Region: Uster
Dialogue

Schluss mit dem Parkplatz-Schildbürgerstreich am Spital Uster!

Petition is addressed to
Stadtrat von Uster

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News

04/12/2026, 08:50

Replik auf die Stellungnahme der Stadt Uster

Realität 2026 vs. Reglement 1992: Warum wir nicht länger
wegschauen dürfen
Die Stellungnahme der Stadtverwaltung Uster (erschienen auf uster24.ch) bestätigt leider die Befürchtungen von über 850 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern: Man klammert sich an ein Reglement aus dem Jahr 1992, während die Realität im Jahr 2026 eine völlig andere Sprache spricht. Eine moderne Verwaltung darf sich nicht hinter veralteten Paragrafen verstecken, wenn die Infrastruktur den grundlegenden Bedürfnissen der Bevölkerung nicht mehr gerecht wird.
Hier sind die zentralen Fakten und Argumente, welche die Stadt in ihrer Stellungnahme
übergeht:

1. Der medizinische Wandel: Das „Betten-Paradoxon“
Die Stadt argumentiert primär mit der Anzahl der Spitalbetten – ein Massstab, der in der
modernen Medizin des Jahres 2026 weitgehend an Bedeutung verloren hat. Der Trend zur
Ambulantisierung («Ambulant vor Stationär») hat die Anforderungen an die Infrastruktur
radikal verändert.

Anteil ambulanter Operationen

Medizinischer Standard 1990er Jahre ca. 10 % bis 15 % Überwiegend stationär mit
Übernachtung

Heute (2026) ca. 25 % bis 32 % Tagesklinische Eingriffe;
Grauer Star > 98 % ambulant

Die Konsequenz: Patienten kommen und gehen am selben Tag. Dies führt zwangsläufig zu einem höheren Verkehrsaufkommen pro „Kapazitätseinheit“ als bei stationären Aufenthalten.

Wer im medizinischen Bereich arbeitet, weiss, dass frisch operierte Menschen medizinisch
begründet oft nicht im öffentlichen Verkehr (ÖV) reisen können oder dürfen.
Auch finanziell ist dieser Wandel belegt: Fielen 1995 nur etwa 20 % der Spitalkosten im
ambulanten Bereich an, so ist dieser Anteil heute auf fast 40 % gestiegen. Die Spitäler
versorgen heute eine Masse an Patienten, die gar kein Bett mehr belegen, aber zwingend auf eine Erreichbarkeit angewiesen sind.

2. Das Anachronismus-Argument: 42 % Wachstum ignoriert
Die Stadtverwaltung beruft sich auf ein Reglement von 1992. Uster ist seither jedoch um über 42 % gewachsen. Eine Verwaltung, welche die Realität von 2026 mit den Regeln von vor 34 Jahren steuern will, handelt realitätsfern. Das ist, als würde man versuchen, den heutigen dichten Verkehr mit den Ampelschaltungen der Postkutschenzeit zu regeln. Infrastruktur muss mit der Bevölkerung wachsen, statt vor ihr zu kapitulieren.

3. Der ökologische Fehlschluss: Suchverkehr und Ressourcenverschwendung
Die Stadt führt die Lufthygiene ins Feld. Doch die künstliche Verknappung bei einem voll
besetzten Parkhaus löst das Problem nicht – sie verlagert es in die Wohngebiete.
● Suchverkehr: Abgewiesene Fahrzeuge kreisen in den umliegenden Quartieren auf der
Suche nach Alternativen. Dies belastet die Umwelt und die Anwohner durch zusätzlichen
Lärm und CO2 deutlich stärker als die effiziente Nutzung bestehender Flächen direkt am
Spital.
● Geister-Parkplätze: Bestehenden Asphalt leer stehen zu lassen (durch Ketten
blockiert), während Bedarf besteht, ist ökologischer und ökonomischer Unsinn. Es ist
eine künstliche Verknappung von öffentlichem Raum.

4. Die Ethik-Falle: Schutz der Schwächsten
Ein Spital ist kein Einkaufszentrum und kein Freizeitort. Wer dorthin fährt, befindet sich oft in einer physischen oder psychischen Ausnahmesituation.
● Es ist unethisch, gehbehinderten Menschen, Senioren mit Rollatoren oder Eltern mit
kranken Kindern zusätzliche Fusswege von hunderten Metern zuzumuten.
● Barrierefreiheit direkt am Eingang ist eine Frage der Menschenwürde und der
Grundversorgung, nicht der reinen Raumplanung.
● Besonders stossend: Während Patienten abgewiesen werden, vermietet das Spital
Parkplatzkontingente an die Öffentlichkeit – dies auf Kosten der vulnerablen Gruppen.

5. Das „Wirtschaftlichkeits-Argument“ für den Standort
Das Spital Uster steht im Wettbewerb mit anderen Kliniken. Eine schikanöse Parkplatzsituation
schadet dem Ruf des Standorts aktiv. Patienten wählen Kliniken heute auch nach der
Erreichbarkeit aus. Die Stadt gefährdet hier den Erfolg ihres eigenen „Aushängeschilds“.

6. Das Symbol des Stillstands: Die Ketten
Bilder sagen mehr als Worte. Die Ketten vor den Parkplätzen symbolisieren ein tiefes
Misstrauen gegenüber dem Bürgerinnen, Bürger und eine blockierte Politik. Wer Ketten legt, will nicht gestalten, sondern verhindern. Eine moderne Stadtverwaltung sollte Lösungen ermöglichen, statt Barrieren mit Ketten zu bewachen.

Fazit
Wir sprechen hier über Menschen, die den Stillstand von 1992 nicht mehr akzeptieren. Wer heute im Jahr 2026 die Ketten am Spital verteidigt, hat den Kontakt zur Lebensrealität der Bevölkerung verloren. Wir fordern den Stadtrat auf, die Ketten endlich zu lösen und die
Parkplatzregelung an die medizinischen und gesellschaftl


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