11.08.2026, 07:58
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition Rosegplatz,
Am kommenden Sonntag stimmt Pontresina über einen Kredit von rund 12 Millionen Franken für die neue Sportinfrastruktur auf dem Rosegplatz ab.
Natürlich würden auch wir uns über einen schönen neuen Sport- und Spielplatz als Treffpunkt für Einheimische und Gäste freuen, doch bezweifeln wir nach wie vor, dass es gelingen kann, beengt und beschattet von einem fünfstöckigen Hotelklotz eine Umgebung zu schaffen, in der man sich gerne aufhält.
Seit unserem letzten Update anfangs Juni hat sich an den zentralen offenen Fragen nichts Wesentliches geändert:
- Die Beschwerde gegen die Baufreigabe ist weiterhin beim Obergericht hängig.
- Der Baustart wurde Anfang Juni medienwirksam gefeiert. Seither hat sich an den offenen rechtlichen Fragen nichts geändert. Aufgrund des sommerlichen Baustopps wurde bislang zudem nur während weniger Wochen gebaut. Es klafft nun ein riesiges Loch, das jetzt schon die Dimensionen des zukünftigen Hotels andeutet.
- Die von Mitgliedern der Bürgergemeinde eingereichte Bürgerinitiative wurde vom Bürgerrat für ungültig erklärt. Dass ordentliche politische Vorstösse in Pontresina immer wieder als rechtswidrig taxiert werden, sorgt bei vielen Bürgerinnen und Bürgern für Unverständnis und Besorgnis. Gegen den Entscheid wurde deshalb Beschwerde eingereicht, sodass auch diese Frage weiterhin rechtlich offen ist.
Darüber hinaus bleiben weitere Fragen offen:
- In der Abstimmungsbroschüre ist von jährlichen Betriebs- und Unterhaltskosten von rund CHF 100'000 gesprochen. Ob dieser Betrag realistisch ist, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
- Ebenso stellt sich die Frage, weshalb die Einheimischen eine Infrastruktur von rund 12 Millionen Franken finanzieren sollen, die in erster Linie wegen des Hotelprojekts erstellt wird. Welches Hotel kann seinen Gästen einen von der Öffentlichkeit finanzierten Sportplatz mit Eisfeld, Tennis-, Spiel- und Freizeitanlagen anbieten?
Ist es sinnvoll, heute über 12 Millionen Franken öffentliche Gelder zu sprechen, solange wesentliche rechtliche und politische Grundlagen noch nicht abschliessend geklärt sind?
Wir sind überzeugt: Bevor langfristige finanzielle Verpflichtungen eingegangen werden, sollten die offenen Verfahren abgeschlossen und die Fragen geklärt sein.
Vielen Dank für eure bisherige Unterstützung und euer Interesse am Rosegplatz.
Petitionäre für die Rettung des Rosegplatzs Pontresina
www.rosegplatz.ch
01.06.2026, 05:07
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition Rosegplatz,
heute wurden bereits die ersten Maschinen auf dem Rosegplatz aufgefahren. Der Baustart beim Projekt Hotel Flaz steht damit unmittelbar bevor bzw. hat faktisch bereits begonnen – und dies, obwohl zentrale Verfahren weiterhin offen sind.
1. Offenes Beschwerdeverfahren vor Obergericht
Die Beschwerde gegen die Baufreigabe ist aktuell noch beim Obergericht des Kantons Graubünden hängig. Es geht dabei um die erste (öffentlich ausgeschriebene) Baufreigabe, wogegen die Betroffenen Einsprache erhaben konnten. Die Gemeinde hatte die Baufreigabe erteilt und die Einsprachen abgewiesen, obwohl die Auflagen für den Baubeginn nicht erfüllt waren. Über wesentliche rechtliche Fragen wurde bislang noch nicht entschieden. Der Baustart erfolgt somit, obwohl über diese Punkte das Gericht noch einen Entscheid darüber fällen muss.
