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Nachricht zu einer abgeschlossenen Petition
on 17 Oct 2019Petition in Änderung, daher zurückgezogen
Petition addressed to: https://www.bundeskanzleramt.gv.at/
• Wir befinden uns in einer Klimakrise, doch wir verbauen den Boden als wertvollen CO2-Speicher für Durchzugs- und Zufahrtsstraßen zu Supermärkten etc. Dabei haben wir mit 1,67 m² bereits die höchste Supermarktfläche pro Kopf und mit 15 Metern das dichteste Straßennetz!
• Tag für Tag nimmt durch die Verbauung der Boden als wertvoller Wasserspeicher ab und Überschwemmungsschäden nehmen zu. Flächen, die asphaltiert oder betoniert sind, können bei Starkregen kein Wasser aufnehmen und erhöhen damit die Hochwassergefahr.
• Tag für Tag sinkt durch die Verbauung der Selbstversorgungsgrad und Österreich wird zunehmend durch Importe verletzbar. Beim Brotgetreide haben wir mittlerweile nur mehr 85 % Selbstversorgung, bei Obst und Gemüse gar nur mehr 50 %. Dabei ist der Boden essentiell zur Lebensmittelproduktion.
• Tag für Tag nimmt durch die Verbauung die Artenvielfalt ab. Es gibt keinen Zweifel daran, dass der fortschreitende Verlust der Biodiversität das menschliche Wohlergehen gefährdet.
FORDERUNG: Die Bauordnungen gehören derart geändert, daß bei Neubauten nur ein Minimum an Boden verbraucht und versiegelt wird. Garagen und Asphaltparkplätze sind zu minimieren, bzw. so weit als möglich Rückzubauen. Gänzlich zu verschwinden hat die Verpflichtung für Schaffung von Stellplätzen bei Wohnbauten und Garagen bei Einfamilienhäusern. Mietrechtliche Aufwertung von Altbauten, EU-Prämien für Nutzung von Bauland als landwirtschaftliche Flächen sind anzudenken. Obwohl die Bevölkerung Östrreichs nur um 10% zugenommen hat, erfolgte eine Flächenversiegelung um 25% im selben Zeitraum.
FORDERUNG: DIE VERSORGUNSSICHERHEIT MUSS WIEDER HERGESTELLT WERDEN, ES MUSS MÖGLICH SEIN, AUSREICHEND BODEN UNVERBAUT UND UNVERSIEGELT ZU HALTEN UND ZURÜCKZUGEWINNEN, DAMIT ÖSTERREICH SEINE LEBENSMITTEL STETS SELBST HERSTELLEN KANN.
Daten & Fakten zum Bodenverbrauch: in Österreich Von 2015 bis 2017 wurden in Österreich pro Tag 12,9 Hektar Boden neu verbaut. Davon werden 41,2 Prozent versiegelt. Das bedeutet, dass die Flächeninanspruchnahme - wie der "Bodenfraß" offiziell heißt - viel schneller zunimmt als die Bevölkerung. Bodenverbrauch und Bevölkerungswachstum haben sich mittlerweile vollkommen entkoppelt.
Quelle: https://www.sn.at/panorama/wissen/bodenverbrauch-in-europa-oesterreich-fuehrt-die-liste-an-39137911 © Salzburger Nachrichten VerlagsgesmbH & Co KG 2019
Europameister - dieser Titel ist zumeist mit Ruhm, Applaus und Anerkennung verbunden. Nicht bei diesem brandaktuellen Thema: Nirgendwo in Europa schreitet der sogenannte "Bodenfraß" so rasch voran wie in der rot-weiß-roten Alpenrepublik. Zugegeben: Das Wort erscheint hässlich, aber das Zupflastern der unverbauten Flächen ist evident - sowie durchaus mit einer nicht kontrollierten Geschwulst vergleichbar - und erweist sich auch in Österreich zunehmend als ein schwerwiegendes gesellschaftliches Problem.
Um Böden nachhaltig zu nutzen, plädiert Kienzl für ein strategisches Flächenmanagement, das eine Verankerung der Bodenfunktionen in den entsprechenden Gesetzen vorsieht. Auch die Definition von sogenannten Vorrangflächen für die landwirtschaftliche Produktion, für Hochwasser-Rückhaltung und ökologisch wertvolle Gebiete seien wichtige Elemente. "Die Nutzung von brachliegenden Industrie- und Gewerbeflächen sowie von ungenutzten Wohnflächen im Dorf oder in der Stadt soll zukünftig Vorrang vor Ansiedelungen auf der grünen Wiese haben", so der Experte des Umweltbundesamtes. Die Bevölkerung Österreichs ist im Zeitraum von 2001 bis 2017 um zehn Prozentpunkte gewachsen. Die versiegelte Fläche hat um 25 Prozentpunkte zugenommen.
