19/05/2025, 17:17
Sehr geehrte Frau Mag. Rabl!
Inzwischen sollte das Land OÖ und vor allem SIE wissen, dass ich keinen Wert auf die übliche politische Floskelschreiberei lege.
Sie können sich das „Honig ums Maul schmieren“ also getrost sparen. Für mich zählen TATEN und nicht die hohlen Worte, mit denen grundsätzlich in politischen Kreisen um sich geschmissen wird.
Sie schreiben selber:
„Für uns, als Land Oberösterreich, Abteilung Gesundheit, bedeutet Tierschutz:
Schutz des Lebens und des Wohlbefindens der Tiere aus der besonderen Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf.“
Korrigieren Sie mich, aber hier ist von TIEREN als Mitgeschöpfe die Rede. Hier wird nicht unterschieden zwischen Heim- und Wildtieren!
Oder zählen Wildtiere NICHT als Mitgeschöpfe?
Ihrem Schreiben nach, konkret mit dem Absatz:
„Der Hauptschwerpunkt, der durch das Tierschutzgesetz vorgegeben ist, liegt dabei bei Heimtieren. Wir sind in erster Linie dafür verantwortlich, dass entlaufene, ausgesetzte, zurückgelassene sowie von der Behörde beschlagnahmte oder abgenommene Tiere an Institutionen übergeben werden können, die eine Tierhaltung im Sinne dieses Bundesgesetzes gewährleisten können.
Aus dieser gesetzlichen Vorgabe heraus ist es unsere Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass ausreichend Plätze geschaffen und gehalten werden können, um diese Heimtiere gesetzeskonform unterzubringen und damit den behördlichen Vollzug des Tierschutzgesetzes zu ermöglichen.“
sollte also genau dafür auch Budget da sein, denn weder scheue Katzen, noch Stadttauben können in den Tierheimen adäquat versorgt werden.
Es ist Ihnen offenbar entgangen, dass sich unser Verein hauptsächlich um Streunerkatzen und Streunertauben kümmert!
Beides Tierarten, die eigentlich zu den HEIMTIEREN zählen! Jedoch einfach verwildert sind, weil sie irgendwann mal ausgesetzt wurden oder ausgebüchst sind.
Auch haben wir inzwischen dutzende Brieftauben und noch mehr ausgesetzte Rassetauben sichern und versorgen müssen.
Stichwort Streunerkatzenkastrationsprojekt & Kastrationspflicht:
Hier gäbe es auf lange Sicht viel Einsparungspotential, in dem das Streunerkatzenprojekt deutlich mehr gefördert wird – 1000 Kastrationen / Jahr – das ist ein schlechter Scherz und gerade mal ein Tropfen auf den heißen Stein.
Zur Kastrationspflicht hat sich das Land OÖ selbst ins Knie geschossen und somit selber zu verantworten, dass wir mit den Streunerkatzenkastrationen aktuell gar nicht hinterherkommen können.
Ich helfe Ihnen auf die Sprünge: der Erlass vom 07.06.2016 (fragdenstaat.at/anfrage/erlass-betreffend-zucht/4198/anhang/erlass_vom_07062016.pdf sowie fragdenstaat.at/anfrage/erlass-betreffend-zucht/4198/anhang/sgd-ges_e-40_sgd-esv_e-28.pdf )
Mit diesem Erlass wurden die Amtstierärzte indirekt dazu angehalten, den angezeigten Tierhaltern den Ausweg „Zucht“ aufzuzeigen.
Daraufhin haben 100e Vermehrer eine Zucht gemeldet, ein Grund warum es in Oberösterreich eine überdurchschnittliche Zahl an gemeldeten "Züchtern" gibt. Siehe Anhang (einmal unsere eruierten Zahlen und einmal die Zahlen vom Bundesministerium für Gesundheit mit Stand Ende 2020 im Zuge des „runden Tisch“ zum Thema Streunerkatzen)
[Anmerkung: die Zahlen vom BMG dürfen wir leider nicht veröffentlichen]
Ich habe übrigens noch einen § für Sie:
„§ 2 TSchG Förderung des Tierschutzes
Bund, Länder und Gemeinden sind verpflichtet, das Verständnis der Öffentlichkeit und insbesondere der Jugend für den Tierschutz zu wecken und zu vertiefen und haben nach Maßgabe budgetärer Möglichkeiten tierfreundliche Haltungssysteme, wissenschaftliche Tierschutzforschung sowie Anliegen des Tierschutzes zu fördern.“
Wenn Sie sich den Petitionstext durchgelesen hätten, wüssten Sie, dass dieses Zentrum nicht nur zur Versorgung von Streunerkatzen und Streunertauben, sowie zur ERSTVERSORGUNG von verletzten Wildtieren dienen soll, sondern auch um Kindern und Jugendlichen aufzuzeigen, wie wichtig der Schutz unserer heimischen Tierwelt ist
Auch möchten wir Besuchern die Möglichkeit geben, Wissen über die Streunerproblematik, Wildtiere und Naturschutz zu erlangen
Was ich aber so spannend finde:
Ich frage seit OKTOBER 2024 wegen eines Gesprächtermines an. Sie WISSEN noch gar nicht, was konkret ich vom Land OÖ möchte!
Es wäre also angebracht, sich erstmal anzuhören, WAS genau gebraucht wird, bevor hier mit den üblichen hohlen Phrasen eine Absage erteilt wird.
Der Bedarf eines solchen Zentrums ist jedenfalls ENORM!
Und genau das werden wir Ihnen mit der Petition und den dazugehörigen, kommenden Aktionen aufzeigen.
So lange, bis auch das Land OÖ den Bedarf sieht und spürt!
Spätestens seit dem Kastrationsprojekt in Marchtrenk im Jahr 2021 (damals waren Sie noch bei der BH Wels-Land) sollen Sie eigentlich wissen, wie Ernst mir „mein Hobby“ ist.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Auer
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Streunerkatzen OÖ - Verein zum Schutz verwilderter Tiere