2. Bürgerinitiative zur Überprüfung des Baurechts
Parallel dazu wurde eine Bürgerinitiative eingereicht, welche die Grundlage des Projekts grundsätzlich infrage stellt. Konkret wird verlangt, dass der Baurechtsvertrag neu beurteilt wird bzw. dass das Grundstück wieder an die Bürgergemeinde zurückfällt («Heimfall»), sofern die vertraglichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Hintergrund ist unter anderem, dass der Vertrag vom ursprünglichen Beschluss der Bürgerversammlung abweicht und die vertraglich vorgesehene Frist für den Baubeginn nicht eingehalten wurde. Auch wurde der damals versprochene Baurechtsvertrag mit der einfachen Gesellschaft «pass per pass» erst im Jahre 2026, somit nach über zehn Jahren abgeschlossen; die Pflicht zum Vertragsabschluss war daher verjährt. Ziel der Initiative ist es, diese grundlegende Frage wieder der Bürgerversammlung zur Entscheidung vorzulegen. Dabei wird auch zu klären sein, ob der Präsident der Bürgergemeinde von sich aus ohne vorgängigen Versammlungsbeschluss auf die Einrede der Verjährung habe verzichten dürfen.
3. Zweite Baufreigabe ohne vorgängige Anhörung der Betroffenen
Die Gemeinde hatte in der ersten Baufreigabe die Bauherrschaft aufgefordert, vor Baubeginn die nicht eingehaltenen Auflagen vor Baubeginn zu erfüllen. Mit Verfügung vom 26. Mai 2026 hat die Gemeinde die definitive Baufreigabe erteilt. Diese Verfügung ist noch nicht in Rechtskraft erwachsen.
4. Unzureichende mediale Einordnung und Informationspolitik
Die mediale Begleitung dieser wichtigen Phase lässt leider zu wünschen übrig. Der Baustart wird teilweise als Abschluss eines langen Prozesses dargestellt, obwohl zentrale rechtliche und politische Fragen weiterhin offen sind und breit diskutiert werden.
Sollten die Beschwerde oder die Bürgerinitiative erfolgreich sein, hätte dies zur Folge, dass bereits eingeleitete bauliche Schritte rückgängig zu machen wären. Dies hätte auch direkte Auswirkungen auf die geplante Gestaltung des SportPlatz-Areals.
Der heutige Baustart bedeutet deshalb nicht, dass die Diskussion abgeschlossen ist. Vielmehr beginnt eine neue Phase, in der es weiterhin wichtig ist, die Perspektive der Einheimischen sichtbar zu machen, die offenen Fragen sachlich zu klären und öffentliche Mittel erst dann weiter zu binden, wenn die rechtlichen und politischen Grundlagen eindeutig geklärt sind.
Wir danken euch allen herzlich für euer bisheriges Engagement und halten euch über die nächsten Entwicklungen auf dem Laufenden.
Freundliche Grüsse
20.02.2026, 10:11
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer
Seit unserer letzten Nachricht vom 5. Mai 2025 ist viel geschehen. Zu viel – und vieles davon hat uns als Gemeinschaft bewegt, enttäuscht, aber auch zusammengeschweisst.
Unsere Petition wurde von rund 2’000 Menschen unterzeichnet – Einheimische, Gäste, Familien, Sportlerinnen, Kinder, ältere Menschen, die alle eines sagen wollten:
Der Sport‑, Eis‑ und Spielplatz Roseg ist wichtig. Für Pontresina. Für das Dorfleben. Für uns alle.
Trotzdem hat der Gemeindevorstand entschieden, nicht auf die Petition einzutreten. Wir konnten zwar sprechen – aber gehört wurden wir nicht wirklich. Umso eindrücklicher war die Stimmung an der Gemeindeversammlung vom 4. Februar 2026: Als einer unserer Vertreter das Wort ergriff, war es plötzlich still im Saal. Viele schauten auf, hörten zu. Und die Reaktionen der Anwesenden zeigten deutlich:
Dieses Projekt lässt niemanden kalt.
Die Nervosität auf dem Podium sprach mehr als viele Worte.
Gleichzeitig kämpften Nachbarn darum, dass die Gemeinde ihre eigenen Regeln einhält. Es ging um die vom Gemeindevorstand bewilligte Verlängerung der Baubewilligung um zwei Jahre – obwohl zentrale Auflagen nicht erfüllt waren. Die Beschwerde dagegen wurde leider abgewiesen.
