Mit dem Schuljahr 2019/20 wird das Unterrichtspraktikum (UP) abgeschafft und durch die Induktionsphase (IP) ersetzt.

Damit fallen folgende wichtige Bestandteile weg:

1) Während dieses UPs hatten die Praktikant/innen begleitende Kurse mit wesentlichen Inhalten zu Schulrecht, Benotung und Aufsichtspflicht zu besuchen – Inhalte, die in der fünfjährigen Diplomausbildung nicht gelehrt werden.

Junglehrer/innen sind somit nicht ausreichend für den Unterricht ausgebildet!

2) Während im UP sowohl fachspezifische als auch pädagogische Voraussetzungen für den/die Betreuungslehrer/in vorlagen, können in der IP ebenso fachfremde Mentoren die Junglehrer/innen betreuen, ohne entsprechende Qualifikationen vorweisen zu müssen. Ferner fällt auch die Reduktion der Lehrverpflichtung von Mentoren (als Ausgleich) weg.

Dies bedeutet weniger fachspezifisch-didaktische Betreuung sowie eine geringere Betreuungszeit durch den/die Mentor/in!

3) Im UP hatte jede/r Praktikant/in je Unterrichtsfach eine Klasse zu unterrichten (insg. 4-6 Unterrichtsstunden/Woche). In der IP sind voraussichtlich 10 Unterrichtsstunden/Woche vorgesehen.

Dies bedeutet deutlich weniger Zeit für die Vorbereitung von qualitativ hochwertigem Unterricht!

Mit dieser Petition fordern wir eine Reform der IP, damit die Standards des UPs für die Diplomstudierenden und Junglehrer/innen beibehalten werden! Bildung ist das wesentliche Gerüst unserer Gesellschaft. Hier zu sparen, bedeutet an zukünftigen Generationen zu sparen!

Begründung

Die Induktionsphase (IP) stellt in ihrer geplanten Form eine Verschlechterung der Ausbildung sowie Betreuung von Junglehrern dar. Diese Maßnahme trifft vor allem die Schülerinnen und Schüler und somit die Zukunft Österreichs!

In Zukunft werden Lehreinsteiger nicht vier bis sechs Stunden/Woche unterrichten, sondern voraussichtlich zehn Stunden/Woche. Diese Maßnahme, die Erhöhung der Unterrichtsstunden im ersten Jahr, hat jedoch massive Auswirkungen auf die Unterrichtsqualität! Junglehrer/innen haben nicht mehr die Chance, viel Zeit in die Vorbereitung zu investieren – vor allem, wenn man noch nicht auf bereits selbst angefertigte Materialien zurückgreifen kann.

• Es wird die Zeit fehlen, möglichst verschiedene und kreative Methoden auszuprobieren und zu verbessern.

• Es wird die Zeit fehlen, effektives Vorbereiten zu lernen, um auch in Zukunft einen abwechslungsreichen Unterricht darbieten zu können.

• Es wird die Zeit fehlen, auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler ausreichend eingehen zu können.

• Es wird die Zeit fehlen, um über die ersten Unterrichtsstunden reflektieren zu können, die Fehler zu analysieren und die Unterrichtsmaterialien zu verbessern.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Julian Schwarze aus Graz
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Neuigkeiten

Pro

Pädagogische Lehrveranstaltungen im Zuge des Lehramtsstudiums entbehren leider allzu oft jeglichen Praxisbezugs, den auch die fachdidaktischen Kurse nicht auszumerzen vermögen. Die persönliche Betreuung zweier fachlich versierter Lehrpersonen ist sowohl unabdingbar für einen erfolgreichen Abschluss der Ausbildung als auch für einen gelungenen Berufseinstieg. Wir dürfen nicht zulassen, dass künftige Lehrkräfte zu Versuchskaninchen mutieren, die trotz ungenügender Ausbildung gezwungen sind, ein Dienstverhältnis anzutreten, sofern sie überhaupt eine Anstellung finden.

Contra

Es gibt noch keine Verordnung zur Ausgestaltung der Induktionsphase. Ebenso ist die IP anders als das UP nicht teil der Ausbildung, sondern sind die ersten zwölf Monate der ersten Anstellung als Vertragsbedienstete* im pädagogischen Dienst. (VBG §39 Abs. 4) Nicht gänzlich vergleichbar, wurde, im Master of Education Studium im Nord-Ost-Verbund, ein begleitetes Praxis-Semester eingeführt. Dieses soll ebenfalls in beiden Unterrichtsfächern und durch Reflexionsveranstaltungen und zBetreuungslehrer*innen flankiert sein.

Warum Menschen unterschreiben

  • am 12.03.2019

    Weil ich vor 40 Jahren selbst im sog. "Probejahr" von den "Einführenden" viele Tipps bekam - und ich auch erfahren musste, wie "es" wirklich läuft, weil ich eine verunfallte Kollegin ersetzen musste und auch gleich eine nicht schwach besetzte Reifeprüfung zu bewältigen hatte ... Aber "das" waren zu den 2 + 3 UP-Stunden insgesamt nur 3 + 3 zusätzliche Stunden, die MEHR ALS gereicht haben. WIE die jungen Koll. die Belastungen durch das neue DR wohl "auf die Reihe bekommen' werden? Und wie alles administrierbar sein wird? Insgesamt sieht man jedenfalls, wie vorausschauende Bildungspolitik (insbes. unserer vergangenen Ministerinnen) "ihre Früchte trägt" ...

  • am 09.03.2019

    Qualität der Lehrer*innen-Ausbildung soll gesichert sein

  • am 07.03.2019

    Zur Unterstützung der qualitativ hochwertigen Lehrer/innenausbildung!!

  • am 07.03.2019

    Das neue Unterrichtspraktikum bietet viel zu wenig Möglichkeit in den Lehrberuf hineinzuwachsen. Gerade die wichtigen Themen bleiben zu kurz: Korrekturen, SA erstellen, Elterngespräche, den Lernfortschritt beobachten etc. Am Anfang sind unterstützende Kollegen unbedingt notwendig.

  • am 07.03.2019

    Für junge KollegInnen ist es fast unmöglich, die komplexen Aufgaben des Schullalltages ohne Unterstützung, Hilfestellung usw. zu schaffen. Die Gefahr besteht, dass junge engagierte KollegInnen nach kurzer entmutigt sind.

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