Glyphosat – ein Wirkstoff, der vielen aus dem Unkrautvernichtungsmittel „Roundup“ bekannt ist – wurde Ende März dieses Jahres von der WHO-Krebsforschungsagentur IARC als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ (Kategorie 2a) eingestuft. Der hierzu erst kürzlich erschienene vollständige Bericht legt dar, dass der Stoff auch das Erbgut verändern könnte. Laut einer Kurzexpertise der ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt (ÄGU) in meinem Auftrag kann Glyphosat außerdem Antibiotikaresistenzen hervorrufen.

Die EU-weite Zulassung für Glyphosat läuft mit Ende 2015 aus, weshalb der Stoff nun neu bewertet wird, um dann über eine Neuzulassung zu entscheiden. Dies ist eine einmalige Gelegenheit, eine Weiterverwendung zu unterbinden. Eine eindeutige österreichische Positionierung gegen eine Neuzulassung in diesem Verfahren wäre dafür besonders wichtig.

Diese Petition richtet sich daher an die Bundesregierung, vor allem an Umweltminister Rupprechter und Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser: Unterschreiben Sie, damit sich Österreich in der EU gegen eine Neuzulassung des Giftstoffes Glyphosat engagiert!

Denn der Schutz von Mensch, Gesundheit und Umwelt muss wichtiger sein als die Gewinninteressen einiger Konzerne!

Begründung

Glyphosat ist der weltweit am häufigsten verwendete Wirkstoff für sog. Pflanzenschutzmittel. In der EU ist es seit 2002 zugelassen. Es wirkt giftig für Wasserorganismen und wird deshalb als umweltgefährdend eingestuft. Im Frühjahr wurde es von der WHO-Krebsforschungsagentur IARC als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

In Österreich wird Glyphosat in der Landwirtschaft, im Wein- und Obstbau und im Gartenbau zur Unkrautbekämpfung vor der Aussaat oder nach der Getreideernte im Herbst zur Beseitigung von Getreidestoppeln verwendet. Auf Wiesen und Weiden ermöglicht es die Bekämpfung einzelner ausdauernder Unkrautpflanzen und das Erneuern stark verunkrauteter Grünlandflächen. In vielen Gemeinden wird Glyphosat zur Unkrautbekämpfung auf öffentlichen Flächen verwendet.

Alleine in Österreich sind derzeit 37 glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel zugelassen. Einige Baumärkte haben bereits reagiert und diese Produkte aus dem Handel genommen, die allgemeine Zulassung der Nutzung ist jedoch weiterhin aufrecht – trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse der Gefahren und heftigster Kritik und Bedenken von führenden Mediziner/innen. Diese bisherige Nichtbeachtung des Vorsorgeprinzips unzumutbar, insbesondere für Personengruppen, die dem Gift direkt ausgesetzt sind.

Aufgrund der WHO-Einstufung als „wahrscheinlich krebserregend“ sowie der Erkenntnis des erbgutverändernden Potentials können WissenschaftlerInnen keinen für die Gesundheit unbedenklichen Grenzwert festlegen. Der Mensch sollte bestenfalls gar nicht mit Glyphosat in Berührung kommen. Dazu kommt, dass fertig formulierte, glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel eine höhere toxische Wirkung haben können als der reine Wirkstoff für sich genommen.

Die EFSA – die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit – hat für kommenden Herbst eine Neubewertung angekündigt. Das deutsche BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung), das in dieser Sache als Berichterstatter fungiert, hält trotz der IARC-Einstufung an seiner Einschätzung fest, eine Glyphosataufnahme im Rahmen der gesetzlichen Rückstandshöchstgehalte sei unbedenklich und empfiehlt die Zulassungsverlängerung. Umso wichtiger sind deutliche Signale aus anderen EU-Mitgliedsstaaten.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Neuigkeiten

  • Sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer!

    Die Petition für den Einsatz der österreichischen Bundesregierung gegen eine Neuzulassung des Pflanzenvernichtungsmittels Glyphosat ist nun beendet:
    1.515 Menschen haben in dieser Form ihre Sorge über dieses Mittel bekundet.

    Als nächsten Schritt habe ich heute die gesammelten Unterschriften an die Bundesregierung übermittelt und nochmals eindringlich ersucht, dass über die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger nicht hinweggesehen wird.

    Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Unterstützung!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Landesrat Rudi Anschober

Pro

"Wahrscheinlich krebserregend" - ich glaub da gibts in Wirklichkeit kein überzeugendes Argument, weshalb dieses Mittel ernsthaft als "alternativlos" bzw. unabdingbar betrachtet werden sollte ...

Contra

Kurz gesagt: Ich bin für eine Kontrolle von Glyphosathaltigen Herbiziden, gegen für G. genveränderte Pflanzen, würde ein generelles Verbot ablehnen, wenn die Wahl zwischen G. und G.-Verbot wäre aber für ein G.-Verbot. Zuerst um diese Punkte aus dem Weg zu räumen: Glyphosat ist krebserregend und sorgt für Missbildungen bei Kindern. Aber: Dies tritt nur bei Verwendung in unüblich großen Mengen auf. Genpflanzen halten G. aus, weshalb es in Arg. entsprechende Folgen gibt. Zudem können schädliche Pilze wachsen. Deshalb: Importverbote für Lebensmittel bei denen es unsachgemäß angewendet wurde!