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Änderungen an der Petition
on 11 Aug 2026 -
Änderungen an der Petition
on 11 Aug 2026
Petition addressed to: Österreichisches Parlament
CARE-ARBEIT IST ARBEIT
Für verpflichtendes 50:50-Pensionssplitting, echte 50:50-Karenz und faire Altersvorsorge
Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und familiäre Organisation sind gesellschaftlich notwendige Arbeit. Ohne diese Leistungen könnten viele Menschen ihrer Erwerbstätigkeit nicht nachgehen. Dennoch werden diese Tätigkeiten im österreichischen Pensionssystem nicht gleichwertig berücksichtigt.
Die Folgen sind messbar: Frauen erhalten in Österreich durchschnittlich deutlich niedrigere Pensionen als Männer. Als wesentliche Ursachen gelten Erwerbsunterbrechungen, Teilzeitarbeit sowie die Übernahme von Kinderbetreuung und Pflegeleistungen (Statistik Austria, ORF OÖ, Equal Pension Day 2026).
Gleichzeitig wird das seit 2005 bestehende freiwillige Pensionssplitting nur von einem kleinen Teil der Anspruchsberechtigten genutzt. Kritiker sehen darin einen Hinweis, dass freiwillige Lösungen viele Betroffene nicht ausreichend erreichen (ORF OÖ, 07.03.2026; B7 Arbeit & Leben, 23.06.2025).
Wer durch Kinderbetreuung, Pflege und familiäre Organisation die Erwerbstätigkeit des anderen Elternteils ermöglicht, schafft dieselbe Grundlage für Einkommen, Karriere und Pensionsansprüche wie die Erwerbsarbeit selbst. Deshalb müssen die daraus entstehenden Pensionsansprüche beiden Elternteilen gleichermaßen zugerechnet werden.
Kinder sind darüber hinaus keine reine Privatsache. Sie sind die zukünftigen Beitragszahler unseres Sozial-, Gesundheits- und Pensionssystems. Wer Kinder großzieht oder Angehörige pflegt, leistet daher einen wichtigen Beitrag für die gesamte Gesellschaft.
Unsere Forderungen
1. Verpflichtendes automatisches 50:50-Pensionssplitting
Alle während gemeinsamer Kinderbetreuung erworbenen Pensionsansprüche sollen automatisch und verpflichtend im Verhältnis 50:50 aufgeteilt werden.
Die Regelung soll für verheiratete, geschiedene, getrennte sowie unverheiratete Eltern gleichermaßen gelten.
2. Keine Beschränkung auf sieben Jahre
Kinderbetreuung endet nicht nach sieben Jahren. Hausaufgaben, Arzttermine, Freizeitorganisation und emotionale Begleitung dauern oft weit darüber hinaus an. Das Pensionssplitting muss daher die tatsächliche Betreuungszeit berücksichtigen.
3. Pflegearbeit gleichstellen
Pflege von Angehörigen ist gesellschaftlich unverzichtbar. Wer pflegt, arbeitet. Pflegearbeit muss daher pensionsrechtlich gleichwertig mit Erwerbsarbeit behandelt werden.
4. Echte 50:50-Karenz
Wir fordern eine partnerschaftliche Karenzregelung:
Internationale Erfahrungen zeigen, dass eine stärkere Beteiligung beider Elternteile an der Kinderbetreuung zur Gleichstellung beiträgt. Gleichzeitig wird Österreich regelmäßig als Nachzügler bei der Väterkarenz genannt (ORF, 11.04.2026; Kontrast.at, 03.06.2025).
Warum das wichtig ist
Die derzeitige Verteilung von Care-Arbeit führt häufig dazu, dass eine Person Einkommen, Karrierechancen und Pensionsansprüche verliert, während die andere diese aufbauen kann.
Ein modernes System muss jene Menschen schützen, die durch Kinderbetreuung und Pflege gesellschaftlich notwendige Arbeit leisten.
Care-Arbeit ist Arbeit.
Echte Gleichberechtigung bedeutet:
Österreich braucht ein modernes System, das Kinderbetreuung und Pflege endlich als das anerkennt, was sie sind:
Arbeit für die Gesellschaft.
Quellen am Ende der Petition
Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und familiäre Organisation sind unverzichtbare Leistungen für das Funktionieren unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft. Ohne diese Arbeit könnten viele Menschen keiner Vollzeiterwerbstätigkeit nachgehen. Dennoch werden diese Leistungen im österreichischen Pensionssystem bis heute nur unzureichend berücksichtigt.
