Welfare

„Lasst uns dazu gehören!“ - Kinder der Jugendhilfe fordern mehr Beteiligung

Petition is directed to
An die politischen Verantwortlichen im Land Schleswig-Holstein
66 Supporters 58 in Schleswig-Holstein
3% from 2.000 for quorum
  1. Launched 12/09/2019
  2. Collection yet 7 weeks
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. decision
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"Lasst und dazu gehören!" - 10 Wünsche an Erwachsene

Petition von Kindern und Jugendlichen aus AWO Einrichtungen in Schleswig-Holstein

1. Alle Kinder brauchen Wertschätzung!

„Jeder Mensch kommt gleich auf die Welt!“ „Nur weil wir in einer Wohngruppe leben und Hilfe brauchen sind wir nicht anders.“ „Wir wollen, dass anerkannt wird, wenn wir etwas Gutes tun.“ „Auch wir brauchen Lob, Kritik und Anerkennung.“ „Auch wir möchten uns geborgen fühlen.“

2. Behandelt uns gleichwertig!

„Wir möchten wie jeder andere normal behandelt werden.“ „Wir wollen nicht gemobbt werden, nur weil wir nicht zu Hause leben oder keine Markenklamotten haben.“ „Es ist egal woher wir kommen, wir sind auch normal wie Du, Sie und Ihr!“

3. Ermöglicht uns eine bessere Zukunft!

„Wir haben schlechte Startchancen zum Erwachsen werden.“ „Wir finden es ungerecht, dass uns 75% vom Ausbildungsgeld oder Ferienjob abgezogen werden!“ „Ich möchte einen großen Teil vom Geld behalten können, so kann ich nichts sparen für den Führerschein oder die eigene Wohnung.“ „Die AWO oder die Stadt sollen uns ein Darlehen für einen Führerschein geben“

4. Auch wir wollen ein gutes Leben führen!

„Wir möchten auch mal tolle Sachen als Hobby machen können, auch wenn es mehr Geld als ein Sportverein kostet!“ „Wir können in der Freizeit und den Ferien kaum etwas unternehmen, weil das Geld zu knapp ist.“ „5€ am Tag reichen nicht, um uns gesundes Essen zu kaufen, wie die Erwachsenen es wollen!“

5. Lasst uns Zeit zum Erwachsenwerden!

„Wir wollen nicht zum Auszug gedrängt werden, nur weil unser Wohngruppenplatz teuer ist!“ „Nur weil wir 18 Jahre werden, sind wir nicht gleich reif auszuziehen!“ „Wir brauchen Hilfe beim Umzug!“ „Wir brauchen immer eine Nachbetreuung wenn wir ausgezogen sind, weil wir es alleine nicht schaffen!“ „Wir wollen mehr unterstützt werden, wenn wir in der Verselbständigung sind!“ „Die AWO soll Wohnungen bauen, in denen wir leben können!“ „Wir möchten den Kontakt zu unseren Betreuern behalten, bis wir uns sicher fühlen.“

6. Hört uns zu und lasst uns mitgestalten!

„Redet nicht andauernd über uns sondern mit uns! Nehmt uns ernst!“ „Wir wollen über Regeln diskutieren und sie verändern, wenn sie nicht mehr aktuell sind!“ „Wir möchten in den Wohngruppen auch mal neue Möbel haben, die wir selber aussuchen dürfen. In unseren Betten haben schon so viele Kinder vor uns geschlafen.“

7. Lasst uns dabei sein!

„Wir brauchen Zugang zu Computern“. „Wir wollen nicht abgehängt sein !“ „Wir möchten auch ein Handy haben, um damit zu spielen, chatten oder mit Freunden oder der Familie zu telefonieren.“

8. Traut uns mehr zu!

„Vertraut uns, wir können mehr als ihr denkt!“ „Lasst uns mehr Freiräume, auch wenn wir mal Fehler machen.“ „Wir sind stark und mutig, wir kommen schon mit vielem zurecht.“

