Petition addressed to:
Bundesversammlung
Wir, die Unterzeichnenden, fordern Bund und Kantone auf, die systematische Vermittlung von Krisen- und Notfallkompetenzen verbindlich im Schweizer Bildungssystem zu verankern.
Tragische Ereignisse im öffentlichen Raum – wie kürzlich in Crans-Montana – zeigen auf schmerzliche Weise, dass viele Menschen, insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, in akuten Gefahrensituationen überfordert sind. Statt Schutz zu suchen, zu fliehen oder anderen zu helfen, wird oft reflexartig zum Mobiltelefon gegriffen. Dieses Verhalten ist kein moralisches Versagen, sondern Ausdruck fehlender Vorbereitung.
Unsere Gesellschaft darf nicht davon ausgehen, dass Eltern allein für die Sensibilisierung ihrer Kinder in Notfall- und Gefahrensituationen verantwortlich sind. Schulen erreichen alle Kinder und Jugendlichen – unabhängig von Herkunft, sozialem Umfeld oder elterlichen Ressourcen – und sind deshalb der geeignete Ort, um lebenswichtige Kompetenzen zu vermitteln.
Wir fordern deshalb:
1 Die Einführung altersgerechter Module zu Notfall- und Krisenverhalten
(z. B. Flucht- und Schutzverhalten, Erste Hilfe, Verhalten bei Panik, Menschenmengen, Gewalt- oder Unglückssituationen).
2 Die Vermittlung von Medienkompetenz in Ausnahmesituationen,
insbesondere die Reflexion über das Filmen, Posten und Weiterverbreiten von Inhalten während laufender Notlagen.
3 Praktische Übungen und realitätsnahe Szenarien,
ähnlich wie Feueralarm- oder Evakuationsübungen, angepasst an verschiedene Schulstufen.
4 Eine nationale Koordination,
unter Einbezug der Eidgenössischen Kommission für Bildung, der Kantone, Fachstellen für Bevölkerungsschutz sowie pädagogischer und psychologischer Expertise.
Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu befähigen, in Stress- und Gefahrensituationen besonnen zu handeln, sich selbst zu schützen und Verantwortung für Mitmenschen zu übernehmen.
Wir appellieren an Politik und Bildungsbehörden, diese Verantwortung ernst zu nehmen und die notwendigen Schritte einzuleiten – zum Schutz der kommenden Generationen und unserer Gesellschaft als Ganzes.
Vorsicht ist besser als Nachsicht!