Die Nationralratswahl 2013 in Österreich ergibt eine Neuauflage der großen Koalition zwischen der SPÖ und ÖVP (27% bzw. 24% Stimmanteil). In deren Regierungsprogramm [1] sind einige visionslose Kleinigkeiten niedergeschrieben, während große Änderungen ausbleiben.

Eine große Änderung gibt es allerdings: Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) soll aufgelöst und die Agenden von Universitäten, Wissenschaft und Forschung in Österreich vom Wirtschaftsminister wahrgenommen werden.

Allerdings ist klar: Die Auflösung des BMWF ist aus vielen Gründen unvernünftig und nachteilig für die österreichische forschungs- und universitäre Landschaft.

Wir treten dafür ein, dass das Wissenschaftsministerium erhalten bleibt und weiterhin alle bisherigen Aufgaben und Verantwortungen übernimmt. Hierfür brauchen wir ausreichend Momentum und Unterstützung - denn Bildung, Forschung und Wissenschaft betreffen uns alle.

Quelle: [1] Regierungsprogramm der SPÖVP 2013-2018. Online von: images.derstandard.at/2013/12/12/regierungsprogramm%202013%20-%202018.pdf

Reason

Es gibt zahlreiche Gründe, die für ein eigenes Ministerium für Wissenschaft und Forschung sprechen, hier seien nur kurz einige genannt:

  1. Unabhängigkeit von Wissenschaft und Forschung: es ist zu erwarten, dass die Bündelung von Wirtschaft und Wissenschaft in einem Ministerium zu einer wechselseitigen Beeinflussung führt, welche die Freiheit und Unabhängigkeit der Wissenschaft und Forschung gefährden kann.
  2. Stellenwert: Bildung und Wissenschaft sind große und wichtige Bereiche, die das Leben aller Österreicher und Österreicherinnen betreffen und beeinflussen - sie sind zu wichtig, als sie im Wirtschaftsministerium als ungebliebte Kinder zu verstecken.
  3. Personale Kompetenz: während der letzte Wissenschaftsminister Universitätsprofessor ist und Rektor der Universität Innsbruck war, hat der nun vorhergesehene Minister zwar ein Studium abgeschlossen - vor über 33 Jahren - ist aber seither nicht durch große Kompetenz in universitären und wissenschaftlichen Fragen aufgefallen.
  4. Umfang: Wissenschaft, Forschung und universitäre Bildung sind zu große und unterschiedliche Bereiche - es gibt insgesamt rund 1961 Studienrichtungen in Österreich - die in einem Wirtschaftsressort nicht qualitätvoll bearbeitet werden können.
  5. Internationalisierung: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung nicht in einem Ministerium zu bündeln läuft dem weltweiten Trend der Forcierung der Bereiche entgegen. Österreich betritt damit die Vergangenheit: Wissenschaftsministerien gab es mit Hertha Firnberg ab Bruno Kreiskys erster Regierung. Das war 1970.

DAHER - Unterstütze diese Petition & Hilf, das eigenständige Wissenschaftsministerium Österreichs zu erhalten!

Thank you for your support, Julian Wenninger from Graz
Question to the initiator

News

  • Liebe Unterstützende,
    der Petent oder die Petentin hat innerhalb der letzten 12 Monate nach Ende der Unterschriftensammlung keine Neuigkeiten erstellt und den Status nicht geändert. openPetition geht davon aus, dass die Petition nicht eingereicht oder übergeben wurde.

    Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und die Unterstützung,
    Ihr openPetition-Team

  • Liebe LeserInnen!
    Die erste Etappe ist geschafft, das Ziel aber noch nicht erreicht. Über 10.000 Menschen aus Österreich und der ganzen Welt unterstützen inzwischen unsere Forderung nach einem eigenständigen Wissenschaftsministerium! Zusätzlich haben sehr viele in ihren Kommentaren ihre eigenen Gedanken und Beweggründe dargelegt, für die ich sehr dankbar bin.

    Während sich Werner Faymann und Michael Spindelegger aufgrund des medialen Drucks Zusehens im manifesten Erklärungsnotstand befinden, wird nicht nur immer öfter über diese Initiative berichtet, sondern auch der allgemeine Protest wird größer: Morgen, Montag, findet um 12:30 am Minoritenplatz 5/Wien eine Trauerkundgebung um das Wissenschaftsministerium statt, und zusätzlich sind im am... weiter

  • Liebe Lesende:
    Inzwischen hat sich innerhalb Österreichs ein ansehnliches Momentum für ein eigenständiges Wissenschaftsministerum gebildet, welches von der wachsenden Unzufriedenheit über den politischen Prozess in Österreich zusätzlich befeuert wird. So sehen sich die Veranwortlichen, Werner Fayman und Dr. Michael Spindelegger, zunehmendem Druck in den Medien ausgesetzt und gelangen nicht nur aufgrund dieser Veränderung in Erklärungsnot. Auch die "Genese" mancher angedachter Minister und Ministerinnen steht in der Kritik - sie würden nicht in erster Linie nach Kompetenz, sondern beispielsweise auf Druck der Bundesländer gefunden werden.

    Insgesamt hat aber auch der Bundespräsident, Univ.-Prof. Dr. Heinz Fischer, Wissenschaftsminister 1983-1987... weiter

pro

Der Wirtschaftsminister kann unmöglich die Belange der Wissenschaft vertreten: Interessenskonflikt! Anwendungsforschung braucht keine politische Vertretung, man kann sie getrost der Wirtschaft überlassen. Da es sich um deren ureigenstes Interesse handelt, wird sie sicher ausreichend und ausreichend gut betrieben (wenn auch immer weniger hier). Wo es aber um Grundlagenforschung geht, sind Forschung und Wirtschaft geradezu ?natürliche Feinde?, denn Grundlagenforschung wirft per Definitionem nichts ab. Österreich braucht ein Wissenschaftsministerium.

contra

Warum nicht die Wissenschaft mit der Bildung und der Kunst unter ein Dach vereinen? Im Sinne der vielbeschworenen "Wissensgesellschaft" wäre das eine elegantere Lösung als die Wissenschaft isoliert zu betrachten.