Während viele Debatten über Migration in der Öffentlichkeit geführt werden, finden viele Geschichten und Einzelschicksale den Weg an diese Öffentlichkeit nicht. Es sind vor allem Ausschaffungen von geflüchteten Personen. Das revidierte Asylgesetz führt mit dem Dublin-Abkommen zu schnelleren und härteren Ausweisungsentscheiden der zuständigen Behörden und Gerichte. Formal sind die entsprechenden ‚Fälle‘ somit meist rechtmässig; menschlich aber i.d.R. eine Katastrophe und rechtspolitisch ein Abschieben der Verantwortung.

Wir sammeln heute untschriften für die Familie B-R mit ihren vier Kindern, wovon ein drei Monate altes Baby, welches hier in der Schweiz zu Welt kam. Zuerst kommt die Familie aus Afghanistan in einer Odyssee über Russland und Norwegen und dann mit Schleppern über Dänemark und Deutschland in die Schweiz, wo sie Ende Mai in Basel um Asyl nachsuchen. Das Bundesverwaltungsgericht sanktionierte im Schnellverfahren am 16. August die vom zuständigen Migrationsamt Zug entschiedenen Wegweisung, nachdem sich Norwegen zu einem ‚Wiederaufnahmegesuch‘ der zuvor ausgewiesenen Familie verpflichtet hatte. Im Oktober soll nun die 6-köpfige mittellose Familie B – R wieder nach Oslo ausgeflogen werden, von wo sie dann offenbar ‚rechtmässig‘ nach Kabul (Afghanistan) ausgeschafft werden.

Begründung

Die Familie befand sich am 4. Oktober gemeinsam mit den Kinder in der Strafanstalt in Zug. Da sich die Familie gegen die Abschiebung gewehrt hat, konnte diese nicht vollzogen werden. Brutal und vor den Augen der Kinder wurde die Familie getrennt und die Eltern in Hanschellen abgeführt. Diese Kinder haben dieses Jahr schon genug durchgemacht, geben wir ihnen unsere Stimme und ein Recht auf Schutz.

Zuzeit befindet sich die 33 jährige Mutter und das Baby in Abschiebehaft Flughafen Kloten. Der 35 jährige Vater in der Strafanstalt in Zug und die Kinder 3, 6 und 8 jährig wurden Fremdplatziert. Jeglicher Kontakt zwischen Mutter und Kinder wurde im Moment verweigert.

Deren gesamte Familie und Verwandtschaft befinden sich hier in der Schweiz, sind integriert und gehen einer Arbeit nach. Daher bitten wir (Familie und Freunde), die verantwortliche Behörde sich für die Familie B - R einzusetzten und gemäss Artikel 3 Absatz 2 Dublin II Verordnung, vom Selbsteintrittsrecht Gebrauch zu machen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Mirjam Klöti aus Fribourg
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Neuigkeiten

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  • Sehr geehrte Damen und Herren



    Ich schreiben Ihnen bezüglich der Familie B-R. Wie von Ihnen gewünscht möchte ich sie gerne auf dem Laufenden halten. Die Familie wurde am 25.10.2016 per Sonderflug nach Norwegen überführt, dass obwohl das 6 jährige Mädchen an einem Zahnabzess leidet und eine Operation nötig ist, da ansonsten eine Blutvergiftung hervorgerufen werden kann. Die Schweiz hat diese Information an Norwegen weitergeleitet, jedoch mit der Lüge, dass die Operation nicht in der Schweiz durchgeführt werden konnte, da die Eltern ihr Einverständnis einen Tag vor der Überführung eingereicht haben. Stimmt nicht, habe ich schriftlich. Bis heute wurde beim Mädchen keine Zahnbehandlung vorgenommen.



    Die Eltern wurden auch in Norwegen wieder voneinander getrennt also seit gut 30 Tagen, wenn man die die Zeit in der Schweiz noch dazu rechnet sind die Eltern sowie die Kinder von Vater seit zwei Monaten getrennt, da die KESB Schweiz eine Gefährdungsmeldung in Norwegen eingereicht hat. Ich habe mich natürlich auf dem Weg nach Oslo gemacht und war während einer Woche bei meiner Cousine, da ich den Arztbericht von der Schweiz bezüglich der Kinder ebenfalls erhalten habe, wollte ich der Sache vor Ort nachgehen. Alles was im Arztbericht steht und weshalb eine Gefährdungsmeldung eingereicht wurde stimmt auch hier wieder nicht und diese habe ich ebenfalls schriftlich. Die Mutter und die Kinder sind sehr traumatisiert z.B. schlafen die Kinder im gleichen Bett wie die Mutter, die Mutter springt auf sobald sie Schritte im Gang hört und hat Angst, dass man ihr die Kinder wieder weg nimmt. Der 3 jährige Junge ist sehr aggressiv seit der Trennung und Spricht gar nicht mehr, davor konnte er Wörter wie Mutter, Vater, Wasser etc. Das 6 jährige Mädchen weint sehr oft weil sie „traurig ist“ und schläft gar nicht gut, der 8 jährige Junge hört immer wieder die Stimme seines Vaters und rennt aus dem Zimmer er ist extrem verwirrt und gibt auch wirres Zeug von sich. Meine Cousine spricht von nichts anderem wie, dass sie Angst hat, sie will nicht noch mal von den Kindern getrennt werden und will ihren Mann endlich bei sich haben. Sie hat keine Kraft mehr und hinterlässt mir sehr oft Nachts Sprachnachrichten, dass sie Angst hat.



    Natürlich habe ich vor Ort einen Anwalt, aber es ist extrem schwierig mit der Kommunikation, eine Wiedererwägung wurde in Norwegen eingereicht. Die Chancen sind leider sehr klein, da die Familie durch dich Schweiz traumatisiert wurde und nicht durch Norwegen. Ich würde sehr gerne an den Gerichtshof in Strassbourg gehen, meiner Meinung nach, war die Trennung der Mutter von den Kindern nicht nötig sowie auch die Fremdplatzierung der Kinder. Der Vorwurf, dass die Familie die Kinder unterbringen könnte ist absurd. Das wichtigste jedoch ist, dass die Familie bereit war das Land zu verlassen (habe ich ebenfalls schriftlich vom Kanton Zug), aber die Ausweise der Kinder fehlten und trotzdem wurden Sie voneinander getrennt und dies obwohl der Fehler bei der Schweiz gelegen hat.



    Falls Sie noch Fragen haben, zögern Sie nicht jederzeit mit mir in Kontakt zu treten.



    Freundliche Grüsse



    Mirjam Klöti

    www.openpetition.eu/ch/petition/kontakt/solidaritaet-mit-der-familie-b-r

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Es gibt leider sehr viele Menschen unwürdige Entscheide von der Politik, Migrationsamt oder Richter in der Schweiz! Rechtlich gesehen alles klar und " Das Boot ist voll" Wir können nicht der ganzen Welt, allen Flüchtlingen oder Menschen helfen, da es leider auch ein finanzielle Angelegenheit ist. Ich arbeite im sozialen Bereich und sehe wie das System von sehr sehr vielen, auf Kosten anderer, ausgenutzt wird. Ungerechtigkeit ist ein Ding der Politik.