Quelle: https://www.sn.at/panorama/wissen/bodenverbrauch-in-europa-oesterreich-fuehrt-die-liste-an-39137911 © Salzburger Nachrichten VerlagsgesmbH & Co KG 2019
AMA-Flächenauswertung 2017 – Österreich verliert Ackerflächen 14.06.2017 Wesentlicher Rückgang der Ackerflächen insgesamt, Bio-Fläche steigt, Weichweizenfläche auf Tiefpunkt, Ölkürbisfläche halbiert, massive Anstiege bei Sojabohne und Körnermais.
Warum ist Bodenverbrauch ein Problem?
Der fortschreitende Bodenverbrauch, der zumeist landwirtschaftlich genutzte Böden betrifft, hat sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich negative Folgen. Wirtschaftliche Konsequenzen deshalb, weil damit die Lebensmittelversorgungssicherheit Österreichs von Jahr zu Jahr abnimmt und die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten steigt. Auch die Errichtung und Wartung von Siedlungs- und Verkehrsflächen, die zu einem überwiegenden Anteil aus den Gemeindebudgets - aus den Einnahmen aus Grund- und Kommunalsteuern - finanziert werden müssen, fordern die Budgets der Gemeinden.
Verlust der biologischen Funktionen. Werden Böden versiegelt, gehen alle biologischen Funktionen verloren. Dieser Prozess ist schwer rückgängig zu machen. Die Entsiegelung von Böden ist ein kostspieliger und zeitaufwendiger Prozess. Zu bedenken ist auch, dass die Bodenneubildung langwierig ist, denn die Neubildung von 1 cm Humus dauert 100 bis 200 Jahre. Verlust der Produktivität. Historisch bedingt liegen die meisten Siedlungen in Regionen mit fruchtbarem Ackerland. Siedlungserweiterungen bedingen somit automatisch einen weiteren Verlust von produktiven Böden. Angesichts steigender Energiepreise und der höheren Nachfrage von Böden für die Produktion von Nahrungsmitteln und Biomasse gewinnen innerhalb der EU produktive Böden zunehmend an Bedeutung. In Österreich werden jährlich Böden im Ausmaß von rund 50 km² für Wohnen, Gewerbe, Industrie und Freizeit in Anspruch genommen und somit der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen. Dieser Produktionsverlust entspricht dem jährlichen Nahrungsbedarf von etwa 20.000 Personen. Gefährdung der biologischen Vielfalt. Durch zunehmenden Straßenbau werden Landschaften zerschnitten und die Ausbreitung und Wanderung von Pflanzen und Tieren unterbunden. Die Zerschneidung von Lebensräumen kann durch Verschlechterung von Habitatbedingungen zur Abwanderung oder gar zum Verschwinden von Arten führen. Erhöhtes Hochwasserrisiko. Hohe Versiegelungsdichten in hochwassergefährdeten Siedlungen erhöhen die Gefahr von Überschwemmungen. Ein Hektar funktioneller (unversiegelter) Boden kann 2.000 m³ Wasser speichern. Im Zuge der Klimaveränderung nehmen die Starkregenereignisse und somit die Überschwemmungen zu. Die Unterbindung der Versickerung von Wasser durch den Boden verhindert die Filterung von Schadstoffen aus dem Wasser und erhöht den Bedarf für die Ableitung von Oberflächenwasser über ein Kanalsystem und kann damit das Hochwasserrisiko verstärken. Verlust der Staubbindung. Unversiegelte Böden können Staubpartikel binden. In Städten und stadtnahen Gebieten, wo die Staubbildung besonders hoch ist, liefern Stadtböden einen besonders positiven Beitrag zur Luftverbesserung. Hitzeeffekte. Versiegelter Boden kann kein Wasser verdunsten. In Siedlungsräumen mit hohen Versiegelungsraten führt dies zur Veränderung des Mikroklimas und zum Anstieg der lokalen Temperaturen. Daher sind Parkanlagen und „grüne Inseln“ besonders wichtig.
Quelle: Https://www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/raumordnung/rp_flaecheninanspruchnahme/
Petition started:
10/17/2019
Collection ends:
10/16/2020
Region:
Austria
Topic:
Environment