Doch dann geschah das Überraschendste:
Am 7. Januar 2026 erteilte der Gemeindevorstand die Baufreigabe, obwohl weiterhin wichtige, in der Baubewilligung festgeschriebene Bedingungen nach wie vor unerfüllt sind wie jene des Finanzierungsnachweises, des Baurechts-Eintrags, der Erfüllung der Vorschriften über die Barrierefreiheit und der Verkehrssicherheit. Des Weiteren wurden in diesem Zuge gewichtige Projektänderungen bewilligt, wofür eine neuerliche öffentliche Ausschreibung zwingend wäre.
Mehrere betroffene Nachbarinnen und Nachbarn – viele davon aus unserem Umfeld – sahen sich deshalb erneut veranlasst, eine Beschwerde ans Obergericht einzureichen, um zu verhindern, dass in Verletzung von Verfahrensvorschriften ohne vollständige Grundlagen vollendete Tatsachen geschaffen werden.
Es ist zu hoffen, dass das Obergericht dem einseitigen und willkürlichen Verhalten unser Baubehörde Einhalt gebietet.
Und was bedeutet das für den Sportpavillon, für unsere Kinder, für unser Dorf?
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass wir den Platz in dieser Wintersaison zum letzten Mal so erlebt haben, wie wir ihn schätzen und lieben: als Treffpunkt, Spielfeld, Lebensraum.
Ohne Eingreifen des Obergerichts könnten schon diesen Sommer die Bagger auffahren – und der offene Platz, der so vielen etwas bedeutet, würde zur Baustelle und später zum zerschnittenen, schattigen Rest, überragt von einem grossen Hotelbau, dessen Inkompatibilität mit dem Betrieb der geplanten Sportanlagen offenkundig ist.
Doch eines dürfen wir nicht vergessen:
2’000 Stimmen sind nicht einfach verschwunden.
Sie leben weiter in jedem Gespräch, in jeder Versammlung, in jeder kritischen Frage, die gestellt wird.
Und wir bleiben dran – für einen lebendigen, offenen Sport‑ und Begegnungsplatz in Pontresina.
www.engadinerpost.ch/meinungen/leserbriefe/482/Hotel-Flaz-Wo-bleibt-die-Schweizer-Basisdemokratie
Link zu den Presseartikeln
tinyurl.com/RosegPlatz
Petitionäre für die Rettung des Rosegplatzs Pontresina
www.rosegplatz.ch
05.05.2025, 03:09
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer
Am 1. April konnten wir die Petition mit 2'000 Unterschriften an die Gemeinde übergeben.
Trotz dieses starken Zeichens aus der Bevölkerung wurde das Thema in der darauffolgenden Gemeindeversammlung am 8. April nicht angesprochen. Inzwischen hat der Gemeindevorstand eine Stellungnahme veröffentlicht und die Petition abgelehnt – ohne vorher den Dialog mit der Bevölkerung zu suchen.
Zwar hat ein Gespräch mit uns Petitionären stattgefunden, doch es drängt sich die Frage auf, ob der Gemeindevorstand einen offenen Austausch mit der Bevölkerung überhaupt für nötig hält. Fassungslos mussten wir zudem zur Kenntnis nehmen, dass die 6 beteiligten Mitglieder des Gemeindevorstandes die Entscheidung über die Zukunft des Sportplatzes selbst an die Hand nehmen und dem Souverän nicht die Möglichkeit für eine Beurteilung darüber überlässt, was je nach Ausgang der Voten aus der Bevölkerung die Bauherrschaft allenfalls zu einem Umdenken gebracht hätte.
Wir bleiben dennoch aktiv. Die in der Petition formulierten Ziele behalten ihre Gültigkeit, und wir setzen uns weiterhin mit Nachdruck für den Erhalt des Eis-, Sport- und Spielplatzes Roseg ein.
Wir danken euch allen herzlich für eure Unterstützung. Eure Unterschrift ist nicht nur ein Zeichen des Protests, sondern auch ein kraftvolles Symbol dafür, wie wichtig diese öffentliche Fläche für die Bevölkerung von Pontresina – und für die Attraktivität unseres Dorfes – ist.
Petitionäre für die Rettung des Rosegplatzs Pontresina
www.rosegplatz.ch