"Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen." — Artikel 1 der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte
Petrus war verheiratet, Jesus heilte seine Schwiegermutter. Unabhängig davon wurde er der erste Papst der RKK. Und selbst Paulus, der den Menschen einen ledigen Stand wünschte, anerkannte den Segen einer Beziehung. Jesus rief Frauen, Männer, Kinder, Kranke, Versklavte, Heiden usw. Er rief ALLE zu sich. Ein Leib, viele Glieder! Und kein Auge ist weniger wert, als eine Hand.
Das Menschenbild, die Geschlechteranthropologie und, die der katholischen Sexualmoral und damit auch der Argumentation der Bischöfe zu Grunde liegen, sind humanwissenschaftlich überholt und können sich auch nicht ohne Weiteres auf die Bibel berufen, die ein wesentlich breiteres Spektrum von guten Lebensformen thematisiert.
Evtl. gestaltet sich ein Miteinander auch für den Arbeitgeber transparenter, wenn offen kommuniziert wird, statt dass verschwiegen wird? z.B. kann durch vorliegende Informationen auch besser Unterstützung angeboten werden. Betroffene werden sichtbar — vielleicht auch in ihrer Anzahl? Als Positivbeispiele?
Die RKK versucht als glaubwürdige, moralische Instanz das Evangelium in der Welt zu leben. Dazu kann auch gehören, dass Personen diese Kirche nach aussen vertreten, die keinen ausschweifenden oder widersprüchlichen Lebenswandel führen, so dass die Frohe Botschaft nicht durch gelebte Doppelmoral in ihrem Inhalt Schaden erleidet. (Enthaltsamkeit predigen, selbst hemmungslos ausleben)
Das Aushebeln elementarer Glaubenssätze kann zur weiteren Zersplitterung der kath. Gemeinschaft führen. In ref. Kreisen gibt es Zugang zu Weiheämtern etc. Trotzdem scheint nicht alles "besser", die Missbrauchszahlen sind nicht markant niedriger, viele Strömungen verschwinden zunehmend in der Bedeutungslosigkeit. Ist es sinnvoll, dieser Entwicklung zu folgen? Würden wirklich soooo viele Menschen nur deswegen (wieder) in die RKK eintreten?
Eine zu extreme Öffnung kann zu Spaltung, inhaltlicher Relativierung, Grenzverschiebungen etc. führen. Der kath. Priesterstand ist in seiner Form einmalig — und daher vielleicht auch schützenswert? Oder werden, bewusst überspitzt weiter gedacht, irgendwann muslimische Gläubige für die kath. Seelsorge rekrutiert, weil ja nicht religiös diskriminiert werden darf und sie ja auch Kinder Abrahams sind?