Der Schmittner Gemeinderat verfolgt seit einigen Jahren eine Ortsplanungsstrategie, die sich am Grundsatz „je mehr desto besser“ zu orientieren scheint. Dies missfällt uns, der Bevölkerung von Schmitten, da wir Konfliktpotenzial auf verschiedenen Ebenen wahrnehmen (siehe Begründung). Die Strategie des Gemeinderates scheint in die entgegengesetzte Richtung dessen zu gehen, was aktuell in der Schweiz und weltweit als förderlich angesehen wird, so etwa: 1) soziale Durchmischung von Wohnquartieren, 2) Bedeutung von Grün- und Erholungsflächen, 3) Qualität statt Quantität.

Mitte Januar läuft die Frist ab, in der Einsprache gegen ein weiteres überdimensioniertes Projekt des Gemeinderates gemacht werden kann: die Überbauung „Mosaïque“ im Ochsenried. Die Projektpläne mögen der aktuellen Rechtsanwendung entsprechen, widersprechen aber klar den Interessen der Allgemeinheit und sind unzumutbar für die Nachbarn.

Die gesamte Bevölkerung von Schmitten wurde am 30. Oktober 2018 zum World-Café Leitbild 2040 eingeladen. Sie wurde aufgerufen, Visionen und Wünsche für das zukünftige Gemeindewohl (Leitbild 2040) auszutauschen. Unter anderem wurde von den Teilnehmenden speziell erwähnt, dass die Gemeinde für «ein gesundes Wachstum der Bevölkerung und ein möglichst geringes Verkehrsaufkommen» sorgen soll. Mit den bereits im Bau befindlichen und den geplanten Überbauungen wird diesen Wünschen in keiner Art und Weise Rechnung getragen und innert kürzester Zeit über den Haufen geworfen.

Deshalb fordern wir vom Gemeinderat:

  1. Die Ortsplanungsstrategie gründlich zu überdenken und folgende Punkte dabei vermehrt in Betracht zu ziehen: 1) das öffentliche Interesse der Bürgerinnen und Bürger (was nützt uns SchmittnerInnen die massive Erhöhung der Bevölkerung und der Bau so vieler einheitlicher Wohnungen?), 2) die Siedlungsqualität, 3) das Ortsbild.

  2. Bei der Kommission für Architektur und Siedlungsästhetik KAS eine Einschätzung zu verlangen, die einzig unter dem Gesichtspunkt der Ästhetik und der Integration der Bauten in das Landschaftsbild erstellt wird. Die Stellungnahme des KAS zum Bauvorhaben „Mosaïque“ soll der Schmittner Bevölkerung sowie der Entscheidungsbehörde zur Verfügung gestellt werden. (siehe www.fr.ch/sites/default/files/contens/seca/_www/files/pdf38/Guide_des_constructions_DE.pdf Seite 37)

  3. Das Baugesuch „Wohnüberbauung ‚Mosaïque‘“ zurückzuweisen sowie bei zukünftigen Baugesuchen den gesunden Menschenverstand walten zu lassen und den Interessen der ganzen Bevölkerung Vorrang zu geben.

Begründung

Nachfolgend führen wir verschiedene Argumente am Beispiel der Überbauung „Ochsenried“ auf, welche jedoch auch auf die anderen grossen und aktuellen Bauprojekte in Schmitten anzuwenden sind, wie bspw. die Überbauung in der Bodenmatte oder im Hagnet:

  1. Wohnungsüberfluss: In den letzten Jahren sind viele neue Wohnungen in Schmitten gebaut und/oder geplant worden. So sieht das Baugesuch „Wohnüberbauung ‚Mosaïque‘" 90 Wohnungen vor, anstatt der im ursprünglichen Projekt des Detailbebauungsplanes „Ochsenried“ im Jahre 2014 geplanten 39 Wohneinheiten. Dies zu einem Zeitpunkt, in dem in der Schweiz immer mehr Wohnungen freistehen. Eine aktuelle Hochrechnung der Credit Suisse zeigt, dass die Leerstände im 2018 so stark angestiegen sind wie seit über 20 Jahren nicht mehr (www.credit-suisse.com/ch/de/articles/private-banking/so-viele-leere-wohnungen-wie-noch-nie-trotzdem-wird-weiter-gebaut-201809.html). Die Studie zeigt auch, dass die Nachfrage nach Eigentumswohnungen aufgrund des hohen Preisniveaus sinkt. Der Kanton Freiburg situiert sich in Bezug auf leerstehende Wohnungen in der zweitobersten von fünf Kategorien (www.bwo.admin.ch/bwo/de/home/Wohnungsmarkt/zahlen-und-fakten/leer-stehende-wohnungen.html).

