Wir, Angehörige, Absolventinnen und Absolventen der Karl-Franzens-Universität Graz, halten es insbesondere angesichts der Geschichte unserer Universität für geboten, von Herrn Ing. Mag. Gruber notwendige Klarstellungen zu fordern.

Mitglieder des Universitätsrats sollen laut UG 2002 „einen Beitrag zur Erreichung der Ziele und Aufgaben der Universität leisten“. Dazu zählen „Verantwortung für nachhaltiges Handeln durch Berücksichtigung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimension der Nachhaltigkeit […], die Wahrung der Menschenrechte, die Grundsätze der Nichtdiskriminierung und der Chancengleichheit“ (Leitbild der Karl-Franzens-Universität Graz). Ein Mitglied des Universitätsrats soll sich zu diesen Zielen bekennen und hat berechtigte Zweifel auszuräumen.

Herr Gruber wird von uns daher dringend aufgefordert, sich öffentlich zu erklären. Sollte er dazu nicht bereit sein, möge er zurücktreten und jemandem Geeigneteren Platz machen.

Begründung

Nachdem bekannt geworden war, dass die Bundesregierung Herrn Ing. Mag. Alois Gruber in den Universitätsrat der Karl-Franzens-Universität nominiert hat, berichteten Medien über die Mitgliedschaft Grubers in der schlagenden Burschenschaft Arminia Czernowitz zu Linz.

Die Selbstdarstellung der Burschenschaft im Internet offenbart, dass es sich bei ihr um einen deutschnationalen Verein handelt, der sich in „einer staatenübergreifenden, deutschen Sprach-, Kultur-, Abstammungs- und Volksgemeinschaft verwurzelt“ sieht. Ferner wird dort die Beteiligung von Angehörigen der Verbindung bei der „Umsiedlung der Bukowiner Deutschen“ als Ergebnis des Hitler-Stalin Pakts (1939) hervorgehoben, und darauf verwiesen, dass sich ihre Angehörigen „in allen genannten Aktionsgruppen vorbildlich betätigt“ hätten. Typisch für rechtsextreme Gruppierungen ist, dass sich in ihren historischen Rückblicken keine klaren Worte über die Folgen des Deutschnationalismus und der Volkstumspolitik während der NS-Herrschaft finden.

Aufmerksame Beobachter und Beobachterinnen der Szene, wie das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, berichten von Deklarationen und Aktionen der Linzer Burschenschaft, die es berechtigt erscheinen lassen, Zweifel an ihrer demokratischen Haltung, Ablehnung von Rassismus und Distanzierung von NS-Verherrlichung zu hegen.

Herr Ing. Mag. Gruber, der aufgefordert wurde, sich zu diesen Fragen öffentlich zu äußern, zog es bislang vor, zu schweigen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Christian Fleck aus Graz
Frage an den Initiator

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  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe Kolleginnen und Kollegen,
    ich danke Ihnen für die Unterstützung der Initiative gegen Mitglieder von Burschenschaften in Universitätsräte. Personen, die es trotz Aufforderung unterlassen, sich zu der mehr als problematischen Vergangenheit des Vereins zu äußern, dessen Mitglied sie aus freien Stücken wurden, passen in keine Universität, die von sich beansprucht, aus der Geschichte gelernt zu haben.
    Da die Entsendung der Hälfte der Universitätsräte in den Händen der Bundesregierung und somit in der Macht der Parteien, die die Regierung bilden, liegt, ist die Frage der Verantwortung klar.
    Jene, insbesondere aktive Universitätsmitglieder und -funktionäre, die solche Dinge unkommentiert hinnehmen, erweisen durch ihr Schweigen ihrer Universität keinen guten Dienst.
    Christian Fleck

Pro

Diese Petition fordert nichts anderes als das Selbstverständliche in einer Demokratie (und schon daher auch das Natürlichste in einer öffentlichen Universität): dass sich Funktionsträger begründeter Kritik auch öffentlich stellen.

Contra

Jahrelang wurden Personen ernannt und niemand von Ihnen allen hat sich beschwert. Weil sie Ihnen genehm waren, da rot-schwarz und vielleicht grün angefärbt. Die Petition sagt mehr über Sie alle aus, als über Herren Mag. Gruber (den ich nicht kenne) oder gar seine Burschenschaft. Übrigens: einer Korporation anzugehören, ist nicht verboten oder verwerflich, außerdem geht Sie alle das nichts an. Niemand schnüffelt Ihnen hinterher und versucht, Sie zu diffamieren. Warum ist es hier legitim? Lernen Sie, damit umzugehen, dass sich in Demokratien Mehrheiten verschieben können.