Petition addressed to:
Bildungsministerium, Bildungsdirektion
Im Namen besorgter Eltern fordern wir:
SchülerInnen in dieser herausfordernden Zeit zu entlasten, psychischen Druck zu vermindern, Ansteckungsgefahr möglichst gering zu halten, Prüfung auf freiwilliger Basis abzuhalten, die Jahresnote miteinzubeziehen, Fairness
Die Fachprüfungen sollen dieses Jahr trotz unzumutbarer Umstände für die HLW-SchülerInnen der vierten Jahrgänge abgehalten werden.
Letztes Jahr wurden die SchülerInnen wie gewohnt auf die Prüfungen vorbereitet – bis die Schulen einige Wochen vor der Prüfung geschlossen wurden. Es fehlten also nur einige Stunden Vorbereitungszeit und die Prüfungen wurden abgesagt, um keine Ansteckungen zu riskieren, die KanditatInnen psychisch zu entlasten und diese nicht trotz mangelnder Vorbereitung einer Prüfung auszusetzen, bei der es um rein praktisches Können geht.
Dieses Jahr wurde – wie im Jahr zuvor – auch die mündliche Matura wieder abgesagt. Grund dafür auch hier: mangelnde Vorbereitung, psychische Belastung, Ansteckungsgefahr.
Wieso müssen sich die vierten Jahrgänge trotzdem diesen Stressfaktoren und gesundheitlichen Risiken aussetzen und eine Prüfung absolvieren, für die ihnen essenzielle Vorbereitungszeit fehlt? Während der Theorieunterricht im Distance Learning annährend auf dem gleichen Level abgehalten werden kann wie im Präsenzunterricht, gilt das nicht für die Praxisstunden! Letztes Jahr fehlten den KandidatInnen „nur“ zwei Monate Unterricht; diese zwei Monate fehlen den 4. Klassen auch und ZUSÄTZLICH auch noch die Unterrichtsstunden des 4. Jahrgangs. Die diesjährigen Klassen hatten schon seit März 2020 keinen regulären Unterricht mehr – abgesehen von den 3 Wochen im Oktober! (Schulbeginn für die 4. Jahrgänge war der 5. Oktober). Somit haben sie 7,5 Monate versäumt, ausgenommen einzelner Stunden, die in manchen Schulen im Schichtbetrieb – aber nur in Kleingruppen - stattfinden konnten; in anderen Schulen hingegen fand gar kein Praxisunterricht statt, da die Vorgaben des Bildungsministeriums Interpretationsspielraum gelassen haben. Zusätzlich konnte das Pflichtpraktikum nicht von allen SchülerInnen absolviert werden.
Warum wurde die mündliche Reife- und Diplomprüfung abgesagt, wo nur ein/e Schüler/in vor der Kommission ruhig auf seinem Platz sitzen kann, aber eine praktische Prüfung, bei der sich mehrere SchülerInnen auf engem Raum bewegen müssen, nicht? Dazu kommt die Tatsache, dass die Gäste während des Essens – auch wenn sie aus dem Haus kommen – keine Maske tragen können.
Wie die SchülerInnen sehr kurzfristig informiert wurden, wurde bereits ein neues Konzept entworfen, um den KandidatInnen die Prüfung zu erleichtern und das hohe Ansteckungsrisiko einzuschränken. Jedoch stellte sich heraus, dass diese neuen Auflagen alles andere als hilfreich sind, weil das Ansteckungsrisiko durch die Reduktion der Gänge nicht verringert wird, und die Praxis trotzdem fehlt.
Die dritten Klassen der Fachschulen erhielten die Möglichkeit, die Prüfung abzuwählen und haben zusätzlich eine Stunde mehr Zeit. Warum gilt das nicht auch für die vierten Jahrgänge? Das Argument, dass hierbei zwischen abschließender Prüfung und Vorprüfung unterschieden wird, wird von niemandem verstanden, geschweige denn akzeptiert werden; schließlich laufen die Prüfungen üblicherweise genau gleich ab.
Hinzu kommt, dass wir aus Erfahrung wissen, dass es im Prüfungsmonat Mai unerträglich heiß in den Küchen ist. Nun sollen die Prüflinge beim Kochen in dieser Hitze auch noch stundenlang eine Maske tragen – auch wenn sie getauscht wird, ist die Tragezeit insgesamt unzumutbar!
Die SchülerInnen sind in dieser herausfordernden Zeit einer enormen psychischen Belastung ausgesetzt; sie bangen um ihre Zukunft, haben Angst sich anzustecken und damit ihre Familie zu gefährden. Warum versucht man nicht, sie zu entlasten und ihnen etwas Druck zu nehmen?
Wir, als Eltern der betroffenen SchülerInnen, fordern hiermit Fairness! Der psychische Druck soll ihnen genommen werden und die Ansteckungsgefahr soll so gering wie möglich gehalten werden. Die Prüfung sollte – wie auch in den Fachschulen und wie die mündliche Matura – auf Freiwilligkeit basieren. Bei der Benotung sollte wie bei der schriftlichen Matura die Jahresnote miteinbezogen werden.