Windenergieausbau aussetzen bis zur Klärung der tatsächlichen Auswirkungen

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Europäisches Parlament und Europäische Kommission

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Petition addressed to: Europäisches Parlament und Europäische Kommission

Wir fordern ein Moratorium für den weiteren großflächigen Ausbau der Windenergie in der Europäischen Union an Land und auf See, bis die kumulativen Auswirkungen des bestehenden und geplanten europäischen Gesamtbestandes unabhängig wissenschaftlich untersucht und auf europäischer Ebene bewertet worden sind.
Die Europäische Kommission soll eine unabhängige, öffentlich zugängliche und grenzüberschreitende Gesamtfolgenabschätzung veranlassen. Vorhandene wissenschaftliche Erkenntnisse sollen zusammengeführt, auf die vorgesehenen europäischen Ausbaugrößen übertragen und wesentliche Forschungslücken geschlossen werden.
Untersucht werden sollen insbesondere Auswirkungen auf:

  • Windfelder, Luftströmungen, Turbulenz und atmosphärischen Austausch,
  • Wärme- und Feuchtigkeitshaushalt, Verdunstung, Bodenfeuchte und Vegetation,
  • Überlagerung und Reichweite von Nachlaufströmungen großer Windparkcluster,
  • bei Offshore-Windparks zusätzlich Windstress, Ozeanschichtung, Durchmischung, Meeresoberflächentemperatur sowie Ozean-Atmosphäre-Austausch,
  • regionale und grenzüberschreitende Wechselwirkungen sowie Dauer und Umkehrbarkeit festgestellter Veränderungen.

Außerdem soll geprüft werden, ob bestehende projektbezogene, nationale und strategische Umweltprüfungen die kumulativen Auswirkungen des aus vielen nationalen Ausbauprogrammen entstehenden europäischen Gesamtbestandes ausreichend erfassen.
Das Moratorium nimmt das Ergebnis nicht vorweg. Es schafft Zeit für eine ergebnisoffene Prüfung, bevor der Anlagenbestand erheblich vergrößert wird.
Erst untersuchen, dann auf Grundlage der Ergebnisse über den weiteren Ausbau entscheiden.

Begründung:
Die EU plant insbesondere auf See eine Vervielfachung der installierten Leistung. Nach den 2024 aktualisierten gemeinsamen Zielen der Mitgliedstaaten sollen in fünf europäischen Meeresbecken etwa 86–89 GW bis 2030, 259–261 GW bis 2040 und 356–366 GW bis 2050 erreicht werden. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren etwas mehr als 20 GW installiert.
EU-Kommission – Offshore-Ausbauziele
Windenergieanlagen entziehen atmosphärischen Strömungen kinetische Energie. Hinter ihnen entstehen Wakes mit veränderter Windgeschwindigkeit und Turbulenz. Bei großen Windparks überlagern sich diese Effekte.
Aktuelle Arbeiten dokumentieren bzw. modellieren Veränderungen von Nachlaufströmungen, vertikalem Impulstransport und Low-Level-Jets.
Krishnamurthy et al. 2025
Quint et al. 2025
Bei Offshore-Windparks kommt die Wechselwirkung mit dem Ozean hinzu. Eine 2025 veröffentlichte gekoppelte Modellierung von 1.418 Offshore-Turbinen zeigte unter den untersuchten Bedingungen Veränderungen von Windstress, Mischungsschicht und Meeresoberflächentemperatur sowie Rückwirkungen auf die Atmosphäre.
Seo et al. 2025 – Science Advances
Diese Forschung beweist keine bereits feststehende schwerwiegende Umwelt- oder Klimafolge. Sie belegt jedoch physikalische Wirkungspfade. Die entscheidende offene Frage lautet: Welche Größenordnung, räumliche Reichweite und kumulative Bedeutung erreichen diese Veränderungen, wenn Tausende Anlagen und große Windparkcluster zusammenwirken?
Dass diese Gesamtfrage nicht automatisch durch Einzelgenehmigungen beantwortet wird, zeigt beispielsweise der sächsische Windenergie-Leitfaden 2026. Er stellt ausdrücklich fest, dass Windenergieanlagen dem Wind Bewegungsenergie entziehen und Luftschichten durchmischen. Mikroklimatische Auswirkungen werden dennoch nicht im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren untersucht.
Freistaat Sachsen – Windenergie-Leitfaden 2026
Einzelne Windparks können also detailliert geprüft werden. Daraus folgt nicht, dass die Gesamtwirkung Tausender Anlagen und miteinander wechselwirkender Windparkcluster erfasst wird.
Atmosphäre und Meere kennen keine Staatsgrenzen. Nordsee, Ostsee und die Atmosphäre über Europa sind zusammenhängende natürliche Systeme. Wenn der Ausbau grenzüberschreitend erfolgt, müssen auch seine kumulativen Wirkungen grenzüberschreitend untersucht werden.
Art. 191 AEUV verankert Vorsorge und Vorbeugung als Grundlagen der europäischen Umweltpolitik.
Art. 191 AEUV – EUR-Lex
Diese Petition verlangt deshalb keinen Beweis für eine bereits feststehende Gefahr, sondern die wissenschaftliche Klärung offener Fragen vor einer erheblichen weiteren Vergrößerung des Anlagenbestandes.
Fallen die Auswirkungen gering aus, besteht eine belastbare Grundlage für weitere Entscheidungen. Werden relevante kumulative Auswirkungen festgestellt, können Ausbaupläne rechtzeitig angepasst werden.
Bei einem europäischen Ausbau dieser Größenordnung sollte die Frage nach seinen Gesamtwirkungen nicht erst gestellt werden, wenn die Anlagen bereits stehen.
Eine entsprechende Petition wurde bereits beim Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments eingereicht.