9. Gebt uns die Unterstützung, die wir brauchen!

„Wir sind nicht immer einer Meinung, wobei und wie viel Unterstützung wir brauchen. Akzeptiert das. Aber überfordert uns auch nicht!“ „Wir brauchen mehr Zeit und Beachtung von den Erwachsenen“

10. Unsere Familie gehört zu uns, wir haben nur die Eine!

„Wir Kinder haben ein Recht darauf, unsere Familien zu sehen.“ „Wir möchten öfter und auch mal spontan unsere Familien treffen dürfen, wenn wir danach fragen!“ „Auch der Kontakt über Handy ist doch für alle Familien ganz normal!“

Reason

100 Jahre AWO im Dienste von Kindern und Jugendlichen

Die AWO ist seit 100 Jahren aktive Zeitzeugin eines langen Weges zur Demokratie und damit deutlich älter als das Grundgesetz. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ so ist es dort festgeschrieben. Dennoch wachsen in Deutschland viele Kinder und Jugendliche unter menschenunwürdigen Lebensbedingungen auf.

In ihrer Geschichte hat sich die AWO immer für die Schwächsten in dieser Gesellschaft eingesetzt. Kinder sind aufgrund ihrer Abhängigkeit von Erwachsenen und Institutionen in hohem Maße schutz- und hilfebedürftig. Kindheit, Familie und ihre Lebensverhältnisse haben sich in den letzten 100 Jahren stark verändert. Geblieben ist das Bedürfnis unserer Kinder nach Zuwendung, Liebe, Geborgenheit und die Sehnsucht nach Anerkennung, Zugehörigkeit und „Normalität“.

Aber was ist „Normalität“ für Kinder/Jugendliche in einer reichen Gesellschaft, in der die Schere von Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft?
„Arm sein in Würde“ ist eine Illusion, mit der sich der wohlhabende Teil der Gesellschaft und oft auch Politik ein ruhiges Gewissen verschaffen.

Wir erleben seit vielen Jahren, dass Qualitätsdiskussionen im Bereich Kita und Schule außerordentlich aktiv und mit dem Rückenwind einer starken Lobby von Eltern und Politik geführt werden…und das ist auch gut so. Die Kinder, deren Eltern Hilfe zur Erziehung wie stationäre Heimerziehung, Tagesgruppen, Sozialpädagogische Familienhilfe u.a. erhalten, haben diese Lobby allerdings nicht.

Das nehmen wir nicht länger hin!

Sicher: Kinderschutz erfährt in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren Hochkonjunktur und die Anforderungen an die Qualität in der Jugendhilfe steigen beständig, leider wachsen aber die Rahmenbedingungen nicht mit. So ist z.B. eine Erzieher*in in einer Heimgruppe in der Regel immer noch mit bis zu 10 Kindern und Jugendlichen mit herausforderndem Verhalten allein im Dienst.

Daher fordern wir gemeinsam mit anderen freien Trägern das Land zu einer Refom der Heimerziehung in Schleswig-Holstein auf!

Auch andere Themen wie Armutbekämpfung und der Übergang von Jugendlichen in das Erwachsenleben treiben die AWO in der Jugendhilfe um.

Während Kinder aus gut situierten Familien zunehmend länger das Nest ihrer Familien zum Erwachsen werden nutzen, werden diese aus der Jugendhilfe oft aus Kostengründen schon ab 16 Jahren spätestens ab 18 Jahren „ verselbständigt“. Oft ist der Preis dafür sehr hoch: Die jungen Menschen leiden unter Einsamkeit, Existenzangst und viele von ihnen scheitern an zu hohen Erwartungen in zu kurzer Zeit.

Anlässlich ihres Jubiläumsjahres stellt die AWO Jugend- und Familienhilfe in Schleswig-Holstein insbesondere die Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt, die durch Armut und andere stark belastende Lebensumstände ihrer Eltern schlechtere Startchancen für ein gesundes Aufwachsen in dieser Gesellschaft haben.

