, der nur mit fach-pflegerischer Kompetenz und persönlicher Reife erfüllt werden kann. Diese Anforderungen können aus Sicht der ARGE Junge Pflege des ÖGKV LV Steiermark im Rahmen einer Pflegelehre nicht erfüllt werden. Der Schlüssel zur Bekämpfung des Personalmangels sowie der Drop-Out Rate in der Pflege ist und bleibt die Attraktivierung des Berufsbildes. Dazu kann eine Pflegelehre nur wenig Beitrag leisten.

Thank you for your support, Thomas Windhaber from Graz
Question to the initiator

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News

Das derzeitig hohe Niveau der Ausbildung muss beibehalten werden um die Qualität in der Pflege nicht zu gefährden. Professionelle Pflege erfordert professionell ausgebildetes Personal.

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • Karl Karse Kraubath

    5 days ago

    weil mir meine Schwiegermutter wichtig ist und wir sie zuhause pflegen

  • Not public Natschbach

    7 days ago

    Arbeite selbst in der Pflege und finde auch, dass man mit 15 Jahren nicht reif dafür ist.

  • 8 days ago

    Der Beruf "Pflege" muss attraktiver gemacht werden, um langfristig diesen schönen aber zugleich heraus fordernden Beruf auszuüben zu können. Österreich braucht uns! Die Pflege ein wichtiger Stützpfeiler in unserer Gesellschaft, den man endlich "aufwerten" muss. Es sollte daher nicht nach Notlösung gesucht werden, nur um einen vorhandenen "Pflegenotstand" zu kaschieren!

  • on 27 Sep 2020

    Weil Krankenpflege kein Lehrberuf sein soll wird genauso ein Desaster wie die FH Es sollen Menschen im Krankenhaus in Plegeheimen usw betreut werden In der Krankenpflegeschule hat man sich ein großes Wissen in Pflege med. Bereich im Umgang erworben

  • on 24 Sep 2020

    Wir haben für die "Aufwertung des Pflegeberufs" gekämpft und schlagen nun in die Gegenrichtung ein, es werden immer mehr ärztl. Tätigkeiten an Pflegepersonen abgegeben, die Ausbildung wieder "herabgesetzt" und somit den Pflegepersonen wieder "ein Deckel" aufgesetzt, um ja nicht eigenständig zu werden bzw. springt die Politik mit dem Pflegeberuf um wie mit keiner anderen Berufsgruppe. Es wird aber vergessen, dass es wichtig ist Pflegepersonen in dem Bereich zu halten und es soll nicht sein, dass junge Menschen in einem Beruf der auch psychosoziale Kompetenzen fordert, verbrannt werden.

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