Petition addressed to:
Der Gemeinderat der Gemeinde Taiskirchen im Innkreis
Petition an den Gemeinderat der Gemeinde Taiskirchen - Bürgerinitiative „Rettet den kleinen Vicht“
Wir, die unterzeichnenden Bürgerinnen und Bürger, sprechen uns entschieden gegen die geplante
Erweiterung des Schotterabbaus in unserer Gemeinde Taiskirchen und gegen die Rodung unseres Waldes (kleiner Vicht) aus.
Seit Jahrzehnten leiden Anrainer unter Lärm, Staub, Schmutz, starkem LKW-Verkehr und massiven
Eingriffen in Natur und Landschaft. Viele frühere Zusagen der Betreiber wurden aus unserer Sicht nicht eingehalten.
Mit der nun geplanten Erweiterung der Schottergrube in Brandstätten drohen weitere Schäden:
- der Verlust von wertvollem Natur- und Erholungsraum,
- zusätzliche Belastungen für die Nachbarschaft,
- Eingriffe in unseren Wasserhaushalt und
- eine weitere Zerstörung unserer Landschaft.
Der kleine Vicht ist eines der letzten größeren zusammenhängenden Waldgebiete in unserer Gemeinde. Er ist Lebensraum, Erholungsraum und wichtiger Wasserspeicher für Taiskirchen.
Wir fordern den Bürgermeister und die Gemeinderatsmitglieder daher auf:
Lehnen Sie die geplante Erweiterung der Schottergrube ab, indem sie die Gemeindestrasse nicht dem Betreiber zur Nutzung für die geplante Erweiterung der Schottergrube überlassen. Erlauben Sie keine Unterschreitung des 300m Mindestabstands.
Schützen Sie den kleinen Vicht!
Wir fordern den Gemeinderat von Taiskirchen auf, seine Entscheidung im Interesse der Bürgerinnen und Bürger, der Natur und der Zukunft unserer Gemeinde zu treffen!
Reason
Seit ca. 40 Jahren wird in unserer Nachbarschaft eine Schottergrube betrieben. Schon 1998 wurde in einer Verhandlung festgehalten, dass dieser Betrieb nur unter klaren Auflagen und zum Schutz der Anrainer erfolgen darf. Es wurde ein Zeitraum von 20 Jahren festgelegt, in dem die Schottergrube betrieben und anschließend wieder rekultiviert werden sollte. Der damalige Bürgermeister Aichberger setzte sich für die Rechte der Nachbarn ein. Es war vereinbart, dass Natur, Lebensraum und Lebensqualität danach wiederhergestellt werden.
Doch genau das ist nicht geschehen.
Unter der Verantwortung des früheren Betreibers Burgstaller und des jetzigen Betreibers wurde der Betrieb nicht so geführt, wie es mit uns Nachbarn vereinbart war. Seit mehr als 30 Jahren leben wir mit Lärm, Staub, Schmutz und ständigen Belastungen.
Statt der ursprünglich vereinbarten rund 25 Fahrten pro Tag fahren bis zu 200 LKWs täglich zu und von diesem Betrieb in Brandstätten. Fremdes Material wird angeliefert, verarbeitet und abtransportiert. Es wird aufgegraben, aber nicht so rekultiviert, wie es versprochen wurde. Es wird Natur zerstört, ohne der Natur etwas Gleichwertiges zurückzugeben.
Zurück bleibt eine Landschaft, die weder für Menschen noch für Tiere ein lebenswerter Raum ist.
Die Anlage in Brandstetten ist erloschen. Dort wird an Ort und Stelle kein Material mehr abgebaut. Vor 30 Jahren wurde vereinbart: Wenn an diesem Ort kein Material mehr gewonnen wird, dann endet die Anlage.
Doch nun liegt ein neues Ansuchen vor. Statt das Ende dieser Anlage und die versprochene Wiederherstellung der Natur einzuleiten, soll der Betrieb erweitert werden. Wieder hören wir Versprechungen: Es werde nur ein kleiner Teil geöffnet, Schotter entnommen und danach alles wieder schön hergestellt.
