08.02.2026, 12:55
Im Zuge unserer Recherchen bezüglich der Organisation des Flugrettungssystems in Oberösterreich konnten wir viele interessante Details in Erfahrung bringen.
Als unbedarfter Bürger glaubt man, dass eine Flugrettung überwiegend medizinische Notfälle rettet, die eines schnellen Transportes in ein Krankenhaus bedürfen (schwere häusliche Unfälle und Herzinfarkte, Arbeitsunfälle, Verkehrsunfälle, etc.). Für solche Flugrettungen vergütet die Sozialversicherung dem Flugretter ca. EUR 1.300 pro Flug. Was nicht kostendeckend ist.
In Oberösterreich werden von zwei Standorten aus (Suben und Linz) solche vorwiegend nicht kostendeckende Flugrettungen durchgeführt. Deshalb hat das Land Oberösterreich ein gemeinnütziges System etabliert, welches die Flugrettungen dieser Standorte umfasst und den Betreibern der Flugrettung Gemeinnützigkeit vorschreibt. Damit kann das Land Oberösterreich (also die öffentliche Hand) die Kostendeckung für die Flugrettungen die von diesen Standorten aus gemacht werden, übernehmen.
Nun ist es wichtig zu wissen, dass Flugrettungen von Alpinsportunfällen (Freizeitunfällen) nicht von der Sozialversicherung übernommen werden und der Flugretter für die Flugrettung von Alpinunfällen einen marktüblichen Preis vom Verunfallten oder dessen Versicherung einhebt. Dieser bewegt sich im Durchschnitt nach Aussagen von Versicherungen bei ca. EUR 8.500.
Somit ist die Wahl des Standortes wesentlich für die Profitabilität der Flugrettung, denn je höher der Anteil an geretteten Alpinunfällen ist, desto profitabler wird der Flugrettungsstandort.
Von Scharnstein aus werden überwiegend alpine Flugrettungen durchgeführt, weshalb die Flugrettung in Scharnstein hoch profitabel ist und von einem privaten Flugretter durchgeführt werden kann. Weil hier keine Kostendeckung durch die öffentliche Hand notwendig ist, ist auch der Standort in Scharnstein nicht in das gemeinnützige Rettungssystem Oberösterreichs integriert.
Trotzdem wäre es angebracht, dass ein hochprofitabler Standort wie in Scharnstein in das gemeinnützige System der oberösterreichischen Flugrettung integriert wird.
Weshalb?
Weil durch die gemeinnützige Ausrichtung die Profite die in Scharnstein gemacht werden könnten gegen den Abgang aus Linz und Suben gegengerechnet werden würden und somit wahrscheinlich sogar noch ein Überschuss für die Modernisierung der gemeinnützigen Hubschrauberflotte da wäre ohne auch nur einen Cent Steuergeld für eine Abgangsdeckung einsetzen zu müssen.
Welche Standorte Teil des oben angeführten gemeinnützigen Flugrettungssystems sind, liegt ausschließlich und alleine in der Hand des Landes Oberösterreich bzw. der politisch eingesetzten Repräsentanten, auch wenn diese das Gegenteil behaupten (siehe Schreiben von Frau Mag. Haberlander). Die Fakten- und Gesetzeslage dazu ist eindeutig und unmissverständlich.
Deshalb hat die Bürgerinitiative „Rettet die Wies“ diese Bitte an die politisch verantwortliche Ressortleiterin herangetragen (siehe ebenfalls unser Schreiben).
Wir meinen, dass ein Rettungssystem gemeinnützig organisiert gehört. Werden Überschüsse aus spezifischen Dienstleistungen eines Rettungssystems erwirtschaftet, dann müssen diese Überschüsse zur Gänze wieder in das Rettungssystem reinvestiert werden und dürfen nicht in privaten Taschen verschwinden.
Und schon gar nicht darf eine Flugrettung dafür missbraucht werden, um gesetzliche Beschränkungen für anderwärtige, rein kommerzielle Bestrebungen zu umgehen.
Dem geneigten Leser dieser Zeilen wird auch die Lektüre der beigefügten Schreiben empfohlen...