For an English translation, see www.oeaw.ac.at/br/Petition-English.pdf Die am 4. November 2011 unterzeichnete Leistungsvereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften bedingt eine faktische Kürzung des Budgets der größten und bedeutendsten außeruniversitären Forschungseinrichtung unseres Landes. Infolge der entstehenden Finanzierungslücke von ca. 10–16 Mio. Euro jährlich bei einem Gesamtbudget von 74 Mio. Euro per annum drohen die Abgabe bzw. Schließung international anerkannter und nachweislich exzellenter Forschungseinrichtungen. Laut Aussage des Finanzdirektors der ÖAW bedeutet dies den Verlust von mindestens 300 eigenfinanzierten Vollzeitstellen der ÖAW im Zeitraum 2012–14 durch Abgabe und Schließung von Einrichtungen.

Bedroht sind allerdings möglicherweise bis zu 300 der derzeit 789 eigenfinanzierten Vollzeitäquivalente in den Forschungseinrichtungen bzw. 905 in der ÖAW insgesamt. Ein derart drastischer Personalabbau ist beispiellos in der Geschichte der 2. Republik. Die gegenwärtige gesamtwirtschaftliche Situation kann als Begründung dafür nicht ausreichen. In keinem anderen Bereich sind vergleichbare Kürzungen vorgesehen. Da die von Kündigung bedrohten Mitarbeiter/innen selbst Drittmittelprojekte in der Höhe von ca. 22 Mio. Euro akquiriert haben, sind negative Multiplikatoreffekte zu erwarten. Mit der Entlassung der Projektleiter/innen müssen deren Projekte eingestellt, die Projektmitarbeiter/innen gekündigt werden. Dies ist die nachhaltige Zerstörung von Wissen und Infrastruktur. Exzellenz und internationale Konkurrenzfähigkeit der österreichischen Forschung sind in Gefahr. Grundlagenforschung ist ein wesentlicher Beitrag zum materiellen und ideellen Reichtum und Potenzial einer Gesellschaft. Die geplanten Maßnahmen stellen daher einen unermesslichen Schaden für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Österreich dar.

Begründung

Die Unterzeichneten appellieren an die politisch Verantwortlichen, die zahlreichen Deklarationen umzusetzen, in denen Forschung als der wichtigste Zukunftsfaktor unseres Landes bezeichnet wird, sowie für die langfristige Absicherung und den Ausbau der Forschung zu sorgen. Wir wenden uns an die Medien und Öffentlichkeit, um Aufmerksamkeit für die dramatischen wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Folgen zu wecken und die drohende Zerstörung der ÖAW und damit des Wissenschaftsstandortes Österreich zu verhindern.“

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Christian Balluch aus Wien
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Pro

Gerade die betroffenen Mitarbeiter verdienen Solidarität, denn aufgrund der Struktur der ÖAW wurden sie weder in die zu dieser Finanzlage führenden Entscheidungen noch in die jetzigen Vereinbarungen mit dem Ministerium eingebunden. Entscheidungen wurden von den Präsidien und der "Gelehrtengesellschaft gefällt, die allesamt ihre Folgen nicht tragen müssen.

Contra

Ein nicht geringer Teil der Finanzmisere ist ÖAW-intern verschuldet - durch die Politik früherer Präsidien ( z. B. Kredite zur Finanzierung großer neuer Institute (Mikrobiologie). Auch scheint das Präsidium die Leistungsvereinbarung über die Köpfe der Betroffenen verhandelt zu haben, wenn erst nach der Unterzeichnung die Mitarbeiter mobil machen. Warum wird nicht die Mitverantwortung der Gelehrtengesellschaft, die Entscheidungen fällt, deren Folgen sie nicht zu tragen hat, thematisiert?