Aber wir glauben diesen Versprechen nicht mehr!
Die Vergangenheit hat uns gezeigt, was aus großen Ankündigungen geworden ist: zerstörte Flächen, verdichtete Böden, halbherzige Zuschüttungen und Narben in unserer Landschaft. Wir fürchten, dass wieder nur ausgegraben, abtransportiert und notdürftig zugemacht wird — mit einer dünnen Humusschicht über verdichtetem Untergrund. Es ist absehbar, dass dadurch erneut eine Fläche entsteht, die weder für Menschen noch für Tiere wertvoll, schön oder lebenswert ist. Und all das zum Vorteil eines Einzelnen, der daraus wirtschaftlichen Gewinn zieht.
Sehr geehrte Gemeindevertreter haben Sie schon einmal das Satellitenbild unserer Gemeinde betrachtet? Haben Sie gesehen, wie viele offene Wunden es bereits in unserer Landschaft gibt? Haben Sie sich gefragt, wie viel Natur- und Erholungsraum den BürgerInnen von Taiskirchen überhaupt noch bleibt?
Die Erweiterung, über die Sie jetzt entscheiden, mag auf den 1. Blick klein erscheinen. Doch in Wahrheit ist sie ein Türöffner für noch mehr. Wenn Sie dieser Erweiterung zustimmen, dass die 300-Meter-Schutzgrenze unterschritten wird und die Gemeindestrasse verlegt werden soll, legen Sie den Grundstein für weitere Ausweitungen der Schottergrube. Dann wird aus einem kleinen Schritt ein großer Verlust. Und NACH einer allfälligen Erweiterung hat der Gemeinderat bezüglich der Rodung des Waldes (kleiner Vicht) keinerlei Mitspracherecht mehr!
Es geht längst nicht mehr nur um eine Grube. Es geht um den kleinen Vicht. Der kleine Vicht ist eines der letzten größeren zusammenhängenden Waldgebiete unserer Gemeinde. Der kleine Vicht ist im Waldkataster als Luft- und Erholungsgebiet ausgewiesen.
Er ist Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Er ist einer der größten Grundwasserspeicher unserer Gemeinde. Er reinigt Wasser. Er reinigt Luft. Er schützt unser Klima. Er ist für viele Menschen ein Ort der Ruhe.
Bitte denken Sie an die Folgen: Oberflächenwasser kann dann nicht mehr richtig versickern und in den Grundwasserkörper gelangen. Die bisherigen Waldbäume können dort nicht mehr so wachsen, wie sie heute wachsen. Es verändert sich alles — unwiderruflich. Es wird nicht mehr der Wald sein, den wir kennen.
Darum bitten wir Sie eindringlich, folgende Punkte in Ihre Entscheidung einzubeziehen:
· Ermöglichen Sie einen Betrieb, dem die Sorgen und Rechte der Bürger bisher zu wenig bedeutet haben?
· Nehmen Sie in Kauf, dass Auflagen weiterhin nicht eingehalten werden?
· Riskieren Sie die Zerstörung des kleinen Vicht?
· Sind Ihnen unser Grundwasser, Wasserhaushalt und natürliche Reinigungssysteme nicht wichtig?
· Wollen Sie, dass weiterer Natur- und Lebensraum in unserer Gemeinde zerstört wird?
· Und vergeben womöglich das einmalige Mitspracherecht, das die Gemeinde hat?
Sie wurden von uns demokratisch gewählt. Sie tragen Verantwortung für unsere Gemeinde.
Treffen Sie Ihre Entscheidung für die Menschen, für die Natur und für die Zukunft.
Bitte retten Sie den kleinen Vicht!
Die Bürgerinitiative „rettet den kleinen Vicht“ und die Nachbarn von Taiskirchen
Trinkwasser für Alle