01/06/2026, 06:10
Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner
Wir möchten euch heute darüber informieren, wie die Schulpflege auf die Petition reagiert hat und wie wir nun weiter vorgehen.
Keine Zeit? Hier die Kurzfassung:
• 930 Personen fordern den Erhalt der Schule Unterbach.
• Die Schulpflege tritt auf die Petition inhaltlich nicht ein.
• Bestehender Schulraum soll geschlossen werden, obwohl Schulraum fehlt und keine Schulraumplanung vorliegt.
• Ein echter Dialog wird seit Monaten verweigert.
• Deshalb gehen wir den Weg über Petition und Einzelfinitiative weiter.
Antwort der Schulpflege
Die Schulpflege hat uns mit Schreiben vom 24. November 2025 mitgeteilt, dass sie auf die Petition inhaltlich nicht eintritt. Begründet wird dies mit laufenden Verfahren und der Gewaltenteilung.
Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Argumenten der Petition – zu Schülerzahlen, Kosten oder Schulraum – findet nicht statt.
Aus Gründen der Transparenz legen wir dieses Schreiben bei, damit sich jede und jeder selbst ein Bild machen kann.
Schulraum: ein zentraler Widerspruch
Unbestritten ist, dass in der Gemeinde Hinwil zu wenig Schulraum vorhanden sein wird. Umso unverständlicher ist es für uns, dass mit der Schule Unterbach bestehender und funktionierender Schulraum geschlossen werden soll.
Ein Blick in die Nachbargemeinde Wald zeigt, dass auch eine andere Strategie möglich ist:
Wald ist organisatorisch sehr ähnlich aufgebaut wie Hinwil – ebenfalls mit mehreren Aussenwachten und kleinen Schulstandorten. Dort werden diese Schulen jedoch gezielt erhalten und gefördert, gerade weil Schulraum knapp ist. Die Gemeinde Wald betrachtet Aussenwacht-Schulen als kostengünstigen, sofort verfügbaren Schulraum.
Hinwil geht aktuell den genau entgegengesetzten Weg:
Statt bestehenden Schulraum zu sichern, wird er aufgegeben, obwohl klar ist, dass Schulraum fehlt – und dies, obwohl bis heute noch keine eigentliche Schulraumstrategie oder Schulraumplanung vorliegt. Erst jetzt wurden dafür 85’000 Franken budgetiert, nachdem der Schliessungsentscheid bereits gefällt wurde.
Aus unserer Sicht ist dies ein grundlegender Systemfehler: Erst schliessen, dann planen – statt umgekehrt.
Zum Dialog mit der Schulpflege – die eigentliche Konstante
Der Entscheid zur Schliessung der Schule Unterbach wurde im Januar 2025 veröffentlicht.
Erst im Oktober 2025 kam es – nach langen Bemühungen – zu einem Gespräch mit der gesamten Schulpflege.
Nach diesem Gespräch wurde uns von Seiten der Schulpflege jedoch ausdrücklich mitgeteilt, dass keine weiteren inhaltlichen Gespräche mehr geführt werden sollen.
Rückblickend zeigt sich eine klare Konstante über die gesamte Zeit:
Die konsequente inhaltliche Gesprächsverweigerung der Schulpflege.
Nicht, weil Gespräche unmöglich wären – sondern weil sie nicht gewollt sind.
Genau darin sehen wir das Grundübel der gesamten Situation: Solange kein inhaltlicher Austausch zugelassen wird, können weder Fakten geprüft noch Lösungen gesucht werden.
Wenn es um Gespräche, Transparenz oder inhaltlichen Austausch geht, wird regelmässig auf laufende Verfahren verwiesen. Gespräche werden mit diesem Argument abgelehnt.
Gleichzeitig werden jedoch nach aussen immer wieder Stellungnahmen, Kommentare oder Medienmitteilungen abgegeben – auch während laufender Verfahren.
Diese unterschiedliche Handhabung ist für uns schwer nachvollziehbar:
Nach innen wird der Dialog mit Hinweis auf Verfahren verweigert, nach aussen wird kommuniziert, eingeordnet und bewertet. Genau diese Asymmetrie trägt wesentlich zur Eskalation der Situation bei.
Aus unserer Sicht wäre es gerade in einem laufenden Prozess wichtig, sachlich miteinander zu sprechen, Argumente auszutauschen und Transparenz zu schaffen.
Unser weiteres Vorgehen – die Einzelinitiative
Gerade weil ein konstruktiver Dialog systematisch verweigert wird, verfolgen wir den Weg der demokratischen Instrumente konsequent weiter.
Neben der Petition haben wir deshalb auch eine Einzelinitiative eingereicht und die Öffentlichkeit sowie die Medien werden informiert.
Gerade bei einer so weitreichenden Frage wie der Aufgabe von bestehendem Schulraum und einer Schule mit 170-jähriger Geschichte sind wir überzeugt:
Darüber sollte letztlich der Stimmbürger, der Steuerzahler von Hinwil entscheiden können.
Nicht hinter verschlossenen Türen, sondern transparent, faktenbasiert und demokratisch.
Dieser Weg ist kein Selbstzweck. Er ist die logische Konsequenz daraus, dass Gespräche und Transparenz von Seiten der Schulpflege nicht zugelassen werden.
Wir bleiben überzeugt:
• Die Schülerzahlen sprechen für den Standort Unterbach.
• Die Kostenargumente basieren auf Annahmen, die nie umgesetzt wurden.
• Und in einer Gemeinde mit Schulraummangel sollte bestehender Schulraum nicht aufgegeben, sondern genutzt werden.
Weitere Fakten folgen in Kürze.
Wir bereiten eine vollständige Darstellung zu den neuen Erkenntnissen und zur problematischen Begründung des Schliessungsentscheids vor.
En liebe Gruess
IG Schule Unterbach