Region: Austria
Education

Armut ist nicht normal – Beihilfen ausbauen jetzt!

Petition is directed to
Österreichische Bundesregierung, Österreichisches Parlament
186 Supporters 184 in Austria
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  1. Launched November 2021
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Armut ist nicht normal – Beihilfen ausbauen jetzt!

Armut unter Studierenden wird seit jeher als normal betrachtet. Die Armutsgrenze von 1328€ für einen Ein-Personen-Haushalt ist für die meisten von uns unerreichbar. Wir finden ganz klar: es ist nicht normal, jahrelang in einem dunklen und kleinen WG-Zimmer zu wohnen. Es ist nicht normal, dass die Beschaffung von notwendiger Prüfungsliteratur ein riesiges Loch in unser monatliches Budget reißt. Es ist nicht normal, am Ende des Monats nur noch Nudeln mit Ketchup essen zu können. 

Was es jetzt braucht ist ein Ausbau des Beihilfensystems. Wir brauchen Beihilfen, die unseren Bedürfnissen angepasst sind. Sie müssen regelmäßig valorisiert werden – das bedeutet eine regelmäßige Wertanpassung an die Inflation. Beihilfen müssen sich an der Armutsgrenze orientieren und zugänglicher gemacht werden. Beihilfen müssen ein wirkliches Auffangnetz für uns darstellen.

Forderung

Diese Petition fordert die österreichische Bundesregierung und das österreichische Parlament dazu auf, sich mit Studierenden zu solidarisieren. 

  1. Höhe der Beihilfen: Beihilfen sollen deutlich erhöht werden – jede*r Student*in muss über der Armutsgrenze leben können. Sie sollen jährlich valorisiert werden, das heißt sich an aktuelle Begebnisse anzupassen. 
  2. Zugänglichkeit: Beihilfen müssen zugänglicher für alle werden. Es brucht eine Erweiterung des Bezieher_innenkreises auf Studienbeihilfe durch Erhöhung der Einkommensgrenzen der Eltern für die Berechnung des fiktiven Kindesunterhaltes und die Antragsstellung darf kein bürokratischer Irrweg werden. Außerdem muss die Altersgrenze abgeschafft werden. Ausserdem muss die Studienförderung endlich auch für Drittstaatsstudierende geöffnet werden.
  3. Entstigmatisierung: Der Bezug von Studienbeihilfe und anderen Förderungen muss entstigmatisiert werden. 

Reason

Zwei von drei Studierenden in Österreich leben unter der Armutsgefährdungsschwelle von 1.328€. Gleichzeitig wird das Leben immer teurer und Freizeitaktivitäten sind für viele von uns ein undenkbarer Luxus. 45% der Studierenden geben an, finanzielle Schwierigkeiten zu haben, davon 22% sogar starke finanzielle Belastungen. Ältere Studierende sind davon öfter betroffen als ihre jüngeren Kommiliton_innen. Rund 65% der Studierenden sind neben ihrem Studium erwerbstätig mit einem durchschnittlichen Wochensatz von 20,5 Stunden. Erwerbstätigkeit verzögert das Studium ungemein.

Studierende deren Eltern keine Matura haben geben öfter an, in Armut zu leben bzw. finanzielle Schwierigkeiten zu haben. Ungeplante, hohe Ausgaben, wie beispielsweise der Kauf oder die Reparatur einer Waschmaschine, reißen ein großes Loch ins Budget vieler Student_innen. Außerdem geben Frauen öfter an, finanzielle Probleme zu haben. 

Ein Migrationshintergrund ist heute leider auch noch immer ausschlaggebend für die finanzielle Situation von Student_innen. Studierende ohne Migrationshintergrund geben deutlich seltener an, Schwierigkeiten mit ihrem Budget zu haben, als Student_innen mit Migrationshintergrund. 

Quelle: Studierendensozialerhebung 2019

Link: http://ww2.sozialerhebung.at/index.php/de/ergebnisse/2019

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