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Pro

Warum ist die Petition unterstützenswert?

    Interessenskonflikt
Der Wirtschaftsminister kann unmöglich die Belange der Wissenschaft vertreten: Interessenskonflikt! Anwendungsforschung braucht keine politische Vertretung, man kann sie getrost der Wirtschaft überlassen. Da es sich um deren ureigenstes Interesse handelt, wird sie sicher ausreichend und ausreichend gut betrieben (wenn auch immer weniger hier). Wo es aber um Grundlagenforschung geht, sind Forschung und Wirtschaft geradezu ?natürliche Feinde?, denn Grundlagenforschung wirft per Definitionem nichts ab. Österreich braucht ein Wissenschaftsministerium.
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    Freiheit
Die Freiheit von Wissen und Forschung ist ein essentielles Prinzip einer modernen Demokratie. Auch wenn die Initiatoren das Eingliedern dieses wichtigen Ressorts ins Wirtschaftsministerium mit der Stärkung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Österreich begründen mögen, befürchte ich eher gegenteilige Auswirkungen. Das Interesse der Wirtschaft an der Wissenschaft erstreckt sich wohl eher auf angewandte Forschung und unmittelbare Ergebnisse, eine weitere Schwächung der Grundlagenforschung und Geisteswissenschaften scheint möglich. Das mag einige Zeit gut gehen - nämlich so lange, wie di
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    Unabhängigkeit
Die Wissenschaft ist wissenschaftsethischen Grundsätzen verpflichtet und der Unabhängigkeit. Sie muss damit auch unerwünschte und unbequeme Ergebnisse veröffentlichen. Die Wirtschaft hingegen kann nur die Forschung unterstützen, die den Firmeninteressen nicht entgegen steht. Wissenschaft im Wirtschaftsministerium ist wie der Versuch, Bachforellen im Haifischbecken zu züchten. Wir brauchen eine unabhängige Forschung für Geist und Seele, für Mensch und Umwelt.
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Unverständlich bleibt, welchen Vorteil sich die Koalitionspartner von der Integration des Wissenschaftsresorts in das Wirtschaftsministerium erhoffen. Ein Signal für eine Stärkung des Wissenschafts-, Forschungs- und Bildungsstandorts Österreich ist dies definitiv nicht. Ohne vorschnelle Urteile zu bemühen würde ich auch keine Verbesserung hinsichtlich der Kompetenz der zuständigen Personen erkenn können: das BMWF war in BM Karlheinz Töchterle´s Obhut in so kompetenter Hand wie kaum je zuvor.
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    Gefahr ökonomischer Umklammerung
Mit der Vereinnahmung der Wissenschaft durch das Wirtschaftsministerium verliert die vielleicht wichtigste Zone des freien und kritischen Denkens ihre Freiheit und Unabhängigkeit. Um die Gesellschaft aus der "Geiselhaft der Wirtschaft" (wie es ja Polanyi bereits 1944) zu befreien, braucht es aber ganz dringend Zonen und Keimzellen der Vielfalt und Alternativen zu marktökonomischen Sichtweisen. Um sich der ökonomischen Umklammerung entziehen zu können, muss man diese wahrnehmen, verstehen und erwünschte und unerwünschte Folgen abschätzen können - dafür braucht es Unabhängigkeit!!!
Quelle: Polanyi (1944): "The Great Transformation"
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weil das schon mit Sport funktionierte: 2009 entstand ein Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport. btw: Österreich ist offiziell neutral. Mehr muss man dazu wohl nicht sagen. jetzt Ressortzusammenlegung von Wissenschaft und Wirtschaft. der nächste Schritt, irgendwie logisch, so in 5-6 Jahren Abschaffung der besten technischen Ausbildung Österreichs: HTL. OK, man wird es besser verkaufen (verpacken) müssen. HTL wird eben umbenannt bzw. umstrukturiert. Leider. Oh du nix felix Austria.
Quelle: No Future Generation wird zur Realität.
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    Sport
Ich kann den vorher genannten Pro-Argumenten eigentlich nur zustimmen, aber zum letzten möchste ich noch eine anmerkung machen: dass Sport beim Verteidigungsministerium ist halte ich für eher unproblematisch, auch wenns vielleicht bei Gesundheit besser aufgehoben wäre. Es wird kaum das Verteidigungsministerium versuchen, den Sport für Landesverteidigung zu verwenden, da sich das heute ohnehin nicht mehr durchsetzen lässt (war vor 1945 anders, siehe deutsche Turner, etc.).
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Contra

Was spricht gegen diese Petition?

    Für eine dritte Lösung: Wissensministerium mit Bildung und Kunst!
Warum nicht die Wissenschaft mit der Bildung und der Kunst unter ein Dach vereinen? Im Sinne der vielbeschworenen "Wissensgesellschaft" wäre das eine elegantere Lösung als die Wissenschaft isoliert zu betrachten.
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    Autonomie
Die Universitäten sind autonom und damit (theoretisch) unabhängig vom Ministerium (zum Beispiel die Studienpläne der genannten 1961 Studienrichtungen). Auch die Wissenschaftsförderung läuft mit FWF und FFG über eigenständige Gesellschaften. Abgesehen von der Symbolwirkung fehlen die Argumente für ein Ministerium. Die österreichische Wissenschaft hat wichtigere Probleme, als wo die Verwaltung der Mängel stattfindet.
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    FFG
Der Petitionstext ist leider etwas tendenzös verfasst und zudem sehr sparsam mit Argumenten. Der Wirtschaftminister hat schon jetzt Einfluss auf die FFG und deren Förderpolitik. Ob das gut oder schlecht ist, hängt wahrscheinlich vom jeweiligen persönlichen Standpunkt ab.
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