Die pädagogischen Fachkräfte haben in unseren Einrichtungen diese Kinder täglich im Blick und wissen um die seelischen und körperlichen Verletzungen, die sie erleiden. Aber sie wissen auch um ihre Kraft und ihre Stärke und darum, dass sie jede Mühe wert sind.

Im Rahmen eines Partizipationsprojektes mit einer Teilnahme von 25 delegierten Kindern/Jugendlichen aus unseren Jugendhilfe-Einrichtungen haben die Kinder mit großem Engagement und Kreativität eine Petition verfasst: Viele Wünsche und Anliegen in Bezug auf ihr Leben haben sie an uns Erwachsene formuliert. Die 10 wichtigsten sind in ihrer „Petition“ zusammengefasst.

Die Pädagog*innen, die die Kinder bei diesem Projekt über 4 Monate begleitet haben, sind aufgrund ihrer vielen Alltagserfahrungen doch überrascht, dass es den Kindern zwar auch, aber nicht vorrangig um materielle Dinge geht. Über allen Wünschen steht:

„Lasst uns dazu gehören!“

Wir, die Verantwortlichen der AWO Jugend- und Familienhilfe in Schleswig-Holstein, setzen uns weiter intensiv dafür ein, dass die berechtigten Wünsche und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen auf breiter Ebene Gehör und Berücksichtigung finden!

Dirk Behrens / Leitung
Renate Prüß / Regionalleitung Süd-Ost
Jörg Matthews / Regionalleitung Süd-West
Daniela Westphal-Gerigk / Regionalleitung West

September 2019

Thank you for your support, AWO Schleswig-Holstein from Kiel
Question to the initiator

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Why people sign

  • Hanna Benz Lübeck

    6 h. ago

    Es geht um die Zukunft, die auf den Kindern basiert. Kinder sind die zukunft

  • 1 day ago

    Alle Kinder sind unsere Zukunft!!!

  • 2 days ago

    Meine Eltern sind in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg aufgewachsen, teilweise vollständig ohne leiblichen Vater, ihre Mütter hatten wenig Einkommen. Das hat ihr Potenzial erheblich ausgebremst. Meine Mutter hat mehr darunter gelitten aber trotzdem bravourös ihre Möglichkeiten umgesetzt, mein Vater sah es eher moderat, von einer philosophischen Sicht aus, aber seinen Beruf mochte er mir auch nicht empfehlen. Das ist der familiärer Hintergrund, geschehen in einer Zeit, teilweise eben Kriegszeit, wo es die Wohlstandsgesellschaft noch nicht gab. Seit etlichen Jahrzehnten der Nachkriegszeit wäre eigentlich genug Geld vorhanden gewesen, Menschen in Not mit Kindern angemessen zu unterstützen. Es ist etwas passiert, aber weniger als möglich gewesen wäre. Ich schäme mich manchmal, das eine führende Industrienation zu wenig unternimmt, möglichst viele Menschen mitzunehmen. Statt dessen geben wir uns mit einem herzlosen Kapitalismus zufrieden, der im Extremfall auf der unteren Schiene gerade mal das biologische Verhungern abdeckt ( Kann sein, das das nun übertrieben dargestellt ist, aber mir tut es oft weh, wenn ich Kinder in Not sehe. Ebenso ist es bei Senioren, die nicht viel älter sind als ich es bin und völlig hilflos wirken oder auch sind. Wo bleibt die Würde des Menschen, der Verfassungsanspruch und letztlich der Wille aller Menschen die dies beachten wollen wollen – das ist wohl irgendwie immer noch zu sehr unter den Tisch gefallen ).

  • Jennifer Müller Breitenfelde

    2 days ago

    Kinder haben ein Recht auf Mitsprache. Und diese sollte gehört sowie etnst genommen werden.

  • 2 days ago

    Meine verstorbene Pflegetochter hat zum Schluß selbst in einer Einrichtung gelebt. Ich war dort mit einigen Dingen nicht einverstanden , konnte aber nicht das bewegen was ich wollte. Es sollte auch öfter mal auf die Pflegeeltern gehört werden, sprich sie sollten mehr Mitspracherecht bekommen.

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