Reason

Die Europäische Union plant einen Windenergieausbau in bislang nicht erreichter Größenordnung. Allein die Offshore-Leistung soll von etwas mehr als 20 GW auf 356 bis 366 GW bis 2050 anwachsen. Gleichzeitig fehlt bislang eine unabhängige Gesamtuntersuchung der Frage, welche kumulativen Auswirkungen der europäische Gesamtbestand auf Atmosphäre, Landoberflächen und Meere hat.
Quelle:
https://energy.ec.europa.eu/news/member-states-agree-new-ambition-expanding-offshore-renewable-energy-2024-12-18_en
Dabei geht es nicht um die Behauptung, Windenergie verursache zwangsläufig schwerwiegende Umwelt- oder Klimaschäden. Es geht um eine wissenschaftlich naheliegende Frage, die vor einer Vervielfachung des Anlagenbestandes beantwortet werden muss.
Windenergieanlagen entziehen atmosphärischen Strömungen kinetische Energie. Hinter den Rotoren entstehen Nachlaufströmungen, sogenannte Wakes, in denen Windgeschwindigkeit und Turbulenz verändert sind. Bei großen Windparks überlagern sich diese Nachläufe. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen befassen sich mit Veränderungen des vertikalen Impulstransports und von Low-Level-Jets.
Quellen:
https://doi.org/10.5194/wes-10-361-2025
https://doi.org/10.5194/wes-10-117-2025
Bei Offshore-Windparks endet die Wirkung nicht an der Wasseroberfläche. Gekoppelte Ozean-Atmosphäre-Modellierungen zeigen unter den jeweils untersuchten Bedingungen Veränderungen von Windstress, Durchmischung, Mischungsschicht und Meeresoberflächentemperatur sowie Rückwirkungen vom Ozean auf die Atmosphäre.
Quelle:
https://doi.org/10.1126/sciadv.adw7603
Die entscheidende offene Frage lautet daher nicht mehr, ob Windenergieanlagen ihre physikalische Umgebung beeinflussen. Entscheidend ist:
Welche Größenordnung und räumliche Reichweite erreichen diese Veränderungen, wenn Tausende Windenergieanlagen und große Windparkcluster zusammenwirken?
Genau diese Frage lässt sich nicht dadurch beantworten, dass jede Anlage oder jeder Windpark einzeln genehmigt wird. Projektbezogene Umweltprüfungen untersuchen bestimmte Auswirkungen innerhalb definierter Untersuchungsräume. Die Atmosphäre und die Meere Europas funktionieren jedoch nicht projektweise und kennen keine Staatsgrenzen.
Das zeigt sich besonders in Nord- und Ostsee. Deutschland, Dänemark, die Niederlande, Belgien und andere Staaten planen jeweils große Offshore-Kapazitäten. Physikalisch entsteht daraus aber kein Nebeneinander voneinander unabhängiger nationaler Windparks, sondern ein immer dichterer Bestand innerhalb eines zusammenhängenden Atmosphäre-Ozean-Systems.
Auch an Land stellt sich die Frage nach überregionalen Wechselwirkungen von Windfeldern, atmosphärischem Austausch, Wärme- und Feuchtigkeitstransport, Verdunstung, Bodenfeuchte und Vegetation.
Der sächsische Windenergie-Leitfaden von 2026 verdeutlicht die bestehende Prüfungslücke: Er stellt ausdrücklich fest, dass Windenergieanlagen dem Wind Bewegungsenergie entziehen und durch die Rotoren Luftschichten durchmischen. Mikroklimatische Auswirkungen werden dennoch nicht im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren untersucht. Andere Umweltwirkungen werden durchaus geprüft. Eine solche Einzelprüfung ersetzt jedoch keine Untersuchung der kumulativen Auswirkungen des geplanten europäischen Gesamtbestandes.
Quelle:
https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/50974/documents/78850
Gerade dafür gibt es das Vorsorgeprinzip. Es ist in Art. 191 AEUV ausdrücklich Bestandteil der europäischen Umweltpolitik. Bei einem Eingriff dieser Größenordnung sollte nicht erst ein wesentlich größerer Anlagenbestand geschaffen und anschließend untersucht werden, welche Gesamtwirkungen entstanden sind.
Quelle:
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:12016E191
Diese Petition verlangt deshalb weder die Vorwegnahme eines wissenschaftlichen Ergebnisses noch einen endgültigen Verzicht auf Windenergie. Sie verlangt eine unabhängige, transparente und ergebnisoffene Gesamtfolgenabschätzung, bevor der Ausbau erheblich weitergeht.
Fallen die kumulativen Auswirkungen gering aus, gibt es anschließend eine belastbare wissenschaftliche Grundlage für weitere Entscheidungen. Werden relevante Auswirkungen festgestellt, können Ausbaupläne angepasst werden, bevor ein wesentlich größerer Anlagenbestand errichtet wurde.
Eine entsprechende Petition wurde bereits beim Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments eingereicht.
Die Forderung ist deshalb einfach:
Erst die Gesamtwirkungen untersuchen. Dann über den weiteren Ausbau entscheiden.

