Verpflichtende Teilnahme aller niederösterreichischen Gemeinden am Katzenkastrationsprojekt

Petition richtet sich an
Niederösterreichischer Landtag, Landesregierung Niederösterreich

9.694 Unterschriften

Sammlung beendet

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Sammlung beendet

  1. Gestartet Januar 2026
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Neuigkeiten

27.05.2026, 05:57

Liebe Verbündete im Einsatz für die Samtpfoten,

ich möchte euch über ein Schreiben informieren, das ich gestern aus dem Büro von Landesrätin Mag. Susanne Rosenkranz erhalten habe.
Dieses Schreiben setzt sich mit unseren konkreten Eingaben nicht auseinander, sondern bleibt bei allgemeinen Ausführungen zur bisherigen Kastrationsförderung sowie der pauschalen Darstellung, die Streunerproblematik gehe im Wesentlichen auf ein „Fehlverhalten von Bürgern“ zurück.
Diese Darstellung wird der tatsächlichen Situation nicht gerecht und verfehlt die strukturellen Ursachen der Problematik deutlich.

Besonders kritisch sind dabei folgende Punkte:

Verantwortung der Tierhalter
Zwar liegt die Verantwortung für die Kastration von Freigängerkatzen selbstverständlich bei den Halterinnen und Haltern. Die Entwicklung der Streunerkatzenpopulation lässt sich jedoch nicht auf individuelles Fehlverhalten reduzieren, solange zentrale Rahmenbedingungen fehlen, Ausnahmen bestehen und bestehende Regelungen die flächendeckende Umsetzung faktisch unterlaufen.
Freiwillige Gemeindeteilnahme – strukturelle Versorgungslücken
Die Kastrationsförderung ist an eine finanzielle Beteiligung der Gemeinden gekoppelt. Da weiterhin rund 52% der NÖ Gemeinden nicht teilnehmen, kommt die Förderung in diesen Regionen nicht zur Anwendung. In der Praxis bedeutet das: große Teile des Landes bleiben ohne funktionierende Versorgung, wodurch die Kastrationsstrategie dort ins Leere läuft.
„Bäuerliche Haltung“ und langjähriges Missverständnis
Die Formulierung in der 2. Tierhaltungsverordnung, wonach Katzen in „bäuerlicher Haltung“ von der Kastrationspflicht ausgenommen seien, hat über Jahre hinweg zu gravierenden Fehlinterpretationen geführt – sowohl bei Tierhaltern als auch teilweise im behördlichen Vollzug.
Obwohl das Bundesministerium bereits 2009 eindeutig klargestellt hat, dass damit nicht vom Landwirt gehaltene Bauernhofkatzen gemeint sind, sondern ausschließlich verwilderte, keinem Halter zuordenbare Streunerkatzen, die auf Bauernhöfen leben, wurde diese Regelung in der Praxis vielfach anders verstanden. Dieses Missverständnis wirkt bis heute nach und hat wesentlich zur Entstehung der aktuellen Streunerproblematik beigetragen.
Schlupfloch „Zuchtkatzen“
Auch nach geltender Rechtslage besteht weiterhin die Möglichkeit, Katzen als „Zuchtkatzen“ zu deklarieren und damit von der Kastrationspflicht auszunehmen. Dieses Schlupfloch ermöglicht eine legale Umgehung der eigentlichen Zielsetzung der Regelung und schwächt deren Wirksamkeit erheblich.
Appell an ein „Miteinander“
Abschließend wird im Schreiben ein „Miteinander und nicht ein Gegeneinander“ eingefordert.
Tatsächlich arbeiten Tierschutzvereine, Tierärztinnen und Tierärzte sowie engagierte Privatpersonen seit Jahren eng zusammen, um die Streunerkatzenproblematik praktisch zu bewältigen. Die strukturellen Rahmenbedingungen werden jedoch weiterhin nicht ausreichend angepasst, während Verantwortung wiederholt auf den Bund, Tierschutzorganisationen und private Initiativen verlagert wird.

Abschließend ist festzuhalten, dass dem Schreiben keine Bereitschaft zu entnehmen ist, die bestehenden strukturellen Probleme grundlegend zu adressieren.
Statt verbindlicher Maßnahmen wird weiterhin auf freiwillige Gemeindebeteiligung und Informationskampagnen gesetzt, die in rund 52% der Gemeinden keinerlei Wirkung entfalten. Gleichzeitig wird Verantwortung im Wesentlichen an den Bund verwiesen.

Besonders enttäuschend ist dies vor dem Hintergrund, dass bereits 7.084 Menschen aus NÖ die Petition unterstützen und klar Handlungsbedarf sehen.

Mittlerweile wurden sämtliche NÖ Bundesrätinnen und Bundesräte sowie alle Landtagsabgeordneten um Stellungnahme ersucht. Zudem wurde eine offizielle Landtagsanfrage zur Effektivität des Kastrationsprojekts eingebracht.
Diese Entwicklungen zeigen, dass der politische Druck wächst und die Forderung nach verbindlichen Lösungen zunehmend Gehör findet.

Gerade von der zuständigen Landesrätin hätten sich viele Unterstützerinnen und Unterstützer ein klares Signal erwartet. Das vorliegende Schreiben lässt dies jedoch nicht erkennen.

Ich werde mich weiterhin sachlich, aber mit Nachdruck dafür einsetzen, dass klare und wirksame Rahmenbedingungen geschaffen werden, um das Leid freilebender Katzen nachhaltig zu reduzieren.

Danke für eure Unterstützung!

Eure


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