Wir fordern vom deutschen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Erlauben Sie Bassam Antakly in Deutschland zu bleiben! Er war Regierungsgegner in Syrien und hat an Demonstrationen gegen die Politik Baschar al-Assads, gegen Korruption und für mehr Demokratie und die Wahrung der Menschenrechte teilgenommen. Dafür kam er ins Gefängnis und wurde gefoltert. Er kann nicht in seine Heimat zurück. In Bulgarien hatte er für drei Jahre subsidiären Schutz erhalten. Dort war er menschenunwürdigen Gefängnissen und Lagern, rassistischen Angriffen und Diskriminierungen ausgesetzt. Man gab ihm keine Chance, sich ein Leben aufzubauen. Inzwischen wurde sein Asylantrag in Deutschland als unzulässig abgewiesen. Er kann jeden Moment abgeschoben werden.

Reason

Als im Frühjahr 2011 in Bassam Antaklys Heimatstadt Latakia Menschen begannen, für mehr Demokratie auf die Straße zu gehen, war er von Anfang an dabei und er versuchte auch, all seine Freunde und Bekannten für die Proteste zu mobilisieren. Das endete für ihn mit Gefängnis und Folter. Als er entlassen wurde, sollte er sein Geographiestudium unterbrechen und seinen Militärdienst ableisten. Er wollte aber nicht gegen seine eigenen Landsleute in den Bürgerkrieg ziehen. Nach Deutschland kam Bassam Antakly im Juni 2014 und stellte einen Asylantrag. Erst Ende Januar 2015 bekam er Auskunft über seine Bleibeperspektive von den Behörden. Bevor er nach Deutschland kam, hatte er in Bulgarien subsidiären Schutz erhalten. Vorher war er dort im Gefängnis gewesen, von dem er erzählt, dass es aufgrund von willkürlicher Gewalt, Platzmangel und unhygienischen Bedingungen schlimmer war als im Syrischen Gefängnis. Als er seinen Schutzstatus erhalten hatte, war er auf sich allein gestellt. Die Arbeitslosigkeit in Bulgarien ist hoch. Er fand keinen Job. Eine Wohnung teilte er sich mit anderen Geflüchteten. Die Nachbarschaft deponierte ihren Müll vor der Tür und beschmierte sie mit fremdenfeindlichen, rechten Parolen und Hakenkreuzen. Oft wurden Bassam Antakly und seine Freunde auf der Straße verprügelt, mit Messern angegriffen oder gejagt. In Bulgarien sah er keine Chance, sich ein neues Leben aufzubauen und mit einer Arbeit für sich selbst zu sorgen. Deshalb reiste er zu seinem Bruder, der seit langem in Norwegen lebt und dann weiter nach Deutschland. Sein Antrag wurde wegen des gewährten Schutzes in Bulgarien als unzulässig abgelehnt. Bassam Antakly sollte Deutschland innerhalb von 30 Tagen verlassen. Dagegen klagte er sofort, da er aufgrund der schrecklichen Erfahrungen in Syrien sowie Bulgarien schwer traumatisiert ist. Während das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Gericht die Zuständigkeit hin und her schoben, wartete er 27 Monate lang. In der Zwischenzeit hat er Deutsch gelernt, sehr viele Freunde gefunden und sich ehrenamtlich engagiert. Deutschland ist seine zweite Heimat geworden. Wenn er nicht gehofft hätte, dass er in Deutschland eine reale Chance auf Asyl hat, sagt er, wäre er nicht hierher gekommen. Die Jahre des Wartens hat er genutzt, um sich einzuleben. Er hatte sogar zwei Ausbildungsplätze in Aussicht, doch die Behörden erteilten ihm keine Arbeitserlaubnis. Im Mai 2017 erhielt er vom BAMF erneut einen negativen Bescheid. Nun sagen die Behörden, dass er nach Bulgarien zurück muss. Auch die Klage im Eilverfahren ist gescheitert. Bassam Antakly sagt, er hat keine Kraft mehr, nach all der Zeit des Wartens und der Unsicherheit, von vorn anzufangen. Die Folge seiner ganzen Geschichte von Protesten, über Folter, Gefängnis und Flucht bis zur europäischen Bürokratie sind eine posttraumatische Belastungsstörung und Depressionen. Bassam ist unser Freund, wir wollen ihn nicht verlieren. Wir wünschen uns, dass er sich hier ein selbstbestimmtes Leben ohne Angst aufbauen kann.