Thank you so much for your support, Susanne Richter Leinenweiß, Berlin
Ask the initiator

Petition details

Petition started: 09/12/2026
Collection ends: 03/11/2027
Region: European Union
Topic: Environment

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Why people sign

weil noch zu viele offene Fragen zu den Auswirkungen auf Umwelt, Tierreich , Störungen im Wettergeschehen , vor allem aber zu Rückbau und Kosten der Entsorgung zu klären sind

Genau wg der immer noch fast vollständig ungeklärten Umwelteinflüsse sowie deren kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen bis hin zu den Themenkomplexen "Recourcenverbrauch"(Kies, Stahl, Zement, Glasfaserkunststoffe, Binder, Kupfer, Metalle aller Art usw...) und Rückbau und Wiederherstellung der ursprünglichen Flächen. Daneben werden noch immer weitere Auswirkungen auf Flora und Fauna bekannt, die durch den jetzt massenhaften Ausbau von teils riesigen Windparks und immer höheren Windrädern. Und nichts von dem kann von den zuständigen Behörden/betroffenen Verbänden/direkt Betroffenen in der knappen Genehmigungszeit vollständig geklärt werden. Daneben(aber anderes Thema) kommt auch diese irrwitzige politische Einflussnahme auf die auszuweisenden Windparkflächen, die durch die fiskalische Knebelung der Landwirte (Steuern, Abgaben, Sprit) und ausgeuferte EU Bürokratie, immer mehr landwirtschaftliche Flächen in Anspruch nehmen können und die über Jahrtausende gewachsenen Flächen zerstören...

EU weite Forschungen , kumulative Studien und Analysen zum forcierten WKA-Ausbau , sowie die genannten Auswirkungen auf den Planeten insgesamt , Eindämmung des Raubbaues an Land, Wald , Natur , sowie dadurch verbundene Flächenversiegelungen und verbundener "Landnahme " -auch der eventuell ausufernde Lobbyismus gewisser Betreiber, Organisationen etc. sollte ins Kalkül gezogen werden

Unsere Generation hat eine Verantwortung für alle jetzt und zukünftig auf der Erde lebenden Lebewesen und es muss, bevor massiv in natürliche Kreisläufe, den Boden, das Meer etc. eingegriffen wird, geprüft werden, welche Auswirkungen diese Eingriffe kurz- und langfristig auf die Lebensgrundlage aller Lebewesen haben.

Es sind sehr viele Fragen ungeklärt.

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