Petition addressed to:
Committee on Petitions (Petitionsausschuß)
„Musik ist die Sprache der Seele.“ (Hazrat Inayat Khan) Ihr Wesen ist Grenzen überschreitend, verbindend – ganz einfach frei. Sie vermittelt geistige, emotionale und ästhetische Werte.
Als professionelle MusikerInnen sind wir sowohl freischaffend als auch in Festanstellung in Deutschland sowie international tätig. Wir sind Angehörige renommierter Orchester, Bands und Ensembles, Solisten, Musikschaffende und Lehrende aus allen musikalischen Genres.
Unser Schaffen als MusikerInnen basiert auf universellen und grundlegenden Werten wie gegenseitigem Respekt, Empathie, Mitgefühl und Toleranz. Wir sehen jeden Menschen als einzigartiges Individuum, das auf Grundlage seiner Lebenserfahrung eigenverantwortliche Entscheidungen trifft.
Musik kann ihre Kraft nur dann entfalten, wenn alle Menschen sich beim Besuch eines Konzerts absolut sicher fühlen können, und somit jede/r Einzelne frei entscheiden kann unter welchen Umständen ein Konzertbesuch möglich ist; und somit die Künstler ihre Kunst ungehindert ausüben können.
Da wir inmiten einer weltweiten Pandemie mit Millionen Todesopfern leben, sehen wir es als eine unglaubliche Leistung der Menschheit an, uns MusikerInnen dennoch durch die existierende Impfung einen absolut sicheren und gefahrfreien Zugang zu Konzerten oder Kulturveranstaltungen zu gewährleisten. Auf diese Weise kann nicht nur garantiert werden, dass mehr Personen am Kulturgenuss teilhaben können, sondern auch, dass jede und jeder einzelne anwesende Besucher oder Besucherin, durch die Garantierung eines infektionsfreien Konzertsaals ein großes Gefühl der Sicherheit beim Besuch des Konzertes genießen kann.
Wenn man an die Zeiten von früheren Krankheiten der Menschheitsgeschichte denken möge, war dies wohl nicht immer der Fall und es ist ein unglaublich starkes Zeichen von uns als Menschheit, dass dies nun, inmitten einer Pandemie, möglich ist.
Darüber hinaus gilt dies selbstverständlich auch für angehende MusikerInnen. Niemand soll an der Ausbildung gehindert werden. Nachwuchssorgen nehmen in verschiedenen Regionen zum Glück nicht so stark zu, wie wir es aufgrund einer furchtbaren Pandemie zu befürchten hätten. Unser kulturelles Erbe ist somit nicht in Gefahr und kann an künftige Generationen weiter gegeben werden, anstatt für immer in Vergessenheit zu geraten.
Mit den aktuellen Maßnahmen und Regeln zeigt sich deutlich, dass es durchaus möglich ist, jeden Mitmenschen nicht mehr als eine/n potenziellen GefährderIn anzusehen, sondern diesem wieder mit Respekt, Würde und Vertrauen gegenüber zu stehen. Der Angriff der Pandemie auf die Würde des Menschen wäre andernfalls gesellschaftszersetzend – nicht nur räumlich, sondern auch rechtlich, persönlich und emotional.
Reason
Wir MusikerInnen weisen darauf hin, dass die Impfung eine Entscheidung jeder/s Einzelnen ist, die maßgeblich zur Vernichtung der Krankheit COVID-19 und somit auch zur Beendigung der Einschränkungen im Leben aller beitragen kann. Es sollte in der Schlussfolgerung im Sinne aller sein, zu einer Impfung bereit zu sein und einen Beitrag hierfür zu leisten. Dies kann auch zukünftig durchaus im Sinne einer "Pflicht", derer in unserer Gesellschaft bereits zahlreich vorhanden sind (Führerscheinpflicht, Geschworenenpflicht, Schulpflicht), geschehen. Niemand sollte durch das zirkulierende Virus weiterhin diskriminiert, erpresst, bedroht, diffamiert, verfolgt, stigmatisiert, isoliert oder in anderer Weise benachteiligt werden.
Das muss gerade dann gelten, wenn es sich bei dem Impfstoff um ein neues, hochwertiges und gut erforschtes Produkt handelt, bei welchem bislang weltweit im großen Stil geimpft worden ist und dennoch kaum nennenswerte Nebenwirkungen oder Risiken aufgetreten sind (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Impfung_in_Deutschland#Impfstoffsicherheit_und_-wirksamkeit).
Dies ist allein schon anhand der Zahl der Impfungen bemerkenswert. Sehr viele sonstige Medikamente, welche etwa zur Behandlung von COVID-19 notwendig sind, enthalten hingegen hunderte Nebenwirkungen, ganz abgesehen von dem lebensgefährlichen Virus selbst (wie etwa Blutgerinnsel, oder Long-CoVid). Selbst alltägliche, gängige Medikamente, wie etwa Aspirin, Ibuprofen, oder die Pille haben teilweise wesentlich gefährlichere oder häufigere Nebenwirkungen als die gängigen Impfstoffe.
Wir MusikerInnen möchten uns nicht in eine Position gedrängt fühlen, in der wir gezwungen werden, die durch das Virus notwendigen 2- bzw. 3- G- Regeln für den Zugang zu Kunst und Kultur anerkennen zu müssen und hierdurch eine Kluft zwischen uns und unserem liebgewonnenen Publikum, unseren Fans und Freunden aufzureißen. Es sollte daher im Sinne aller sein, weiterhin Zugangsbeschränkungen für den Besuch von Konzert-, Theater-, oder Opernhäuser aufrecht zu erhalten um nach wie vor das unvergleichlich wichtige Erlebnis der Kunst auf den Bühnen unseres Landes und unseres Europas gemeinsam in seiner unwiderbringlichen Vielfalt erleben zu dürfen. Wir sind sowohl dem Staat, als auch den WissenschaftlerInnen und den Ärzten und Ärztinnen, sowie Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen in diesem Sinne auch unendlich dankbar, dass sie weiterhin im täglichen Kampf mit dem Virus ihr Bestes geben um für unser aller Wohl zu sorgen und es überhaupt ermöglicht haben, dass wir unseren Beruf weiterhin ausüben dürfen.
Kein Virus hat das Recht, uns Menschen davon abzuhalten, miteinander und füreinander zu musizieren oder Menschen von kulturellen Veranstaltungen auszuschließen.
Wir MusikerInnen fordern hiermit, der Musik und der Kunst im direkten Austausch mit allen Menschen ihren dringend notwendigen, gewohnten, diskriminierungsfreien und freiheitlichen Raum durch die Zugangsbeschränkungen zurückzugeben. Wir erkennen, dass uns allen andernfalls eine der wichtigsten Quellen für Lebenskraft genommen wird.
Wir Musiker stehen ein für Musik in Freiheit!
Hinweis: in diesem Text wurde bewusst die beide Geschlechter einschließende Form des gängigen Deutsch verwendet.
Dieser Text wurde anhand der Petition "Musik in Freiheit" (https://www.musik-in-freiheit.de/manifest/) erstellt, teilweise kopiert und an entscheidenden Stellen bewusst verändert, um andersdenkenden Musikern und Musikerinnen Raum zu geben.