29.07.2026, 02:56
Es ist ein Schlag ins Gesicht: Erst wurde die Wies totgeschwiegen, jetzt wird sie zum Steigbügelhalter einer neuen Angst‑Inszenierung. Diejenigen, die den Heliport in der Wies um jeden Preis durchsetzen wollen, merken, dass ihre alten Drohszenarien nicht mehr ziehen — also drehen sie die Geschichte um und halten dabei die Menschen für dumm.
Zuerst kam die Ausrede der „räumlichen und technischen Unmöglichkeit“ am Flugfeld. Als das nicht mehr funktionierte — weil jahrelang ein Rettungshubschrauber dort problemlos stationiert war und ein neuer Flugretter jederzeit am Flugfeld einziehen würde — folgte die Drohung: „Ohne Roy Knaus und Martin 3 verliert Scharnstein den Notarzt.“ Auch das zieht nicht mehr: Der ASKÖ Flugsportverein hat klargestellt, dass am bestehenden Flugfeld weiterhin Rettung möglich ist; andere Betreiber stehen bereit.
Weil die alten Dichtungen bröckeln, wird jetzt eine neue Angst aufgebaut: „Zwei Heliports drohen.“ Das ist perfide.
Der alternative Betreiber, der am Flugfeld kommen soll, schafft KEINEN zweiten Standort.
Ein zweiter Standort entsteht ausschließlich deshalb, weil Heli Austria seine wirtschaftlichen Interessen in der Wies umsetzen will.
Wer uns für dumm hält
Die neue Erzählung kommt nicht aus dem Nichts. Die Unterstützer des Wies-Projektes wissen: Sobald die Wies öffentlich wird, kippt die Stimmung.
Also wird die Wies jetzt als „bedingungslose Alternative“ hingestellt — obwohl sie das nicht ist.
Man versucht, eine gute Nachricht (Rettung bleibt am Flugfeld) in eine Bedrohung zu verwandeln.
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Der wahre Wahnsinn unserer Rechtslage
Stellen Sie sich vor: ein Bauwerber beantragt ein Wohnhaus im Grünland (eine nachvollziehbare Unmöglichkeit in unserer Zeit) mit der Behauptung, es wäre ein Schafstall und der Bürgermeister als Baubehörde würde sagen: „Wenn der Bauwerber behauptet, dass das Wohnhaus ein Schafstall sei, sind mir die Hände gebunden, ich muss diesen Bau genehmigen…“
Genau so soll die Wies zerstört werden: die Betreiber behaupten, die Wies werde überwiegend für Flugrettung genutzt — obwohl in 4,5 km Entfernung ein Flugretter stationiert ist und dieser neue Flughafen in der Wies nicht in das oberösterreichische Flugrettungssystem eingebunden sein wird. Die Behörde hat sinngemäß schon bestätigt, dass keine UVP notwendig ist, weil die Betreiber gesagt haben, dass sie vorwiegend „Flug- und Ambulanzflüge“ machen werden.
Wir haben Heli-Austria in einem offenen Brief gebeten, eine UVP-Feststellung zu beantragen. Sie können das jederzeit machen. Tun es aber nicht. Weshalb nicht?
Der entscheidende Hebel: UVP‑Feststellung
Es bleibt dabei: nur die allumfassende Vorprüfung des Vorhabens in der Wies, die UVP‑Feststellung, bringt uns allen Sicherheit. Eine UVP‑Feststellung ist kein Formalakt — sie ist der Schutzschild der Bevölkerung. Nur sie garantiert eine verbindliche Prüfung zu:
· Was wird wirklich gebaut?
· Wie viele Hubschrauber und Flugbewegungen sind geplant?
· Welche Flächen, Wälder, Arten und Lebensräume sind betroffen?
· Welchen zusätzlichen öffentlichen Rettungsnutzen bringt die Wies wirklich, wenn die Versorgung am Flugfeld gesichert ist?
Genau deshalb hat der Gemeinderat von Scharnstein die UVP‑Feststellung gefordert — und genau deshalb muss diese Forderung jetzt umgesetzt werden. Ohne UVP können die Betreiber ihr Projekt als „Rettung“ tarnen und die Wies unwiederbringlich zerstören.
Es ist klar:
· Die Flugrettung am Flugfeld kann gesichert werden.
· Die Wies ist keine notwendige Alternative — sie ist ein wirtschaftliches Projekt.
· Wer zwei Heliports verhindern will, muss den Bau in der Wies verhindern — nicht die Sicherung der Rettung am Flugfeld.
· Die UVP‑Feststellung ist der Prüfstein und der Schutzschild der Bevölkerung.
Schlusswort
Die Menschen im Almtal spüren, wenn ihnen etwas aufgeschwatzt wird. Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen. Wer Rettung ernst meint, schützt die öffentliche Versorgung — und schützt zugleich unsere Natur und unsere Bevölkerung. Keine Wies ohne UVP. Keine Angst‑Inszenierung. Keine Verlagerung der Verantwortung.