Aufgrund der derzeitigen Situation an der FHWien der WKW und den daraus resultierenden Missständen wenden wir uns an Sie als VertretInnen der EigentümerInnen und als Interessenten an der Zukunft der FH. Konstruktive Kritik, wie sie in diesem Schreiben noch folgt, wurde bereits an die derzeitige Leitung persönlich weitergetragen. Sie blieb jedoch ohne Erfolg und vor allem ohne Feedback. Wir sehen uns verpflichtet, Sie über folgende Probleme zu informieren. Wir sind uns äußerst sicher, dass, wenn wir als StudentInnen o.g. Missstände bereits im Alltag erleben, dass die Problematik innerhalb der Organisation der FHWien der WKW, bereits gravierender sein muss.

Strukturelle Probleme:

Den Studierenden sind Mängel an der internen Organisation aufgefallen. Jene Unstimmigkeiten tragen maßgeblich zu einer negativen Grundstimmung gegenüber der Bildungseinrichtung bei und haben uns letztlich dazu bewogen, diesen Schritt zu setzen. Beispielsweise werden Änderungen in Curricula, generellen Abläufen und anderen maßgeblichen Themen unserer Meinung nach unzureichend kommuniziert und die persönliche Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Institut immer mehr erschwert wird. Weiters haben wir festgestellt, dass der Lehrplan der BB-Gruppen ident mit dem der VZ-Gruppen ist, dies jedoch keineswegs auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Studienkonzepte eingeht. Als Beispiel seien hier Intensivwochen angeführt, die mit Leichtigkeit auf die Abende der vorhergehenden und nachfolgenden Wochen aufgeteilt hätten werden können.

Qualität:

Da wir uns um den guten Ruf und die Qualität der Ausbildung der FHWien der WKW sorgen, müssen wir des Weiteren anmerken, dass engagierte und fachlich besonders kompetente Lehrkräfte zunehmend resignieren, das Haus verlassen oder in Syllabi gedrängt werden, die nicht ihren Kompetenzen und Lehrmethoden entsprechen. Besondere Kritik äußern wir gegenüber den auf Englisch gehaltene Lehrveranstaltungen, die von LektorInnen durchgeführt werden, die keine native Speaker sind. Zum Teil werden jene LektorInnen zum Abhalten der Lehrveranstaltungen auf Englisch angehalten, da Sie ansonsten mit der Konsequenz des Verlusts ihres Lehrauftrags konfrontiert wurden. Auch die Thematik des LektorInnenmangels wollen wir aufgreifen. Hier kam es bereits vor, dass zwei Wochen vor Lehrveranstaltungsbeginn noch kein qualifizierter Lehrkörper engagiert wurde und somit ungenügend für Ersatz gesorgt wurde. Digitale Impulse in Form von Distance Learning Einheiten sehen wir nicht kritisch, da das Selbststudium ein grundlegender Charakter eines jeden Studiums ist. Sie sollte jedoch durch die Konzeption einen Mehrwert für die StudentInnen darstellen und die didaktischen Möglichkeiten voll ausschöpfen. Abwechselnde Lehrkräfte aus verschiedenen Branchen innerhalb eines Moduls sind vorteilhaft, um ein breiteres Fachwissen zu generieren, es sich aber kontraproduktiv entwickelt, wenn es zwischen den Parteien nicht zum Austausch oder Abstimmung der Inhalte kommt. So werden Lehrmaterialien Teils von einem bzw. einer LektorIn verfasst, ohne Absprache weitergeleitet und ohne Vorbereitung der verbleibenden Lehrkörper in der jeweiligen Lehrveranstaltung verwendet.

Evaluierung:

Das Evaluierungs- und Feedbackkonzept wird zwar auf anonymer Basis regelmäßig angesetzt, führt jedoch zu ernüchternden Ergebnissen. Zum einen ist der Fragebogen standardisiert und für jede Lehrveranstaltung gleich, zum anderen lässt er keinen Raum für konstruktive und individuelle Kritik. Wir hatten nicht den Eindruck, dass unsere konstruktiven Rückmeldungen entsprechend gehört werden bzw. zu Veränderungen führen.

Begründung

Folgende, massive Auswirkungen sehen wir kurz- und langfristig:

Aufgrund der sinkenden Qualität des Studiums ergibt sich eine sinkende Motivation und schlechtere Ausbildung der Studierenden. Dies schmälert langfristig die Attraktivität der BA und MA -Studiengänge und führt zum Ausbleiben von Weiterempfehlungen. Der Abgang qualifizierter und wertgeschätzter LektorInnen führt zu einem Mangel an kompetenten und praxiserfahrenen LektorInnen. Durch den drohenden Imageschaden befürchten wir einen erheblichen Verlust der Reputation unserer Ausbildung und somit eine geringere Attraktivität für ArbeitgeberInnen, als auch einen Rückgang an zukünftigen BewerberInnen. Durch diese Faktoren wird die FH weniger interessant für neue Praxis- und KooperationspartnerInnen.

Daher richten wir uns als derzeitige StudentInnen aber auch als AbsolventInnen an Sie als EigentümerInnen, entsprechende inhaltliche und organisatorische Maßnahmen zu treffen, um dem ursprünglichen Ziel der FHWien der WKW, Nachwuchsführungskräfte praxisorientiert und fundiert auszubilden, wieder gerecht zu werden. Die ausgezeichnete Reputation der FHWien der WKW soll in unser aller Interesse erhalten und wieder gesteigert werden. Wir sehen hier aktuell noch Potenzial für einen Richtungswechsel, da es noch hochqualifizierte und idealistische LektorInnen gibt, die mit Herzblut, Fachwissen und didaktischer Kompetenz an unser FHWien der WKW unterrichten und diese Vision verinnerlicht haben. Uns ist bewusst, dass, selbst wenn Änderungen und Maßnahmen für höhere Qualität unserer Bildungseinrichtung eingeleitet werden, es Zeit in Anspruch nehmen wird um Ergebnisse zu erzielen. Möglicherweise werden wir diese Maßnahmen als Studierende nicht mehr miterleben, dafür jedoch unsere NachfolgerInnen. Jene, die wir als zukünftige UnternehmerInnen, Führungskräfte und Personalverantwortliche gerne als qualifizierte MitarbeiterInnen einstellen würden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Rauf Bilgili aus Pottendorf
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