Petition addressed to:
Deutschland
Die Cookierichtlinie hat eine Menge Positives bewirkt. Viele Menschen wurden erst durch sie darauf aufmerksam, dass, und in welchem Umfang im Hintergrund Daten über ihre Person erhoben und zu oft unklaren Zwecken genutzt wurden.
Allerdings leidet in der aktuellen Umsetzung die Benutzbarkeit des WWW durch die vorgeschalteten Consent-Banner / Cookie Popups. Die Gestaltung der Consent-Banner ist in vielen Fällen auch so gewählt, dass es erheblich erschwert wird, andere Einstellungen als "alles zulassen" zu wählen.
Wir fordern eine Anpassung der Richtlinie, um eine automatisierte Einstellung des Cookie-Consents zu ermöglichen.
Für die überwiegende Mehrheit der Benutzer ist es nicht erforderlich/erwünscht, für jeden Dienst einzelne Entscheidungen zu den erwünschten Cookies zu treffen - zumindest nicht beim ersten Kontakt mit einer Seite. Eine automatische Einstellung der für den Nutzer erwünschten Cookie-Typen an zentraler Stelle verbessert die Benutzererfahrung und stellt sicher, dass für alle Seiten auch der tatsächliche Nutzerwunsch erfasst wird.
Technisches: Zur Gewährleistung des Datenschutzes sollte die automatisierte Einstellung über einen Mechanismus erfolgen, der der vollständigen Kontrolle des Benutzers unterliegt, z.B. die Präferenzeinstellungen seines Webbrowsers. Mit dem DNT (do not track) Header existiert bereits ein Mechanismus, der entsprechend erweitert werden könnte. Beim ersten Besuch einer Website können somit die Cookie-Präferenzen des Benutzers gesetzt werden, ohne dass dieser zunächst mit einem Consent-Screen interagieren muss. Werden keine entsprechenden Informationen gesendet, kann der bisherige Mechanismus genutzt werden. Ebenso kann eine Seite eine feiner granulare Einstellung - z.B. für einzelne Anbieter - anbieten oder bei Bedarf (z.B. bei der Aktivierung von optionalen Diensten) um eine Erweiterung des Consents bitten. Die Anpassung der Richtlinie soll so gestaltet sein, dass in der Regel eine normale Interaktion mit der Seite keine Consent-Screens erfordert, und Consent z.B. für optionale Features lediglich im Zusammenhang mit einer expliziten Aktion des Nutzers erlaubt sind. Insbesondere soll es nicht erlaubt sein, wieder und wieder nach Consent zu fragen, bis alle Nutzungen (genervt) erlaubt werden.
Ziel: Mit der Anpassung der Richtlinie soll erreicht werden, dass der Nutzer die volle Kontrolle über die verwendeten Cookies behält, er nicht durch Benutzbarkeits-Tricks verleitet wird, Rechte zu vergeben, die er nicht möchte, und seine Nutzererfahrung nicht durch Consent-Banner beeinträchtigt wird.
Reason
In der aktuellen Umsetzung der Cookie-Richtlinie leidet die Benutzbarkeit des WWW, insbesondere bei Nutzung von Nachrichtenaggregatoren, die Links zu einer Vielzahl von verschiedenen Quellen enthalten. Aktuell erhält man von jeder dieser Quellen einen Cookie-Consent Screen mit zumeist überbordenden Einstellmöglichkeiten sobald man nicht mit "Alle akzeptieren" zufrieden ist. Des weiteren wird der Consent-Screen von vielen Seiten immer wieder angezeigt, sofern man nicht "Alle akzeptieren" gewählt hat.
Das führt letztlich dazu, dass viele Nutzer letztlich Cookies akzeptieren, die von ihnen nicht gewollt sind, um mit erträglichem Aufwand an den Content zu kommen und dazu, dass ein Klickreflex eintrainiert wird, der auch dazu missbraucht werden kann, andere ungewollte Einverständnisse abzuholen.
Dieser Zustand kann nicht im Sinne der Richtlinie sein, mit der erreicht werden sollte, dass der Benutzer die Kontrolle über die Verwendung von Cookies auf seinem Endgerät erhält und explizit der Verwendung zustimmen muss.
Photo-Credits: Photo by Food Photographer | Jennifer Pallian on Unsplash