  2. Verkehr: Die dringende Frage, wie der neu entstehende Verkehr geregelt werden soll, scheint nicht gelöst. Der Verkehr, der durch die Bebauung „Mosaïque“ entsteht, wird dem Dorf zu Spitzenzeiten einen Verkehrskollaps bescheren. Die in einer Verkehrsstudie erwähnten 528 Tages- und 88 Nachtfahrten ergeben ein Total von 616 Fahrten, welche auf die bestehende Quartierstrasse „Kreuzmattstrasse“ geführt werden (Verkehrsgutachten für die Baueingabe von der Firma KONTEXTPLAN). Neben der erheblichen Lärmbelastung scheint dies in Kombination mit den weiteren entstehenden Überbauungen auch die Verkehrsüberlastung in Flamatt und Düdingen zu verschärfen. Schmitten trägt also mit seiner Baustrategie stark zur Überbelastung in den umliegenden Gemeinden bei.

  3. Externes Rückhaltebecken für Regenwasser: Laut Gemeindereglement (Art. 43) ist der Bauherr dazu verpflichtet, geeignete Massnahmen für die Versickerung des Regenwassers auf dem eigenen Grund zu ergreifen. In Zusammenhang mit der Überbauung «Mosaïque» hat der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung vom 30. November 2018 den Bau eines Rückhaltebeckens vorgestellt, in welches sich die Bauherrschaft einkaufen kann. Das Becken soll in der Freihaltezone gebaut werden (bei der Schlittelwiese am Waldrand). Freihaltezonen dienen der Erhaltung von Grünflächen und Freiflächen innerhalb der Bauzonen (Art. 56 RPBG). In der Freihaltezone gilt ein allgemeines Bauverbot. Davon ausgenommen sind zweckgebundene Bauten und Anlagen von geringer Bedeutung, wie z.B,. Kinderspielplätze, Fusswege, Ruheplätze und Leitungen. Die Aussage des Gemeinderates, dass die beliebte Schlittelwiese, die seit Jahrzehnten von der Schule und vielen Familien benutzt wird, vom Bau des Rückhaltebeckens nicht beeinträchtigt wird, zweifeln wir stark an.

  4. Gewerbe und Infrastruktur: Mit der bisherigen Strategie des Gemeinderates und mit grosszügiger Unterstützung der Investoren fördert die Gemeinde kaum das heimische Gewerbe. Schlussendlich profitieren also nicht unsere lokalen Gewerbler, sondern Grossfirmen, die auf Massenanfertigungen spezialisiert sind. Ausserdem werden die verschiedenen sich im Bau befindlichen oder geplanten Grossüberbauungen in der Gemeinde zu einer Überbelastung verschiedener Infrastrukturen wie Schulen, Läden, Ärzten etc. führen.

  5. Ortsbild: Schmitten liegt in einer ländlichen Gegend und ist weder urban noch einer Agglomeration zuzuordnen. Die massiven Überbauungen beeinträchtigen das Ortsbild deshalb stark. Siedlungsqualität entsteht in unseren Augen und nach dem Bauhandbuch des Kantons Freiburg durch raumplanerische Massnahmen und Bauvorschriften, jedoch auch Massnahmen zum Schutz der Natur, Landschaft und Umwelt (www.fr.ch/sites/default/files/contens/seca/_www/files/pdf38/Guide_des_constructions_DE.pdf Seite 36.)

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Daniel Renggli aus Schmitten
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Neuigkeiten

  • Liebe UnterstützerInnen

    Gestern Abend haben wir die Grenze der 200 Personen geknackt, die unsere Petition unterschrieben haben. Wir freuen uns riesig, dass unser Anliegen euch allen ebenso am Herzen liegt wie uns, und möchten euch herzlich für eure wertvolle Unterschrift und die grosse Unterstützung danken.

    Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass sich 500 Menschen zu unserem Anliegen bekennen. Das entspricht zirka einem Sechstel der erwachsenen Schmittner Bevölkerung und scheint uns eine Anzahl zu sein, die der Gemeinderat nicht kommentar- und tatenlos übergehen kann.

    Es bleiben jetzt noch zirka 3'200 SchmittnerInnen übrig, die wir möglicherweise für unser Anliegen überzeugen können. Eine Woche bleibt uns noch, um so viele wie möglich in unser Boot zu holen und damit den Druck auf den Gemeinderat zu verschärfen. Dafür brauchen wir deine Hilfe!

    Also sprecht mit euren Mitmenschen, Freunden, Nachbarn, ArbeitskollegInnen, Verwandten und Bekannten. Bringt unsere Petition ins Gespräch, beim Einkaufen, im Training, in eurem Verein, beim Feierabendbier. Bringt schriftliche Unterschriftsbögen zu euren Eltern und Grosseltern, falls diese von digitalen Unterschriften abgeschreckt werden – ihr könnt solche Bögen auf der Petitionsseite mit einem Klick herunterladen und genauso einfach wieder hochladen. Schreibt Leserbriefe oder macht Leute aus den umliegenden Gemeinden auf das Vorhaben aufmerksam. Falls ihr Ideen habt, wie wir noch mehr Aufmerksamkeit erregen könnten, meldet euch doch bei uns. Jede einzelne Unterschrift nützt uns, um den öffentlichen Blick auf den Gemeinderat zu verstärken und den Druck zu erhöhen.

