05.10.2026, 12:27
Die Sorge "Auch die Bedeutung des Baches für die örtliche Feuerwehr müsse berücksichtigt werden, benötigt sie bei Bränden im Umkreis doch das Wasser aus dem Namlosbach" war ungebründet.
Anpassung vorletzter Absatz wegen neuer Erkenntnisse auf Grund der Antworten der EWR AG.
Neue Begründung:
Das geplante Ableitungsprojekt berührt aus Sicht der Bürgerinitiative einen der wertvollsten und sensibelsten Flussräume Mitteleuropas. Der Tiroler Lech und seine Zuflüsse bilden ein einzigartiges, weitgehend naturnahes Wildflusssystem.
Eine Verringerung der Wasserführung des Namlosbaches würde nicht nur den Bach selbst verändern, sondern könnte auch die natürliche Dynamik des nachfolgenden Flusssystems beeinflussen.
Für die Bürgerinitiative geht es deshalb um mehr als nur um die Frage einer einzelnen Wasserableitung: Es geht um die langfristige Bewahrung eines der bedeutendsten Wildflussräume der Alpen und darum, ob in einem solchen Schutzgebiet weitere Eingriffe zugelassen werden sollen.
Entzieht man dem Bach Wasser, fehlt dieses flussabwärts auch im Lech. Dadurch wird die natürliche Flussdynamik und der Geschiebehaushalt beeinträchtigt. Unklar sind Auswirkungen auf Grundwasser und Trinkwasserversorgung. Die Auswirkungen einer Ableitung des Namlosbaches könnten nach Ansicht der Bürgerinitiative auch die Unterlieger betreffen. Insbesondere stellt sich die Frage, ob und in welchem Ausmaß eine Verringerung der Wasserführung des Namlosbaches die Ergiebigkeit von Trinkwassertiefbrunnen z.B. in Weißenbach beeinflussen könnte.
Auch für die Grundwasserbildung im Gemeindegebiet von Stanzach ist der Namlosbach von Bedeutung. Die Initiative befürchtet, dass eine Verringerung der Wasserführung Auswirkungen auf die Grundwasserneubildung hat.
Hinzu kommen weitere Aspekte: Der Namlosbach ist ein wichtiger Naherholungsraum für die Bevölkerung. Ein deutlicher Rückgang der Wasserführung würde aus Sicht der Initiative das Landschaftsbild und die Qualität dieses Natur- und Erholungsraumes beeinträchtigen. Auch die Bedeutung des Baches für die örtliche Feuerwehr müsse berücksichtigt werden, benötigt sie bei Bränden im Umkreis doch das Wasser aus dem Namlosbach.
Besonders sensibel ist zudem das Ausleitungsgebiet: Dort befindet sich nach Angaben der Bürgerinitiative das stärkste Vorkommen der streng geschützten Deutschen Tamariske in Tirol. Welche Auswirkungen eine dauerhafte Verringerung der Wasserführung auf diesen Bestand hätte, sei aus Sicht der Initiative bislang nicht ausreichend geklärt.
Unklar bleibt darüber hinaus, welchen tatsächlichen zusätzlichen Beitrag der Namlosbach zur Stromerzeugung leisten soll. Ist doch die bereits bestehende Nutzung des Wassers des Namlosbaches durch die Kraftwerksanlagen Höfen, Reutte I und Reutte II, Kniepass und Weißhaus genausoII von den kolportierten 25 GWh pro Jahr abzuziehen, wie der Effizienzgewinn durch die geplante Optimierung der bestehenden Kraftwerkskette Plansee.abzuziehen. Zudem sei offensichtlich, dass das Wasser des Namlosbaches in erster Linie für die künftigen Restwasserabgaben am Rotlech, Liegfeistbach und Archbach als "Bauernopfer" verwendet würde.würde und somit nicht bzw. nur teilweise für die Stromerzeugung zur Verfügung steht.
„Wir lassen uns unser Wasser nicht abgraben“, lautet daher die Botschaft der Bürgerinitiative.
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