Volksvertreter Jens Womelsdorf

Stellungnahme zur Petition Keine Bebauung des Hasenkopfs (oberhalb von Ockershausen/Marburg am Stadtwald)!

SPD, zuletzt bearbeitet am 30.03.2022

Ich lehne ab.

Sehr geehrte Damen und Herren,



zur Frage der Entwicklung eines Wohngebiets auf dem Hasenkopf hat es ein mehrjähriges und intensives Verfahren der Beteiligung der Bürger*innen gegeben, das vor der letzten Kommunalwahl 2021 abgeschlossen war. Die Ergebnisse sind in die weiteren Planungen eingeflossen.
Die Fraktion der Marburger SPD steht zu dem gemeinsamen Koalitionsvertrag von Grünen, SPD und Klimaliste, in dem das weitere Vorgehen festgelegt ist.
Mit der zwischenzeitlich erfolgten Entscheidung, den Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs zur Grundlage der weiteren Planung zu machen, konnte der Flächenverbrauch deutlich verringert werden. Entsprechend hat die Koalition im Februar 2022 beschlossen, die nicht genutzte Vorrangfläche Siedlung, wie sie im Regionalplan vorgesehen ist, für eine weitere Bebauung auszuschließen. Auch das ist in Umsetzung des Koalitionsvertrags erfolgt.
Dessen ungeachtet gibt es in Marburg weiterhin Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum, der weder durch Innenverdichtung noch durch Schließung von Baulücken oder Nutzung von Brachen befriedigt werden kann. Deshalb ist es das Bestreben der Koalition, notwendige neue Siedlungsflächen nur mit hohen Standards für einen wirksamen Klimaschutz zuzulassen und Flächenverbrauch zu minimieren. Ich persönlich finde es besser, wenn Wohnraumbedarfe für Marburg in Marburg mit hohen sozialen und ökologischen Standards erfüllt werden, als dass Interessent*innen in die Umlandgemeinden abwandern und damit zusätzliche klimaschädliche Mobilitätserfordernisse entstehen.



Auszug aus dem Koalitionsvertrag:

6.3 Planungsziele Hasenkopf und Oberer Rotenberg

Die Entwicklung der Baugebiete am Hasenkopf und am Oberen Rotenberg setzen wir fort. Wir wissen, dass neue Entwicklungsflächen in besonderer Weise mit Fragen der Klimagerechtigkeit konfrontiert sind. Dies findet Berücksichtigung in unseren Entscheidungen. Mit dem Baugebiet am Hasenkopf stellen wir uns der Verantwortung zur Schaffung neuen Wohnraums in ökologischer Verantwortung. Wir werden zeigen, dass auch größere Baugebiete umgesetzt werden können, die zugleich den Anforderungen nach zeitgerechtem Bauen und Wohnen und der Klimagerechtigkeit entsprechen. Das soll Vorbildcharakter über die Grenzen von Marburg hinaus haben. Mit dem Entwicklungsgebiet am Hasenkopf wollen wir zugleich den Stadtwald als eigenständigen Stadtteil weiterentwickeln und die nachhaltige Infrastruktur für eine Nahversorgung im Quartier sicherstellen. Die mit der Schaffung zusätzlichen Wohnraums verbundene Herausforderung verkehrlicher Belastungen werden wir im laufenden Planungsprozess lösen. Dabei setzen wir weiterhin auf eine breite Bürger*innen-Beteiligung.

Am Oberen Rotenberg werden wir die bereits beschlossene Entwicklung ermöglichen. Ob weitere Überlegungen zur Wohnbebauung umgesetzt werden, machen wir von der Klimafolgen-Abschätzung sowie dem absehbaren Bedarf und möglichen Alternativen zur Schaffung neuen Wohnraums abhängig.

Das Baugebiet am Hasenkopf binden wir unter besonderer Berücksichtigung der Verkehrslage in Ockershausen, bei der netto kein weiterer MIV entstehen soll, in ein gesamtstädtisches Verkehrskonzept ein. Den Bau neuer Straßen zum Zwecke der Anbindung schließen wir aus. Um das Baugebiet klimafreundlich zu gestalten, soll neben ökologischen Baumaterialien auch eine klimaneutrale Energieversorgung erfolgen. Die Flächeninanspruchnahme werden wir auf die zur Realisierung des präferierten städtebaulichen Entwurfs nötige begrenzen. Auch schließen wir eine spätere Flächenerweiterung des Baugebiets aus. Aus naturschutzfachlichen Gründen soll der Biotopverbund zwischen Marburger Rücken und Allnatal gestärkt werden, indem in diesem Bereich, über die notwendigen Ausgleichsflächen hinaus, Flächen zu diesem Zweck entwickelt werden.



Mit freundlichen Grüßen,

Jens Womelsdorf

Jens Womelsdorf
Partei: SPD
Fraktion: SPD
Neuwahl: 2021
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