Petition richtet sich an:
Gemeinderat St. Pölten
26 alte Linden dürfen in der heutigen Zeit nicht leichtfertig geopfert werden!
Die rund 90 Jahre alten Linden in der Heidenheimer Straße sind weit mehr als Straßenbäume. Sie sind ein unverzichtbarer Teil unseres Stadtklimas, spenden Schatten, kühlen die Umgebung an Hitzetagen, speichern große Mengen CO₂ und bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Gerade in Zeiten der Klimakrise sind solche Altbäume ein Schatz, den man nicht einfach ersetzen kann.
Trotzdem sollen 26 Linden im Zuge der Straßensanierung gefällt werden. Als Begründung werden Leitungsarbeiten, die Erneuerung der Wasserleitung, Fernwärmeausbau und Schäden an Fahrbahn und Gehsteigen genannt.
Wir sagen: Bevor eine fast hundertjährige Allee verschwindet, müssen alle Alternativen geprüft werden.
Unsere Forderungen
- Sofortiger Fällungsstopp bis zur unabhängigen Prüfung aller Gutachten.
- Offenlegung sämtlicher Gutachten und Entscheidungsgrundlagen.
- Prüfung aller baumschonenden technischen Alternativen.
- Einbindung unabhängiger Baum- und NaturschutzexpertInnen.
- Erhalt möglichst vieler Linden.
- Transparente Bürgerinformation und öffentliche Diskussion.
Es geht um mehr als eine Straße
Wer heute eine 90 Jahre alte Lindenallee fällt, trifft eine Entscheidung für die nächsten Generationen. Neue Bäume kann man pflanzen. Neunzig Jahre Wachstum kann man nicht ersetzen.
Die Linden der Heidenheimer Straße sind kein Hindernis. Sie sind Teil der Lebensqualität unserer Stadt.
Unterstützen Sie die Petition für den Erhalt der Lindenallee!
Begründung
Warum die Linden erhalten werden müssen:
Alte Bäume sind durch Neupflanzungen nicht ersetzbar! Ein 90 Jahre alter Baum kann nicht durch einen jungen Baum kompensiert werden. Jahrzehnte gehen verloren, bis Neupflanzungen dieselbe ökologische Leistung erbringen. Altbäume geben großflächige Verschattung, deutliche Abkühlung des Straßenraums, bieten Kohlenstoffspeicherung und Lebensräume, die junge Bäume erst nach vielen Jahrzehnten erreichen können.
Es gibt Zweifel an der Notwendigkeit der Fällung
Die Stadt beruft sich auf Gutachten, wonach die Linden schwer beeinträchtigt seien und nur noch eine Restlebensdauer von höchstens zehn Jahren hätten.
Ein unabhängiges Gegengutachten kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis: Der Zustand der Bäume wird insgesamt als gut beschrieben, Stand- und Bruchsicherheit seien gegeben und es bestehe kein fachlicher Grund, den gesamten Bestand zu entfernen.
Gerade deshalb braucht es eine transparente und unabhängige Überprüfung.
Technische Alternativen müssen ernsthaft geprüft werden, moderne Infrastrukturprojekte bieten heute Möglichkeiten, Leitungen zu erneuern, ohne ganze Baumalleen zu zerstören.
Das EU-Wiederherstellungsgesetz verändert die Ausgangslage
Mit der Verordnung zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme hat sich Europa verpflichtet,
- urbane Ökosysteme zu verbessern,
- den Verlust von Baumkronenflächen zu vermeiden,
- und langfristig mehr Stadtgrün zu schaffen.
Auch wenn die Verordnung kein automatisches Fällverbot darstellt, müssen Städte künftig besonders sorgfältig begründen, warum alte Bäume entfernt werden und wie ihre ökologische Funktion ersetzt wird. Der Fall Heidenheimer Straße ist daher nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern ein wichtiger Präzedenzfall für den Umgang mit Stadtgrün im Klimawandel.
Bäume sind Sautstoffproduzenten, die in der momentanen Komplett-Verbetonierung St. Pöltens unerlässlich sind. Unabhängige Baumbegutachter sollen Zustand der Bäume objektiv beurteilen.