    Wenn jede und jeder von uns noch zwei Leute informiert und miteinbezieht, erreichen wir unser Ziel. Wir sind zuversichtlich und jetzt schon stolz darauf, mit euch zusammen ein Zeichen gesetzt zu haben. Danke!

    die PetitionsverfasserInnen

    P.S.: Das Recht, Petitionen zu unterschreiben, steht allen urteilsfähigen Personen zu, also auch Menschen ohne Schweizer Pass oder unter 18 Jahren.

Pro

Anders als hier fälschlich behauptet, werden bei dem Projekt keine lokalen Firmen beteiligt. Der Bau wird massgeblich von im Ausland ansässigen Grossfirmen durchgeführt.

Contra

Seit 1965 in Schmitten habe ich die Entwicklung und das Wachstum der Gemeinde wohlwollend miterlebt.wen ich heute all die Bauvorhaben sehe muss ich sagen dass man das Augenmass und die Vernunft verloren hat!

Warum Menschen unterschreiben

  • vor 17 Std.

    Der eingeschlagene rasante Weg in der Zonenplanung ist riskant und kann Bürgern und Gemeinde Lebensqualität und höhere Steuern kosten. Entwicklung und Bedürfnisse werden nicht von Notwendigkeit und Nachhaltigkeit bestimmt. Vielmehr prägen private und juristische Personen die Entwicklung, welche hohe Renditen aus Überbauungen auf von der Gemeindebehörde eingezontem Land ermöglicht. Dies mag legitim sein. Es entspricht nicht den Interessen der Einwohner und schont weder Umwelt noch Ressourcen. Auslöser dieser Petition ist das von der Stiftung „Charmeil-de-Raemy“ des Bürgerspitals Freiburg zusammen mit der Generalunternehmung Halter AG aus Zürich/Bern öffentlich aufgelegte Bauprojekt Schmiedmatte. Diese Stiftung erhielt bis Ende 2017 für die verpachtete 1.7 ha grosse Bauparzelle einen Zins von Fr. 1’000/ha/Jahr. Dank der Einzonierung zu Bauland und dem seit Juni 2018 genehmigten Detailbebauungsplan (DBP) ergeben sich neu wirtschaftliche Perspektiven zum Profit weniger und zum Nachteil der Direktbetroffenen und der Einwohner. Gemäss FN vom 23.12.2017 rechnet die Stiftung mit der Abgabe des Bodens im Baurecht mit einer Rendite von 4 %, was mit einem Baurechtsvertrag Einnahmen von 230’000 Fr./Jahr generiert. Dies ergibt einen Betrag von 23 Mio. Fr., den die Stockwerkeigentümer der 90 Wohnungen während der Laufzeit des Baurechtsvertrags von 100 Jahren zu bezahlen haben. Diese Erträge fliessen an der Gemeinde vorbei. Ihr bleiben die Infrastrukturkosten und die Steuereinnahmen aus den 90 Wohnungen. Solche Vorhaben zugunsten weniger entsprechen nicht den Aufgaben der Gemeinde. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Unteranlieger vom 29. Juni 2015 beim Kantonsgericht gegen den Detailbebauungsplan wurde mit Unterstützung durch die Gemeindebehörde abgeschmettert. Die Situation hat sich seit damals verschlechtert. Die 39 Wohnungen im Vorprojekt des DBP sind beim Auflageprojekt vom Dez. 2018 auf 90 erhöht worden. Parallel wurde in einem „demokratischen“ Prozess die Zonenordnung von schwacher auf mittlere Dichte erhöht. Als Direktbetroffener ist sowas unverständlich. Bei solchen Mehrfamilienhausüberbauungen kommt das ansässige Gewerbe kaum zu Aufträgen. Planungs- und Ausführungsarbeiten fliessen ausserkantonal ab. Auch Macron glaubte demokratisch zu handeln. Die „gilets jaunes“ holen ihn ein.

  • vor 2 Tagen

    Wegen dem Verkehr der da durch entsteht. Wird nicht mehr so ruhig sein wie bisher.

  • vor 2 Tagen

    Mitgefühl Wohne neben dran, versperrt mir nicht direkt die Sicht, könnte aber vielleicht etwas laut werden und stören (Bauphase und dann Familienqauartier).

  • Franz Martin Schmitten

    vor 3 Tagen

    Auf kommunaler Ebene soll die Mitsprache und das Mitdenken durch uns Bürger wichtig bleiben und es soll immer wieder öffentlich vorgetragen werden. Die direkte Demokratie muss immer wieder praktiziert werden, ansonsten ist immer mehr mit anonymen und unkontrollierbaren Bewegungen wie die "Gilets jaunes" zu rechnen. Petitionen wie auch alle anderen Volksrechte sind der Ausdruck der direkten Demokratie - und diese müssen so viel wie möglich praktiziert werden.

  • Hans Burren Schmitten

    vor 4 Tagen

    Weil wir in Schmitten solch sinnlose Überbauungen nicht brauchen.

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