Die Folgen sind deutlich sichtbar: Frauen beziehen in Österreich im Durchschnitt deutlich niedrigere Pensionen als Männer. Als wesentliche Ursachen gelten Erwerbsunterbrechungen, Teilzeitarbeit sowie die Übernahme von Kinderbetreuung und Pflegeleistungen. Gleichzeitig wird das bestehende freiwillige Pensionssplitting nur von einem kleinen Teil der berechtigten Familien genutzt und entfaltet daher nicht die gewünschte Wirkung.
Wer Kinder betreut, pflegt oder die familiäre Organisation übernimmt, ermöglicht häufig erst die Erwerbstätigkeit des anderen Elternteils. Dadurch trägt diese Person indirekt zum Einkommen, zu den Karrierechancen und zum Aufbau von Pensionsansprüchen des anderen Elternteils bei. Es ist daher sachlich gerechtfertigt, die während dieser Zeit erworbenen Pensionsansprüche beiden Elternteilen gleichermaßen zuzurechnen.
Besonders problematisch ist, dass Care-Arbeit oft langfristige wirtschaftliche Nachteile verursacht. Betroffene verzichten häufig auf Vollzeitbeschäftigung, Beförderungen, Gehaltssteigerungen und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Diese Nachteile wirken sich nicht nur während der Familienphase aus, sondern häufig bis ins Pensionsalter.
Gleichzeitig steht Österreich vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Der Fachkräftemangel nimmt zu, die Pflegebedürftigkeit steigt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt für viele Familien schwierig. Eine gerechtere Verteilung von Betreuung und Erwerbsarbeit würde nicht nur die wirtschaftliche Eigenständigkeit von Familien stärken, sondern auch die Erwerbsbeteiligung beider Elternteile fördern.
Internationale Erfahrungen zeigen zudem, dass eine stärkere Beteiligung beider Elternteile an Kinderbetreuung und Karenz zu mehr Gleichstellung, einer gerechteren Aufteilung der Familienarbeit und besseren wirtschaftlichen Chancen für beide Elternteile führt.
Die derzeitige Rechtslage behandelt Erwerbsarbeit und Care-Arbeit nicht gleichwertig, obwohl beide einen wesentlichen Beitrag für das Gemeinwohl leisten. Wer Kinder großzieht oder Angehörige pflegt, erbringt eine gesellschaftlich notwendige Leistung und darf dadurch nicht dauerhaft wirtschaftlich benachteiligt werden.
Ziel dieser Petition ist daher die Schaffung eines modernen Systems, das Kinderbetreuung und Pflege als gesellschaftlich gleichwertige Arbeit anerkennt, Altersarmut verhindert, echte Partnerschaftlichkeit fördert und faire Pensionsansprüche für beide Elternteile sicherstellt.
Care-Arbeit ist Arbeit. Wer Verantwortung übernimmt, muss auch Anspruch auf faire soziale Absicherung und eine gerechte Altersvorsorge haben.
Quellen (zur Aufnahme am Ende der Petition):
Petition started:
08/10/2026
Collection ends:
02/09/2027
Region:
Austria
Topic:
Family
Spanien zeigt, dass eine faire Verteilung von Care-Arbeit möglich ist:Jeder Elternteil hat einen eigenen Anspruch auf 19Wochen bezahlte Elternzeit mit 100 %Einkommensersatz über die Sozialversicherung.Davon sind 6W verpflichtend nach der Geburt,11W flexibel bis zum 1sten Geburtstag des Kindes u weitere 2W bis zum 8.Lebensjahr nutzbar.Die Zeit ist nicht übertragbar.Wer seine Wochen nicht nutzt, verliert sie. Dadurch übernehmen beide Eltern mehr VerantwortungPensionslücken werden reduziert.
Ich bin für alles, nur nicht für die 50:50 Karenz. 1.) Wer stillt denn dann noch über das 1. Lebensjahr hinaus, so wie es die WHO empfiehlt (2 Jahre und darüber hinaus)? Es gibt Frauen, die wollen Langzeitstillen! Das muss jede Familie selber entscheiden! 2.) Wenn beide nicht gleich viel verdienen, kann das der Ruin für die Familie sein. Mein Mann hat studiert, ich nicht. Er ist 8.5j älter als ich und hat deswegen mehr Jahre. Er verdient das doppelte von mir. Das sollte jede/r selber entscheiden
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Die systemische Benachteiligung von Frauen bei Pensionszahlungen muss so rasch wie möglich enden. Pensionsplitting ist der richtige Weg, um Abhängigkeiten der erziehenden Frauen zu reduzieren.