Traffic & transportation

Verkehrsberuhigung im Umfeld von Schulen und Kindergärten im Bezirk Tulln

Petition is directed to
BürgermeisterInnen, Gemeinderäte, Bezirkshauptmannschaft Tulln, Land Niederösterreich, Amt der NÖ Landesregierung
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Kinder sind die verletzlichsten VerkehrsteilnehmerInnen. Doch gerade jener Weg, den sie mit Abstand am öftesten zurücklegen – der Weg in die Schule oder zum Kindergarten – ist vielerorts gefährlich. Hohes Tempo, unübersichtliche Verkehrssituationen, fehlende Querungshilfen und Radwege sowie schmale Gehsteige führen dazu, dass aus Angst vor Verkehrsunfällen immer weniger Eltern ihren Kindern erlauben, unbegleitet Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Viele Kinder werden daher täglich mit dem Auto zu den Bildungsstätten gebracht, was das Verkehrsaufkommen weiter erhöht und die Problematik verschärft.

Das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung hat im August 2020 den Leitfaden Verkehrssichere Gestaltung des Schulumfeldes herausgegeben.

Darin wird detailliert beschrieben, welche Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Förderung der aktiven Mobilität ergriffen werden können. Was noch fehlt, ist die flächendeckende Umsetzung.

Wir fordern daher alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf, ambitionierte Maßnahmen zur verkehrssicheren und kinderfreundlichen Gestaltung im Umfeld von Schulen und Kindergärten umzusetzen. Es geht um die Sicherheit und die gesunde Entwicklung der Kinder!

  • Wir fordern, dass – je nach den örtlichen Gegebenheiten – im unmittelbaren Umfeld von Schulen und Kindergärten sichere Zugangswege geschaffen werden, beispielsweise in Form von Fußgängerzonen, Schulstraßen, Wohnstraßen oder Begegnungszonen.
  • Wo dies nicht möglich ist, weil die Schule oder der Kindergarten an einer Hauptverkehrsroute liegen, ist eine Beschränkung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit auf maximal 30 km/h zu verordnen.
  • Schulen und Kindergärten sollen an das örtliche Rad- und Fußwegenetz angebunden werden.
  • Weiters verlangen wir sichere Querungshilfen bei Schulen und Kindergärten sowie an allen relevanten Kreuzungen auf dem Weg zu den Bildungseinrichtungen.
  • Zur Schaffung einer optimalen kindgerechten Verkehrssituation sollen im Bedarfsfall auch ergänzende Schritte gesetzt werden: verkehrsorganisatorische Maßnahmen (z.B. Bodenmarkierungen), bauliche Maßnahmen (z.B. Fahrbahnverschwenkungen oder -aufpflasterungen), bewusstseinsbildende Maßnahmen (z.B. Tempomessgeräte mit Anzeige, Hinweisschilder) sowie regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen.

Reason

In der Straßenverkehrsordnung zählen Kinder zum besonders geschützten Personenkreis. Sie können Geschwindigkeiten und Distanzen von herannahenden Fahrzeugen noch nicht ausreichend einschätzen und nehmen den Verkehrsraum in seiner Komplexität nicht vollständig wahr.

Von Expertenseite wird oft betont, wie wichtig das zunehmend selbständige Zurücklegen von Alltagswegen ist, weil die Kinder dadurch Verkehrskompetenz erlangen und so die Basis für eine unfallfreie Fortbewegung im öffentlichen Raum gelegt wird. Der Schulweg ist dafür die ideale Gelegenheit. Die tägliche Bewegung wirkt sich darüber hinaus positiv auf die Gesundheit der Heranwachsenden aus. Nicht zuletzt werden dadurch auch Eigenständigkeit, Selbstbewusstsein und Lösungskompetenz der Kinder gefördert.

Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit, wie auch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit propagiert, kann als erster wichtiger Schritt gesehen werden: Aufgrund des deutlich kürzeren Anhalteweges bei geringeren Geschwindigkeiten reduziert sich das Unfallrisiko maßgeblich. Eine Geschwindigkeitsreduktion alleine ist jedoch nicht ausreichend, um den Schul-, bzw. Kindergartenweg kindgerecht zu gestalten. Es braucht eine ambitionierte, kinderfreundliche Verkehrsplanung, damit Kinder ihre Wege selbständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen können.

Unsere Forderung nach einer verkehrsberuhigten und kinderfreundlichen Gestaltung des Umfeldes von Schulen und Kindergärten bringt neben einer Erhöhung der Verkehrssicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen zahlreiche weitere positive Effekte für die Allgemeinheit:

  • Anreiz für mehr Bewegung im Alltag (aktive Mobilitätsformen: Gehen, Radfahren)
  • Lärm- und Abgasreduktion
  • Erhöhung der Aufenthalts- und Lebensqualität
  • Belebung von Orts- und Stadtzentren
  • Beitrag zum Klimaschutz

Auf der Website der Verkehrswende Tulln-Klosterneuburg finden Sie weiterführende Informationen, auch über die konkrete Situation in einzelnen Gemeinden:

Siehe auch:

Verkehrssichere Gestaltung des Schulumfeldes. Leitfaden (2020), hrsg. v. Amt der NÖ Landesregierung

Kinderfreundliche Mobilität. Ein Leitfaden für eine kindergerechte Verkehrsplanung und -gestaltung (2014), hrsg. v. BMLFUW

Kuratorium für Verkehrssicherheit. Projekt „Tempo 30 vor Schulen“

Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen (2018), hrsg. v. Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus

Foto: Werschinski, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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  • Manfred Rebel Klosterneuburg

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  • Andreas Berndl Hadersfeld

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  • Gerold Polster Klosterneuburg

    3 days ago

    Haben eigene Schulkinder

  • on 20 Feb 2021

    Weil wir bald in den Bezirk Tulln ziehen und ich eine gefahrlose Anreise für meine Kinder fordere.

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