Thank you for your support, tea e.V. from Heilsbronn
Question to the initiator

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  • Liebe Abschiebungsgegner_innen und Unterstützer_innen von Bassam,

    wir haben nun vier Wochen lang online Unterschriften gesammelt und freuen uns über 415 Menschen, die sich dafür einsetzen, dass Bassam nicht seine neue Heimat und seine neuen Freund_innen verliert, sondern in Ansbach ein Leben ohne Angst beginnen und eine Ausbildung abschließen kann. Wir werden Eure Unterschriften jetzt bei den Petitionsausschüssen des Bayerischen Landtags und des Deutschen Bundestags einreichen und hoffen, dass die Politik Bassams individuellen Fall prüft und ihm mit Mitleid und Menschlichkeit begegnet.
    Das wollen wir Euch noch mit auf den Weg geben: Lasst Euch nicht entmutigen! Engagiert Euch nicht nur, wenn es 'etwas bringt'. Im Hinblick auf unser intransparentes und unmenschliches Asylsytem ist es wichtig, der Politik zu zeigen, dass nicht alle Bürger_innen populistische rechte Parolen von Ihren Repräsentant_innen erwarten! Auch wenn Sie Bassam nach Bulgarien abschieben, sollen sie wissen, dass wir damit nicht einverstanden sind!

    Herzlichen Dank, besonders im Namen von Bassam, für Eure Hilfe! Wir werden Euch auf dem Laufenden halten!
    Manuela Körner-Ingold und Julia Ingold

  • Demonstration: Bleiberecht für Bassam Antakly aus Syrien!
    am Samstag den 19. August 2017 um 17.00 Uhr in der Ansbacher Innenstadt

    Am Samstag Abend hatte der gemeinnützige Heilsbronner Verein tea e.V. zu einer Demonstration in der Ansbacher Innenstadt aufgerufen. Dem ehrenamtlichen Helfer Bassam Antakly, der als Kriegsdienstverweigerer aus Syrien floh, droht die Abschiebung nach Bulgarien. Es versammelten sich ungefähr fünfzig Personen, um dagegen zu protestieren. Bassam Antakly war in Syrien Regierungskritiker und wurde aufgrund seines politischen Engagements dort im Gefängnis gefoltert. Fliehen musste er schließlich, um dem Militärdienst und damit dem Krieg gegen seine eigenen Landsleute zu entgehen. Auf seiner Flucht Richtung Deutschland, wurde er in Bulgarien aufgegriffen. Er wurde gezwungen, dort einen Asylantrag zu stellen und erhielt subsidiären Schutz, der bis Herbst 2016 gültig war. Das sogenannte Dublin-Abkommen zwischen allen EU-Staaten schreibt vor, dass Geflüchtete in dem Staat Asyl beantragen müssen, in dem sie zuerst EU-Boden betreten haben. Im Juli 2017 hat der Europäische Gerichtshof dieses Vorgehen als rechtens bestätigt, aber ausdrücklich auf das Selbsteintrittsrecht hingewiesen. Das heißt, Deutschland darf sich solidarisch zeigen und Geflüchteten anstelle von Bulgarien Schutz gewähren. Die Zustände in Bulgarien sind bekanntlich vor allem für Geflüchtete aus dem arabischen Raum prekär. Es herrscht dort ein islamophobes Klima. Nicht nur wurde Bassam Antaklys Wohnungstür in Sofia mit Hakenkreuzen beschmiert, er wurde auch auf offener Straße regelmäßig gejagt, angegriffen und verletzt. An Integration durch Sprachkurse und einen Job war gar dort nicht zu denken. Deshalb reiste er weiter nach Deutschland und stellte einen Asylantrag. In der Zwischenzeit lernte er Deutsch, schloss Freundschaften und engagierte sich ehrenamtlich.
    Erst nach über drei Jahren des Wartens erhielt er den endgültigen Bescheid, dass sein Asylantrag aufgrund des Dublin-Verfahrens in Deutschland unzulässig sei und er ausreisen müsse. Seine Bitte um Schutz wurde also nicht einmal geprüft! Nun kann er jeden Moment abgeschoben werden. Was ihn dann erwartet ist ungewiss. Die syrische Staatsbürgerschaft wurde ihm schon 2013 aberkannt. Das bulgarische Dokument, das den subsidiären Schutzstatus bestätigt, ist schon 2016 abgelaufen. Wenn Bassam Antakly jetzt nach Bulgarien zurückkehrt, droht ihm wieder die Inhaftierung in einem Gefängnis oder Lager, in dem die Bedingungen, so erzählt er es, noch schlimmer sind, als die in Syrien. Er wäre dort der Willkür der Polizeibeamten schutzlos ausgesetzt. Es könnte auch passieren, dass er weiter abgeschoben wird, zum Beispiel in die Türkei. Weil das Team von tea e.V. und viele Freundinnen und Freunde von Bassam dies verhindern wollen, gingen sie am Samstag Abend in der Ansbacher Innenstadt auf die Straße. Zuerst sammelten sie Unterschriften für die Petition, die sie beim deutschen Bundestag eingereicht haben. Sie fordern darin den Bundestag auf, im Fall von Bassam Antakly das Selbsteintrittsrecht gegenüber Bulgarien wahrzunehmen und Bassam Antaklys Asylantrag vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge prüfen zu lassen. Mit Transparenten und Redebeiträgen machten sie auf die Notsituation ihres Freundes aufmerksam. Gegen 18.30 Uhr bewegte sich eine laut protestierende Gruppe vom Platz An der Riviera nahe dem Brücken-Center durch die Fußgängerzone, über die Promenade, durch das Herrieder Tor wieder bis zurück zum Startpunkt. Dabei verteilten sie Flugblätter an interessierte Passantinnen und Passanten und informierten die Ansbacher Bevölkerung. Sie forderten lautstark: „1. Bleiberecht für Bassam Antakly. 2. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Deutscher Bundestag: Nutzen Sie im Bezug auf die Dublin-Verordnungen solidarisch das Selbsteintrittsrecht Deutschlands gegenüber ‚ärmeren‘ EU-Ländern, wie Bulgarien! 3. Keine Abschiebungen von Integrierten Menschen! 4. Keine Abschiebungen nach Bulgarien!“ Sie sammeln weiterhin online Unterschriften unter openpetition.eu/!bassambleibt. Sie wünschen Bassam, dass er in dem Land, in dem er sich sicher fühlt, ein soziales Netzwerk aufgebaut und die Sprache gelernt hat, endlich ein neues Leben ohne Angst und Ungewissheit aufbauen kann.

  • Diesen Samstag, den 19. August demonstrieren wir für Bassams Bleiberecht und für das Bleiberecht aller integrierten Flüchtlinge! Treffpunkt: 17:00 Uhr, An der Riviera, Ansbach. Wir fordern:
    - Bleiberecht für Bassam Antakly aus Syrien!
    - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Deutscher Bundestag: Nutzen Sie im Bezug auf die Dublin-Verordnungen solidarisch das Selbsteintrittsrecht Deutschlands gegenüber ‚ärmeren‘ EU-Ländern, wie Bulgarien!
    - Gegen Abschiebungen von Integrierten Menschen!
    - Gegen Abschiebungen nach Bulgarien!

    Kommt alle! Je mehr teilnehmen, desto mehr Aufmerksamkeit bekommen wir in den Medien!

    Mitbringen:
    - Presse und Freund_innen einladen!
    - Lärm-Instrumente (Trillerpfeifen, Töpfe, Kochlöffel, Trommeln usw.)
    - Plakate, Banner, Schilder mit den oben genannten Forderungen (weitere mögliche Parolen: Solidarität mit Bassam!, Bassam soll bleiben!, Refugees Welcome!, Kein Mensch ist illegal!)
    - Tragbare Musikbox

    Was?
    - Bei Passant_innen Unterschriften für unsere Petition sammeln
    - An der Riviera werden wir ab 17:00 Uhr ca. alle 15 Minuten einen Flashmob machen, bei dem sich eine Gruppe unterhält und plötzlich ziehen zwei bis drei Leute eine Person weg und schleppen sie/ihn um die Ecke. Die Gruppe weiß nicht, wie ihr geschieht.
    - Bitte ALLE MITACHEN, die da sind!! Wenn jemand schauspielerisch begabt ist, kann er/sie gern Tipps geben und natürlich MITMACHEN!!
    - Um 18:30 Uhr startet der Demonstrationszug Richtung Bahnhof.

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